Timmendorfer Strand – Verlieren verboten für den EHC Timmendorfer Strand in der Eishockey Oberliga Nord. Denn am kommenden Wochenende stehen wohl zwei der wichtigsten Spiele der jüngeren Vergangenheit hat. Vor den Duellen mit den Harzer Falken am Freitag (20 Uhr) in Braunlage und am Sonntag (18 Uhr) in Timmendorf ist die Ausgangslage einfach: gewinnen die Beach Boys beide Spiele, ist der Klassenerhalt zum Greifen nah, verlieren sie beide droht der „Absturz“ auf einen Relegationsplatz. Für Pfeffer in der Partie ist also gesorgt.

Denn der Blick auf die Tabelle sagt alles: aktuell belegen die Timmendorfer mit 28 Punkten aus 31 Spielen den zwölften Tabellenplatz. Direkt dahinter folgen die Black Dragons Erfurt (27 Punkte/31 Spiele) auf Rang 13 und die Harzer Falken (24/29) auf dem ersten Relegationsplatz. Der Hamburger SV (21/31) und die Preussen aus Berlin (18/31) sind zwar etwas ins Hintertreffen geraten, abgeschrieben haben beide Clubs den direkten Klassenerhalt aber nicht. Und oberhalb der Beach Boys sind die Wedemark Scorpions (32/31) noch in greifbarer Nähe.

Vor diesem Hintergrund hatte Martin Williams, Coach des EHCT, schon vor Wochen von einem „Schlüsselwochenende“ in Sachen Klassenerhalt gesprochen. Klares Ziel: sechs Punkte sollen her, damit man noch mehr Luft nach unten hat, schon eine kleine Vorentscheidung herbeiführen kann. Auch wenn es dann noch neun Spiele bis zum Saisonende sind. Helfen soll dabei die verbesserte Defensive um die beiden Goalies Kevin Beech und Jordi Buchholz. Beech ist zur Zeit in überragender Verfassung, verhinderte zuletzt gegen Rostock mehrfach den Ausgleich und war auch beim Spitzenreiter Duisburg mit 52(!) Paraden der überragende Beach Boy auf dem Eis. Daher hat er aktuell leicht die Nase vor Buchholz, der aber vor Weihnachten zeigte, dass er ein absoluter Top-Goalie ist. „Viele Teams haben einen guten Torhüter – wir haben sogar zwei davon!“ beschreibt Trainer Martin Williams sein Luxusproblem zwischen den Pfosten.

Aber auch sonst hat die Defensive dank des neuen Kanadiers Cory Melkert an Stabilität gewonnen. Der 25-Jährige bewies in den ersten Spielen die richtige Mischung aus Körpereinsatz, Abgeklärtheit und souveränem Aufbauspiel. Vor allem aber: er gibt Kapitän Marcus Klupp dringend benötigte Verschnaufpausen, welche der 37-Jährige dankend annimmt. Nicht umsonst zeigt auch „Kluppers“ Formkurve nach oben. Dazu arbeiten die Stürmer wieder besser nach hinten, vorbildlich sind hier Patrick und Thorben Saggau genannt. Beide gaben nach wochenlangen Ausfällen ihr Comeback und fügten sich gleich so ein wie sich die Trainer, Mitspieler und Fans das Wünschen. Ihr Einsatz und ihre Leidenschaft waren beim Derby gegen Rostock mit die Garanten dafür, dass Piranhas-Topscorer Petr Sulcik kaum einen Stich sah.
Ob Williams personell aus dem Vollen schöpfen kann, steht noch nicht fest. Ausfallen werden weiter Christian Herrmann und Victor Engert, Fragezeichen stehen hinter Marco Meyer und Klupp. Der Kapitän war zu Anfang der Woche erkrankt, soll aber heute wohl ins Training einsteigen. Meyers Rückenverletzung soll nicht so schlimm sein, ob es allerdings für das Wochenende reicht, steht noch nicht fest.

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Bei den Harzer Falken ist zumindest ergebnistechnisch der Wurm drin. Nur zwei Siege gab es in den letzten neun Partien, allerdings hatte man fast nur die Creme de la Creme der Liga zu Gast oder ist dorthin gereist. Und die Siege gab es zu Hause gegen direkte Konkurrenten. Vor allem die nominell erste Reihe um die Kanadier Kevin Undershute und Brennan Bosch sowie die ehemaligen Kasseler Tobias Schwab und Alexander Engel drücken dem Spiel des ECH ihren Stempel auf. Größtes Manko bei den Falken sind die vielen Strafzeiten. Satte 684 Minuten sammelte das Team von Bernd Wohlmann in der Kühlbox, nur die Tilburg Trappers kommen auf noch mehr. Und beim letzten Spiel in den Niederlanden brachen die Unterzahlspiele den Falken das Genick. Dies könnte also der Ansatzpunkt für die Beach Boys sein, die allerdings in den letzten Wochen auch keine Kinder von Traurigkeit waren und sich in der Strafzeitenrangliste „vorgearbeitet haben“.

„Ich kann Braunlage ganz schwer einschätzen“, sagt Williams über den Wochenend-Gegner: „Vom Papier her hab ich sie eigentlich unter den ersten Acht erwartet, daher wundert mich das schon, wie sie jetzt stehen. Und sie sind auch so eine Wundertüte, gewinnen gegen Halle und die Indians, um dann bei einem „Kleinen“ zu verlieren.“ Ein schweres Spiel wird es am Wurmberg auf jeden Fall werden.

Es werden zwei Duelle auf Augenhöhe erwartet und die Beach Boys wissen, worum es geht. Das „12-Punkte-Wochenende“ wollen sie erfolgreich bestreiten wie Williams betont: „Wir wollen sechs Punkte und uns etwas absetzen.“ Dabei hofft der Timmendorfer Trainer vor allem am Sonntag auf die Unterstützung der Fans, denn die braucht seine Mannschaft: „Die Fans können unser sechster Mann sein!“

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