Lübeck – Vor dem Abschlusstraining des VfB Lübeck am Donnerstag war die Stimmung in der Kabine der Grünweißen sehr gut. Bis auf Finn Thomas, der etwas über Oberschenkelprobleme klagte scheinen alle wieder fit zu sein. „Ich will auf jeden Fall spielen und hoffe, dass es klappt“, sagte der 27-Jährige und verschwand in der Kabine. Ob allerdings Stefan Richter und Kevin Wölk am Freitagabend vor dem letzten Flutlichtspiel gegen den BV Cloppenburg dabei sind, wird sich erst kurz vor dem Spiel herausstellen.

Wer gewinnt? Hier mitmachen!

Co-Trainer Henning Meins sagte zu HL-SPORTS: „Es sieht schon besser aus, aber sie haben ja noch den Freitag zum Erholen und dann schauen wir weiter. Fakt ist, dass wir nach neun ungeschlagenen Spielen mit einem Unentschieden nicht zufrieden sein können und außerdem wollen wir unseren Fans etwas bieten. Es ist immerhin Freitagabend unter Flutlicht. Das ist immer etwas Besonderes. Aber wir wissen, dass es keine leichte Aufgabe wird.“

Tomek Pauer (Foto) hofft im Video-Statement vor der Partie bei HL-SPORTS auf viele Fans und will natürlich gewinnen.

2012 kehrte der BV Cloppenburg in die Regionalliga Nord zurück. Zwei Mal gelang der Mannschaft von Trainer Jörg-Uwe Klütz seit dem recht souverän der Klassenerhalt. Das erste Jahr schloss der BVC die Saison als Tabellenzwölfter ab, erspielte sich in der Endabrechnung 34 Punkte aus lediglich 30 Spielen – vier Partien wurden aufgrund der Insolvenz des VfB Lübeck und des FC Oberneuland annulliert. Auch im zweiten Jahr konnte der zwölfte Tabellenplatz gesichert werden, diesmal gelangen sogar 41 Punkte.

In diesem Jahr haben es die Cloppenburger mit einem deutlich dünneren Kader allerdings wesentlich schwerer. Zwar steht man aktuell mit 26 Punkten gerade so über dem Strich, hat allerdings auch ein Spiel mehr absolviert als der erste Verfolger aus Goslar.

Anzeige

Aktuell scheint der BV Cloppenburg schwer zu bezwingen: In den vergangenen sechs Spielen kassierten die Niedersachen nur eine Niederlage in Meppen (0:2), bei ansonsten nur einem Sieg aber vier Unentschieden.

In der Cloppenburger Offensive steckt derzeit der Wurm: Drei Tore gelangen lediglich in den letzten acht Spielen, seit drei Spielen ist man ohne eigenen Torerfolg – mit 29 Treffern stellt man hinter der FT Braunschweig und dem VfB Oldenburg die drittschlechteste Offensive. Erfolgreichster Torschütze ist aktuell Andreas Gerdes-Wurpts mit neun Treffern, dicht gefolgt von Tim Wernke mit sieben Toren.

Die insgesamt sechs Saisonsiege teilen sich gleichermaßen auf Heim- und Auswärtsspiele auf. Zur Auswärtsbilanz kommen noch drei Unentschieden und sieben Niederlagen, in der heimischen Time Partner Arena gelangen zudem fünf Unentschieden, vier Partien gingen verloren.

Das Hinspiel war eines der insgesamt acht Unentschieden: Nach einer 2:0-Pausenführung für den BV Cloppenburg glichen Finn Thomas und Marcello Meyer kurz nach dem Seitenwechsel noch zum 2:2-Endstand aus.

Auf die Cloppenburger wartet ein durchwachsenes Restprogramm: Nach dem heutigen Gastspiel auf der Lohmühle folgt am Mittwoch zunächst das Heimspiel gegen den derzeit stark schwächelnden Nachwuchs des Hamburger SV. In den Duellen gegen die direkten Konkurrenten aus Goslar, Lüneburg und Oldenburg sind Punkte fast schon Pflicht, schließlich warten mit den Spitzenteams aus Bremen, Wolfsburg, Flensburg und Norderstedt auch noch richtige Kaliber auf die Klütz-Elf.

Die höchsten Saisonsiege feierte man daheim gegen Meppen (4:0) und Lüneburg (4:1), die höchsten Saisonniederlagen musste man hingegen in der Fremde beim SV Werder Bremen II und dem Hamburger SV II (je 0:5) sowie bei Eintracht Braunschweig II (1:4) hinnehmen.

Die Bilanz des VfB Lübeck gegen den BV Cloppenburg ist durchweg positiv. Erstmals kreuzten sich 1993 in der Aufstiegsrunde zur Oberliga Nord die Wege beider Teams. War der direkte Vergleich in den beiden Aufeinandertreffen noch ausgeglichen (0:1 in Cloppenburg, 1:0 im Rückspiel dank eines Traumtores von Jens Stelk) behielt der VfB in der Endabrechnung die Oberhand – die Rückkehr in die drittklassige Oberliga Nord war perfekt, die goldenen Zeiten (O-Ton des damaligen VfB-Trainers Ernst Menzel) inklusive des Zweitligaaufstieges zwei Jahre später brachen an. 1998 traf man sich in der Regionalliga Nord wieder, der VfB befand sich erneut im Aufstiegskampf und gewann beide Duelle mit 3:2 und 5:1, eine Saison später gar mit 4:1 und 7:1. 2012 verloren die Grünweißen in Cloppenburg mit 0:2, dass aufgrund der VfB-Insolvenz wertlose Rückspiel entschied der VfB mit dem gleichen Ergebnis für sich.

Gefällt Dir unsere journalistische Arbeit?

Dann unterstütze uns hier mit einem kleinen Beitrag. Danke.

- Anzeige -