Lübeck – In unserer Reihe Ehrenamt geht es heute weiter in Moisling, mit dem Club vom Brüder-Grimm-Ring, der sicherlich schon viel bessere Zeiten erlebt hat. Inzwischen ist der ehemalige Verbandsligist bis in die Tiefen der Kreisklasse abgetaucht. Diverse Spieler und diverse Trainer haben in den letzten Jahren bei Rot-Weiß angeheuert – und Rot-Weiß über kurz oder lang doch noch den Rücken zugekehrt. Einer, ein Paradebeispiel für das Ehrenamt, ist aber immer geblieben, auch noch jetzt aktiv. Gemeint ist Bernd Schult, der anscheinend ohne seinen Verein auch nicht leben kann. Gut für Moisling, sind das doch gerade die Menschen, die jeder Verein benötigt!

Kurz überlegt….

„Ich weiß gar nicht, welche Position Bernd noch nicht bei Moisling bekleidet hat“, muss Dennis Keske, neuer Trainer ab dem Sommer und vorher mit Unterbrechung schon am Brüder-Grimm-Ring eingespannt, erst einmal kurz überlegen, um die gute Seele, dessen Wirkungsraum bei Rot-Weiß in den letzten Jahrzehnten überhaupt einigermaßen zusammen zu bekommen. „Viele Jahre war er Ligamanager, Kassenwart, Betreuer und im Vorstand vom Gesamtverein. Neben Heiner Mett und Norbert Sternberg, welche die Abteilungsleitung hier aktuell ausführen, ist er einer, der bei der Stange geblieben ist. Einer, der der Mannschaft auch nach dem Abstieg in die Kreisklasse C noch treu geblieben ist.“ Da klingt es schon fast banal, dass Schult aktuell „nur“ Betreuer der 1. Herren ist.

Bernd Schult ist oft mittendrin. Foto: sr

Auch Klartext wurde geredet…

Schult, der auch gerne einmal impulsiv seiner Gefühlslage entsprechend auftritt, darf auch gerne Zeitzeuge des „Sinkflugs“ in Moisling genannt werden. Nach dem feststehenden Gang in die Kreisliga, dem Abstieg aus der Verbandsliga Süd 2017/2018, fand er deutliche Worte, wurde nicht vom schleichenden Prozess überrascht, der sich aufgrund nicht vorhandenem Nachwuchses schon mehr als angedeutet hatte. „Wir haben durchaus versucht gute Trainer zu finden, die sich engagieren, auch nach Nachwuchs Ausschau gehalten, hatten aber letztlich keinen Erfolg. Uns fehlte ein wichtiger Kopf, ein Bindeglied. Letztlich haben wir dann ja auch unsere 2. und 3. Mannschaft verloren“, sagte Schult damals gegenüber HL-SPORTS.

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Vorfreude auf den Sommer

Über 30 Jahre ist der jetzige Betreuer nun schon „das Mädchen für alles“ beim Stadtteilclub, ist sich nie zu schade gewesen, diverse Positionen auszufüllen. Auch das derzeitige Trainer-Team um Mustafa Karagül und Mirco Schmitt profitiert davon. Auf die Zusammenarbeit freut sich nun auch Keske. „Ich hatte zu Bernd immer ein sehr gutes Verhältnis und freue mich, dass er auch jetzt bei meiner Rückkehr zur neuen Saison weiterhin dem Team der 1. Herren angehören wird. Jeder der in Moisling seinen Teil beitragen kann ist gern gesehen.“

In den letzten Jahren gab es wenig Grund zum Jubel in Moisling. Aber das kann sich ja auch ändern. Foto: sr

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