Düsseldorf – „Die 126. Travemünder Woche ist nach dem großen Jubiläum im vergangenen Jahr mit einem Feuerwerk an Highlights in diesem Jahr mehr down-to-earth. Trotzdem soll der Standard, den wir in den vergangenen Jahren erarbeitet haben, gehalten und die Veranstaltung weiter entwickelt werden. Besonders dankbar sind wir unserem langjährigsten Partner – der boot Düsseldorf, Europas größter Wassersportmesse – für die Treue“, so eröffnete Dierk Faust den traditionellen Empfang der Travemünder Woche bei der Messe „boot“ in Düsseldorf. Faust ist Vorsitzender des Lübecker Yacht-Clubs, der Hauptveranstalter der Travemünder Woche ist.

Messe-Chef Werner Mathias Dornscheidt gab zurück: „Die Travemünder Woche ist ein Top-Partner der boot Düsseldorf. Wir sind seit knapp 40 Jahren gerne vor Ort. Uns verbindet eine enge und starke Partnerschaft, die – so lange ich an Bord bin – auch weiter bestehen bleibt.“

Lübecks Bürgermeister Bernd Saxe, der zum 14. Mal den TW-Empfang auf der boot miterlebte, nutzte den Empfang vor allem, um über Lübecks Olympiabewerbung für die Segelwettbewerbe 2024/2028 zu sprechen. Die TW und der Lübecker Yacht-Club unterstützen die Hansestadt bei ihrer Bewerbung. Am Stand der TW auf der „boot“ können sich Besucher über das Projekt Olympiabewerbung auch informieren.
Saxe sagte: „Die Bewerbung ist ein Wettkampf in drei Etappen: Erst muss Deutschland sich für den Austragungsort Hamburg statt Berlin entscheiden. Dann muss Hamburg die Segelwettbewerbe nach Lübeck-Travemünde geben und dann muss Deutschland sich international durchsetzen und die Spiele insgesamt holen. Pluspunkte sind sicher das großartige Segelrevier und die Erfahrung, die wir schon mit Segel-Großevents gemacht haben. Außerdem können wir hier die Vorgaben des IOC perfekt umsetzen: Weg von Gigantomie, Spiele mit Nachhaltigkeit, ökologischer und ökonomischer Vernunft. Das ist unser Trumpf. Ein Olympiadorf steht schon quasi – ist bereits geplant – und der Investor hat zugesichert, sein Feriendorf für Olympia zur Verfügung zu stellen. Wir sind mit Hamburg Feuer und Flamme für Olympia“.

Die Standnachbarn „Kieler Woche“ und damit die Stadt Kiel sieht Saxe derzeit noch nicht als Konkurrenz: „In dieser Phase müssen wir gemeinsam darum kämpfen, dass Hamburg ausgewählt wird.“ Im März entscheidet sich der Deutsche Olympische Sportbund, mit welcher Stadt – Hamburg oder Berlin – er sich um die Spiele bewerben möchte.

„Die Travemünder Woche ist vom Umfang der Regatten her dreimal so groß wie die Olympischen Segelwettbewerbe. Außerdem haben wir in 125 Jahren gezeigt, dass wir Segel-Großveranstaltungen durchführen können. Wir sind bereit und könnten morgen anfangen“, ergänzte Dierk Faust.

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Um den Sport geht’s auch ihm: Brian Schweder. In diesem Jahr hat er sein Debut im neuen Amt als Gesamtwettfahrtleiter. Gemeinsam mit dem ehrenamtlichen Geschäftsführer Jens Kath hat er das Regattaprogramm der 126. TW bereits nahezu komplett: „Neben den Weltmeisterschaften der Jugendbootsklasse RS Feva sind auch die Devoti-One, die Kielboote der Klasse J 22 und die Zweimann-Trapezjolle mit Spinnaker der Klasse Laser 2 als WM dabei. Dazu Europameisterschaften und deutsche Meisterschaften – die TW wird ihrem Ruf der Meisterschaftswoche wieder gerecht. Bei der Jugendbootsklasse RS Feva zum Beispiel gehen etwa 200 Boote an den Start. Aber auch Felder mit weniger Booten können durchaus sehr interessant sein: Wir freuen uns eine neue, moderne Katamaran-Klasse im Programm zu haben. Die Flying Phantoms. Das sind 18-Fuß-Kats, die auf Foils fahren. Die Flying Phantoms werden auch auf die SAP Media Bahn und bei den SAP Trave Races starten. Seit der America´s Cup auf fliegenden, abhebenden Katamaranen gesegelt wird – sind diese Kats hoch im Kurs. Und auch für die Hochsee-Segler gibt’s eine Neuerung: Die Mittelstrecke von und nach Travemünde wird in diesem Jahr ohne Zwischenstopp in Grömitz gesegelt“, sagte Brian Schweder.

Besonders stolz ist die Travemünder Woche auf das Engagement des Technologiepartners SAP. „Die Medienbahn mit ihrem Paket – also Drohnen, die das Geschehen filmen, Onboard-Kameras auf den Booten, den Trackern, den Live-Kommentatoren und den SAP-Grafiken – ist auch in diesem Jahr wieder dabei. Auf der Bahn werden 2015 sogar täglich zwei verschiedene Klassen an den Start gehen. Vormittags wird eine Bootsklasse ihre Meisterschaftsrennen dort austragen und am Nachmittag gibt es eine weitere Regattaklasse. Natürlich wird es auch wieder die Show-Rennen, die SAP Trave Races, nachmittags geben. Immer spektakuläre Klassen, die Zuschauer so hautnah noch nicht erlebt haben, werden sich dort zeigen. Segeln zum Greifen nah ist unser Motto“, sagte Jens Kath, ehrenamtlicher Geschäftsführer der TW und sportlicher Leiter.
Und SAP baut ihr Engagement noch weiter aus: „Erstmals bei einer Segel-Großveranstaltung werden alle Boote auf jeder Bahn mit Trackern ausgestattet. Das bedeutet, jeder der rund 1600 Segler kann sein Rennen im Nachgang noch einmal ansehen und analysieren und daheimgebliebene Familienmitglieder und Freunde können verfolgen, wer gerade in Führung liegt. Die Rennen werden nämlich live im Internet präsentiert“, sagte Frank Schärffe, hauptamtlicher Geschäftsführer der Travemünder Woche.

Im Anschluss an den offiziellen Teil hat die TW der „boot Düsseldorf“ traditionell ihr neues Event-Plakat der Travemünder Woche, entwickelt von der Künstlerin Frauke Klatt, übergeben. Das Foto zeigt (von links): Dierk Faust, Frauke Klatt, Werner Dornscheidt, Bernd Saxe, Götz-Ulf Jungmichel. Hinten: Brian Schweder, Frank Schärfe, Jens Kath.

 

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