VfB Lübeck bekommt neuen Vorstand – „Uns ist es wichtig, es jetzt mitzuteilen“

Vorstände Thomas Schikorra und Andreas Popien hören auf

VfB-Vorstand Thomas Schikorra. Archivfoto: sr

Lübeck – Thomas Schikorra und Andreas Popien werden dem VfB Lübeck ab Herbst nicht mehr als Vorstände zur Verfügung stehen. „Eigentlich wollten wir bereits im vergangenen Jahr aufhören, doch dann kam Corona und alles war auf einmal ganz anders“, sagt der Vorstandsvorsitzende der Grün-Weißen bei HL-SPORTS.

Alles nebenbei

Überraschend ist der Schritt nicht, denn schon weit vor der Pandemie gaben Rechtsanwalt Schikorra und Steuerberater Popien ihr Vorhaben preis. „Der Verein und das Ganze wird immer größer und dann ist es natürlich klar, dass du Reibungsverluste hast und von drei Leuten mit zwei ehrenamtlichen unterwegs bist. Nebenbei ist es auch nochmal anstrengend das Ganze neben dem Beruf zu machen, das kann man mir glauben“, so Schikorra.

Durch dick und dünn

Er und seine Mitstreiter Popien und Geschäftsstellenleiter Florian Möller übernahmen das Ruder an der Lohmühle im Januar 2013. Der Verein war hochverschuldet und stand kurz vor der Löschung aus dem Vereinsregister. Alle drei führten den Club erfolgreich durch die Insolvenz und können sich zwei Aufstiege auf die Fahnen schreiben. Letztlich der sportliche Abstieg aus der 3. Liga wirft einen kleinen Schatten auf die Weste des Trios, doch auch hier zeigte man Größe und erklärte, dass man auch „Fehler gemacht hat“.

Neue Führung ab Herbst

„Im vergangenen Sommer wollten wir eine Veränderung im Vorstand anstreben. Das ist nicht passiert, doch nun ist klar, dass Ende Juni die Bestimmungen auslaufen. Im Herbst sind Aufsichtsratswahlen und das gewählte Gremium bestellt einen neuen Vorstand“, so Schikorra weiter. „Dann muss man schauen, was die beste Lösung für den VfB ist.“ Führungslosigkeit wird es allerdings ab dem Sommer nicht geben, denn der aktuelle Aufsichtsrat bestellt alle drei noch einmal neu – bis zum Herbst. Dann steht eine weitere Mitgliederversammlung an. Die für 2020 wird im Juni online nachgeholt und turnusmäßig wird es dann im September oder Oktober die Jahreshauptversammlung für das aktuelle Jahr geben.

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„Ich kann nicht ohne den Verein“

In Schikorras Adern fließt grün-weißes Blut und darum ist für ihn klar, dass er seinem Club auch weiterhin zur Seite steht. Er selbst dazu: „In welcher Form und Aufgabe auch immer helfe ich dem VfB natürlich weiter, wenn es gewünscht ist.“ Mit dem Wissen und der Erfahrung der vergangenen Jahre wäre es auch eine Idee Schikorra und Popien in den Aufsichtsrat zu wählen. „Das kann so sein“, wobei der Vorstandsvorsitzende des zukünftigen Regionalligisten darauf verwies, dass es inzwischen einen Fundus an Leuten gibt, die aus dem „Club der Hanseaten“ und Umfeld gibt. „Das ist kein Automatismus jetzt von einem Gremium ins andere zu wechseln. Dass ich Lust habe etwas für den VfB zu machen, in welcher Form und Position auch immer, ist doch völlig klar. Ich kann nicht ohne den Verein“, so Schikorra.

Wahlausschuss im Juni

Bei der Mitgliederversammlung am 18. Juni ist keine große Spannung geboten. Dort wird neben den Berichten zum abgelaufenen Geschäftsjahr 2019/2020 der Wahlausschuss gesucht. Der wiederum ist entscheidend für die danach folgende Jahreshauptversammlung. „Andreas und mir ist es nur wichtig gewesen, es jetzt mitteilen, dass es eine Änderung geben wird. Nun haben alle Zeit zu überlegen welche Konstellationen es geben könnte.“

Hauptamtlicher Vorstand ist das Ziel

Die Professionalisierung soll voranschreiten und dafür ist ein hauptamtlicher Vorstand in Planung. Schikorra: „Es gibt niemanden, der das blockiert. Die Frage ist nur, ob das in der Regionalliga finanzierbar ist.“ Potenzielle Nachfolger für den Vorstand gibt es nach Aussage des Vorstandes derzeit nicht. „Die Aufsichtsräte benennen die und da wir noch nicht wissen, wer dann dort dabei ist, ist jetzt noch alle völlig offen. Das ist aber auch nicht die Aufgabe des aktuellen Vorstands.“

Zeitpunkt ungünstig

Für viele Fans dürfte der Zeitpunkt der Bekanntgabe des Ausscheidens zu einer ungünstigen Zeit kommen: Abstieg, großer Umbruch, Neuanfang usw. Doch Schikorra ist es wichtig, dass die Entscheidung mit der aktuellen Situation nichts zu tun hat, wie er bereits erwähnte.

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