Lübeck – Beim VfB Lübeck wird hart durchgegriffen. Laut Informationen der Bild-Zeitung wurden 17 bundesweite Stadionverbote gegen Fans des Regionalligisten im Zusammenhang mit den Ausschreitungen beim Testspiel im holländischen Landgraaf gegen Alemannia Aachen (HL-SPORTS berichtete) auf den Weg gebracht. Vorstandsmitglied Florian Möller sagte bei HL-SPORTS dazu: „Vorkommnisse bei Auswärtsspielen berechtigen uns nicht bundesweite Stadionverbote auszusprechen. Dafür ist der Heimverein zuständig. Im Zusammenhang mit dem Aachen-Spiel ist uns nicht in diese Richtung bekannt.“ Die betreffenden Personen haben Post von der Polizei erhalten und dürfen sich dazu äußern. Dafür sollen die Lübecker diverse Hausverbote ausgesprochen haben.

Der NDR kam heute zu einem weiteren Ergebnis. 121 Personen aus dem Fan-Umfeld des VfB sind in einer Datei der Landesregierung unter dem Namen „Verfahren Fußball SH“ erfasst. Dabei sollen „neben Namen, Geburtsdatum oder Staatsangehörigkeit auch bekannte Aufenthaltsorte und Treffpunkte, Reisewege, Telefondaten und benutzte Verkehrsmittel gespeichert werden“. Vorstandsprecher Thomas Schikorra dazu gegenüber dem Sender: „Wenn man eine solch weitgehende Speicherung von persönlichen Daten vornimmt, bedarf es einer klaren Rechtsgrundlage. Ich habe schon häufiger den Eindruck gehabt, dass versucht wird, unbedingt auf Schleswig-Holstein zu übertragen, was andere Bundesländer für richtig halten, obwohl Schleswig-Holstein auf der Fußball-Landkarte leider kaum eine Bedeutung hat.“
Datenschützer laufen Sturm gegen diese Datei, in der sich auch 128 Anhänger von Drittligist Holstein Kiel befinden sollen.

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Es läuft aber nicht nur auf den Rängen etwas schief sondern auch auf dem Platz. Der Vorstand verhängte einen „Maulkorb“ für die Spieler des Tabellenneunten. Nur Kapitän Moritz Marheineke darf reden.
Die Leistungen in den jeweiligen 90 Minuten der vergangenen Partien ließen ihnen anscheinend keine andere Wahl. Sportvorstand Wolf Müller gegenüber HL-SPORTS: „Wir möchten den Fokus der Jungs auf das Wesentliche, nämlich das Sportliche lenken.“ Die Pfiffe beim torlosen Heimspiel gegen den Lüneburger SK gaben den Verantwortlichen vermutlich den Rest. Die Grün-Weißen dümpeln aktuell bei 1.237 Fans – weit entfernt von den kalkulierten 1.800 Zuschauern. 

Am Samstag ist der VfB beim Goslarer SC zu Gast. Dort hofft man auf den ersten Sieg des Jahres.

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