Lübeck – Von einem nicht alltäglichen Handball-Spiel (SG Dithmarschen Süd vs. ATSV Stockelsdorf wJC II) handelt der nachstehende Bericht, der auf der Homepage des ATSV Stockelsdorf nachzulesen ist. Der Text wurde HL-SPORTS vom Verein zur Veröffentlichung freigegeben.

„Was ist Handball ? Jedenfalls nicht das, was sich am vergangenen Sonntag in Burg/Dithmarschen beim SH-Liga-Spiel zwischen der SG und der WJC 2 des ATSV abspielte. Es spielte der eigentlich souveräne Tabellenerste Dithmarschen-Süd, selbsternannter Meisterschaftsfavorit und im Hinspiel 25:14-Sieger dieser Partie, gegen den Tabellenzweiten, der seine anderen fünf Spiele der Serie bislang gewann. Nun ja…Vorsichtig formuliert: Das war keine Werbung für diese Sportart. Sondern: Es war ein zerstörtes Spiel. In der 45. Minute beendete die WJC 2 die Partie vorzeitig.

Der Anlass: Ballverlust des Gegners, Finni erkämpft sich den Ball, setzt zum Konter an und wird von einer Dithmarschener Spielerin von der Seite derart körperlich "getackelt", dass sie in der Höhe der Mittellinie über die Außenlinie hinweg an einer Backsteinmauer der Sporthalle landete.
Die Reaktion des Schiedsrichters ? Es gab keine! 45 Minuten lang wurde keine dieser Szenen bestraft, geahndet, unterbunden. Und es gab reichlich dieser Szenen.

Die "Jagd" begann bereits nach wenigen Minuten beim Stande von 4:2. Chris wurde per Ellenbogen am Kehlkopf getroffen: Ausfall nach 4:30 Minuten. Reaktion des SR: Es gab keine!
Lea wurde in der 8. Minute "gestellt". Oder eigentlich "gefällt". Im Sprungwurf von einer Gegnerin gefoult, von einer zweiten derart unterlaufen, knallte sie mit Rücken und Hinterkopf auf die Platte: Ausfall. Reaktion des SR? Keine! Kein Freiwurf, keine gelbe Karte, nichts – außer der Kommentar: "Wischen". Sollte da ein Gesetz des Auftrages folgen, dann wäre nun also die dritte Rückraumspielerin Jule an der Reihe gewesen, die jedoch entzog sich entweder geschickt oder kraftvoll einer entsprechenden "Behandlung". Doch auch sie wurde zu ihrem Schutz zeitweise von der Platte genommen. Der Rest der ATSVerinnen kam auch nicht ungeschoren jedoch halbwegs glimpflicher davon.
Auffällig jedoch, dass die Angriffe bei gewissen Spielerinnen stets dem Körper galten, bei anderen eher dem Ball. Es war deutlich zu sehen, dass die spielbestimmende Gestalten nicht das Spiel bestimmen sollten.
Kontaktaufnahme mit dem gegnerischen Trainer Helge Thomsen quittierte dieser mit steten Pöbeleien in Richtung zunehmend aufgebrachter ATSV-Elternschaft. Kontaktaufnahme mit dem Schiedsrichter endete mit weiteren Pfiffen gegen Stodo z. B. gefühlte 25-30 x Schrittfehler ("Ihr bremst in dieser glatten Halle falsch" – aha). Das bereits zur Halbzeit völlig aus den Fugen geratene Spiel, kippte nach der Halbzeit gänzlich…

Kaum waren Chris und Lea wieder auf dem Feld, wurde zum Halali angesetzt. Als Chris ihre Gegnerin am Sprungwurf hinderte, zog sie das Knie nach, traf die Magengegend derart, dass nun auch die letzte Luft entwich. Ausfall! Reaktion des SR: Wischen!

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Immer öfter wanderte der Blick zur Anzeigentafel. Nicht der Zwischenstand war interessant, sondern die Restspielzeit, die es irgendwie zu überstehen galt. Der SR ließ Dithmarschen walten und konnte sich dann doch zu einer Zeitstrafe hinreißen lassen – wegen Nichteinhalten des Abstandes (upps). Gleichsam flogen 4 weitere ATSVerinnen vom Feld, was die Strafzettelflut auf der Bank langsam unübersichtlich machte. Janine flog vom Platz, weil sie ihrer schnelleren Gegnerin zwar folgen, aber nicht einholen konnte. Mischi durchlief einen bereits ausgeführten Freiwurf, Jule wehrte sich und Lisa schob ein "Sandwich" zusammen. Das ganze garniert von "falschen Bremsversuchen". Der Standpunkt des SR war wirklich "bemerkenswert".

Die Spielerinnen hatten jedoch von der Jagd die Nase voll, der Gegner schien Spaß am zerstörten Spiel zu finden. Angetrieben von einem Coach, der die dann bereits total passive weil schonendere Spielweise des ATSV, mit einer zunehmend offenen Manndeckung bearbeiten ließ. So viele Bälle hätte man gar nicht auf die Tribüne zum Zeitschinden werfen können. Und nach dem finalen Foul an Finni war dann Schluss. Während sie an der Wand lag, drehten die ATSVerinnen entsetzt ab, der Gegner nahm jedoch den "freien" Ball auf und lief einen Gegenkonter zum leeren Tor, bejubelte den Treffer gebührend. Ein wahrlich verzerrter Ausdruck von übertriebenem Ehrgeiz, Härte und fehlgeleiteter Spielweise. Für den ATSV war wenigstens die Jagd – pardon das Spiel – beendet. Der Schiedsrichter, der zuvor nicht wusste, was er tat (wenn er denn was tat) oder tun konnte, entschwand zur Berichterstattung und ohne den Spielbericht herauszurücken, unerkannt durch eine Hintertüre. Die "Anteilnahme" des gegnerischen Trainers Helge Thomsen lehnte der ATSV "dankend" ab…

PS: Der Gegner, die SG Dithmarschen Süd, könnte mit erhobenen Hauptes durch das Handball-Land gehen. wenn sie einfach nur Handball spielen würden. Und das kann diese technisch gute, schnelle, wurfgewaltige, taktisch variable Mannschaft eigentlich eindrucksvoll. Mit diesen Mitteln einen Gegner zu besiegen, würde sicher Respekt und Anerkennung bringen.“

Soweit der Bericht von der Homepage des ATSV Stockelsdorf.

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