Timmendorfer Strand – Der EHC Timmendorfer Strand hat den ersten Sieg in der neuen Oberliga-Saison eingefahren, allerdings einen Punkt unnötigerweise liegen gelassen. Die Beach Boys mussten nach einer 4:1-Führung im letzten Drittel in die Overtime und besiegten die Wedemark Scorpions schließlich mit 5:4 (0:0, 3:0, 1:4, 1:0). Das waren unter dem Strich dennoch wichtige Zähler gegen einen direkten Konkurrenten.

„Die Beach Boys sind in der Saison angekommen“ schrieb Michael Bertz von der Timmendorfer Faninitiative FIETS nach dem zweiten Drittel und bis zu diesem Punkt dürften ihm alle der 491 Zuschauer zugestimmt haben. Im ersten Drittel schenkten sich beide nichts, doch sowohl Jordi Buchholz im Timmendorfer Kasten wie auch sein Gegenüber Lukas Müller zeigten starke Leistungen, so dass es nach 20 Minuten mit einem 0:0 in die Pause ging.

Im zweiten Abschnitt übernahmen die Beach Boys das Kommando und feuerten Schuss um Schuss auf den Kasten von Lukas Müller und ließen sich auch von einer zwischenzeitlichen doppelten Unterzahl nicht beeindrucken. Und so fielen fast zwangsläufig Tore. Jared Wynia fand als erstes den Weg zum Treffer und sorgte für die Timmendorfer Führung in der 26. Minute. Jetzt lief der Beach Boys-Express, und Michal Chvostek (Foto links) sorgte mit einem Doppelschlag für ein deutliches 3:0 nach 40 Minuten. Erst verwandelte er eine Vorlage von Wynia (29.), dann nutzte er einen Pass von Moritz Meyer (31.). Es lief also alles nach Plan für Martin Williams und seine Mannschaft.

Auch vom ersten Wedemarker Treffer durch Justin Spenke (43./Überzahl) ließen sich die Beach Boys zunächst nicht beunruhigen und stellten in Person von Kenneth Schnabel den alten Abstand wieder her (50.). Doch was danach passierte, schmeckte Martin Williams hinter der Bande überhaupt nicht. Nach dem Spiel meinte er zu HL-SPORTS: „Das hat mir gar nicht gefallen, wir dürfen sie nicht ins Spiel kommen lassen. Wir führen 4:1 und schenken es dann her.“

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Vor allem die 51. Minute dürfte dem Coach nicht geschmeckt haben, denn binnen 32 Sekunden verkürzten Sebastian Pigache und Reiko Berblinger auf 3:4 aus Sicht der Scorpions. Nun war Timmendorf unter Druck, hatte aber durchaus Kontergelegenheiten. Doch als dann auch noch der Schiedsrichter eingriff und so für ein doppeltes Überzahlspiel der Scorpions sorgte, passierte das, was passieren sollte. Nach einer Strafe gegen Moritz Meyer – „Das war kein Foul.“ (Williams) – nutzte Michael Budd die sich bietende Möglichkeit zum 4:4 96 Sekunden vor dem Ende.
Es ging also in die Overtime, und dort fand Pierre Kracht dann die Lücke. Mit seinem ersten Pflichtspiel-Tor für Timmendorf sicherte er den Beach Boys den Extrapunkt.

Gemischte Gefühle hatte Trainer Martin Williams nach dem Spiel: „Wir haben einen Punkt verschenkt, das muss man klar so sagen. Auf der anderen Seite haben wir uns erneut gesteigert, haben wieder gezeigt, welches Potential wir haben und uns dafür endlich belohnt.“

Statistik
Tore: 1:0 Wynia (26.), 2:0, 3:0 Chvostek (29./31.), 3:1 Spenke (43./ÜZ), 4:1 Schnabel (50.), 4:2 Pigache (51.), 4:3 Berblinger (51.), 4:4 Budd (59.), 5:4 Kracht (62.)

Schüsse: 42 – 34
Strafen: 14 – 14 +10 Berblinger + 10 Müller
Zuschauer: 491

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