Hamburg Sea Devils sorgen für Novum

Helm der Sea Devils. Foto: Lobeca

Hamburg – Die Hamburg Sea Devils feilen für die kommende Saison weiter an ihrem Team. Am 5. Juni starten die „Seeteufel“ mit einem Heimspiel gegen Berlin Thunder in die zweite Saison der European League of Football (ELF).

Erste deutsche Trainerin der European League of Football

Unterstützung für die Defensive Backs! Die Hamburg Sea Devils verpflichten Karin Tries als Assistant Defensive Backs Coach für die kommende Saison der European League of Football. Damit ist die 24-Jährige geborene Aachenerin die erste Trainerin eines deutschen Franchises in der besten europäischen American Football Liga. Die Wahlhamburgerin wird Defensive Backs Coach Kenneth Flanders bei der Arbeit in der Passverteidigung unterstützen und damit ihre eigene Spielerfahrung mit in das Coaching einfließen lassen.

Tries und die Hamburg Sea Devils freuen sich auf eine erfolgreiche Zusammenarbeit, die einen Meilenstein in der European League of Football bedeutet. „Wie viele Frauen spielen Football in Deutschland? Wie viele Trainerinnen sind im höherklassigen Football unterwegs? Ich möchte nicht, dass der Frauenfootball und Frauen im Footballsport allgemein weiter ignoriert werden. Daher bin ich sehr dankbar, dass ich die Chance habe, mich bei den Hamburg Sea Devils weiterzuentwickeln und schätze den Respekt, der mir bei den ersten Trainingseinheiten von den Trainern sowie Spielern entgegengebracht wurde. Ich hoffe, dass viele Highlights auf mich zukommen.“

Seit 2016 ist Tries im American Football bei den Hamburg Pioneers als Spielerin aktiv, konnte sich 2017 mit den „Amazons“ als Defensive Back die norddeutsche Meisterschaft, 2018 die Deutsche Flag-Meisterschaft mit den „Snappers“ sichern. Zuvor war sie von klein auf in mehreren weiteren Sportarten aktiv. Im Football fand sie ihre bislang beste und größte Aufgabe.

„Karin Tries ist ein weiteres gutes Beispiel für den Hamburger Football, der seit Jahren sowohl große Spieler als auch Trainertalente hervorbringt und zudem sehr viel Potenzial besitzt. Wir sind stolz, mit ihr die erste deutsche Trainerin der Liga zu stellen und freuen uns auf eine erfolgreiche Zusammenarbeit“, erklärt Max Paatz, General Manager, optimistisch.

Karin Tries (Assistant Defensive Backs Coach Hamburg Sea Devils). Foto: HHSD

Bundespolizist macht den Weg frei

Zurück in neuer Rolle! Jeremy Sarfo wird den Hamburg Sea Devils in der kommenden Saison der European League of Football als Fullback zur Verfügung stehen. Der 27-jährige Hamburger war bereits in der Vergangenheit als Fullback aktiv, fand sich zuletzt jedoch auf der defensiven Seite wieder. Mit 96 kg und 1,81 m und einer sehr physischen Spielweise bringt Sarfo die optimalen Voraussetzungen mit, um in der besten europäischen Liga als Fullback durchzustarten.

Für den angehenden Bundespolizisten bringt die neue Position eine Chance. „Für mich ist die Position des Fullbacks eine neue Herausforderung. Ich bringe eine Menge Football-Aggressivität mit in die Offensive. Durch den Blick des direkten Gegenspielers, des Linebackers, hat mich diese Position immer schon gereizt“, spricht Sarfo über seine neue Aufgabe und bleibt nach 17 Tackles und zwei Tackles for Loss in der vergangenen Saison gewohnt angriffslustig: „Wir sind knapp gescheitert. Ich und mein gesamtes Team haben ein gemeinsames Ziel: Wir wollen den Titel holen!“

Auch der neue Offensive Coordinator Kirk Heidelberg ist guter Dinge. „Ich freue mich, Jerry in der Offensive zu sehen und zu beobachten, was er für uns alles tun kann. Er hat vorher Linebacker und Defensive End gespielt, daher besitzt er eine notwendige Aggressivität in seinem Spiel. Wenn wir bald in den Kontakt gehen, werden wir hoffentlich viel Freude an ihm haben“, erklärt Offensive Coordinator Kirk Heidelberg über seinen neuen Schützling.

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Jeremy Sarfo (Hamburg Sea Devils). Foto: Lobeca/Marcus Kaben

Zurück am alten Wirkungsort Hamburg

Back home! Die Hamburg Sea Devils sichern sich die Dienste von Offensive Lineman Shalom Baafi. In Hamburg geboren, konnte sich der mittlerweile 22-Jährige schnell einen Namen machen. Von den Hamburg Blue Devils ging es an die St. Aquinas Highschool, wo er zunächst mit Quarterback Salieu Ceesay einige Schulrekorde aufstellen konnte. Während es Salieu Ceesay an die Azusa Pacific University zog, schloss sich der 1,97 Meter große Hüne dem New Mexico Military Institute an, um dort seine Junior-College-Zeit zu verbringen. 2021 ging es dann zurück nach Deutschland, wo er sich den Leipzig Kings anschloss und dort gegen die Hamburg Sea Devils auf dem Feld stand. Jetzt kehrt Baafi zurück nach Hamburg.

Der Offensive Liner freut sich auf die Herausforderung in seiner Geburtsstadt. „Ich wollte wieder meine eigene Stadt repräsentieren. Die Sea Devils sind eine tolle Organisation und ich kann es kaum abwarten, mit den Sea Devils so bald wie möglich eine Championship zu gewinnen“, zeigt sich Baafi gewohnt optimistisch.

Als Offensive Line-Spezialist blickt auch Offensive Coordinator Kirk Heidelberg positiv auf diese Verpflichtung. „Ich freue mich sehr darüber, Shalom bei uns an Bord zu haben. Während ich die Cologne Centurions gecoacht habe, habe ich ihn gegen uns spielen sehen. Als Offensive Line Coach schaut man sich auch gerne die anderen Lines an. Er hat eine natürliche Stärke und Geschwindigkeit in seinem Spiel und genau das suchen wir“, erklärt Heidelberg zum Neuzugang aus Leipzig.

Ambroise Mati (Hamburg Sea Devils, Defense). Foto: Lobeca/Roberto Seidel

Unter dem Radar an die Spitze

Zudem sichern sich die „Seeteufel“ die Dienste von Linebacker Ambroise Mati für ein weiteres Jahr. Der 22-Jährige ist eines der besten deutschen Linebacker-Talente und zeigte das in der vergangenen Saison der European League of Football in elf Saisonspielen. Mit 50 Tackles, sieben Tackles for Loss, einem Sack, einer Interception, zwei Passverteidigungen, einem Forced Fumble und zwei Fumbles recovered war er zudem einer der stärksten sowie dominantesten Athleten der Liga.
So flog der 1,83 Meter große und 93 Kilogramm schwere Vollblut-Athlet von Sideline zu Sideline und räumte alles ab, was ihm in die Quere kam. Darauf will der in Lübeck geborene Mati aufbauen. „Mein Ziel ist es, jedes Jahr besser zu werden und der Mannschaft zu helfen. Nach der vergangenen Saison wollen wir auf jeden Fall den Titel nach Hamburg holen“, erklärt Mati zur Vertragsunterzeichnung.
Dabei führte sein Weg über die Cougars und Huskies zu den Hamburg Sea Devils. Immer unter dem Radar sorgte Mati bereits im ersten Spiel der vergangenen Saison gegen die Frankfurt Galaxy für einen Fumble Recovery Touchdown.
„Ich bin überglücklich, dass Ambro wieder da ist. Dieser Typ ist ein stiller Assassine. Er ist ein Mann der wenigen Worte, aber spielt mit einer der besten Einstellungen, die ich je erlebt habe. Ambro hat einen hohen Stellenwert in unserer Verteidigung und deswegen haben wir uns dazu entschieden, den Vertrag zu verlängern. Er ist auf dem besten Weg, als einer der besten Linebacker der Liga angesehen zu werden. Ich bin gespannt, was das zweite Jahr für ihn bringt“, ist Defensive Coordinator Kendral Ellison, der selbst jahrelang als Linebacker aktiv war, von Mati überzeugt.

Lukas Rehder (Hamburg Sea Devils). Foto: Lobeca/Roberto Seidel

Eine Familie aus Nationalspielern!

Sport liegt in der Familie! Lukas Rehder verlängert ebenfalls. Der 25-jährige Receiver ist in Hamburg geboren und startete 2014 bei den Junior Devils seine Football-Karriere. Von dort ging es für drei Jahre an die Ostsee zu den Baltic Hurricanes, bei denen er sich 2019 den „Offensive MVP“-Titel sichern konnte. In der vergangenen Saison zeichnete sich Rehder vor allem in der zweiten Saisonhälfte in 1-gegen-1-Situationen aus.

Der ausgebildete Social Advertising Manager bewies sich früh in der deutschen Jugend-Nationalmannschaft und folgte so den Spuren seines Großvaters Gerd Rehder, ehemaliger deutscher Basketballnationalspieler beim Eimsbütteler TV, und seines Vaters Dirk Rehder, ebenfalls Jugendnationalspieler im Basketball. Fußstapfen, die Rehder definitiv ausfüllen kann.

Der 1,92 Meter große und 96 kg schwere Receiver baut vor allem auf sein Team. „Gemeinsam mit den besten Spielern aus Hamburg zusammen auf dem Feld zu stehen, war schon letztes Jahr ein Erlebnis und als Hamburger gibt es keine andere Wahl für mich. Ich bin mir sicher, dass wir als Team noch weiter wachsen. Das Finale in Düsseldorf hat uns alle noch enger zusammengeschweißt und ich denke, dass sich das dieses Jahr bemerkbar machen wird. Wir haben Hamburg wieder auf die Karte gebracht – jetzt wird es Zeit für die Championship“, resümiert Rehder optimistisch und ergänzt zu seinen Zielen: „Ich will persönlich noch über mich hinauswachsen, noch besser werden, aber vor allem auch mein Wissen an die jüngeren Spieler im Team weitergeben. Competition ist in unserem Sport auf diesem Niveau einfach unerlässlich und ich freue mich schon auf das Team-Training!“

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