Regionalliga Nord. Foto: objectivo

Lübeck – Gleich vier der neun Partien des 25. Spieltags werden unter Flutlicht ausgetragen. Ein Licht aufgehen dürfte in dieser Runde aber noch deutlich mehr Mannschaften. Nicht wenige Duelle könnten ja mit einer Weichenstellung verbunden sein. Es geht um die Frage, in welche Richtung man sich in den kommenden Wochen orientieren wird.

Holstein Kiel II – VfB Lübeck (Fr., 18.30 Uhr)

Zum Jahresauftakt war den kleinen Störchen ein 2:1 über den BSV Rehden gelungen, ehe ein 0:4 gegen Teutonia 05 eine acht Spiele währende Positivserie beendete. Da konnte man in Kiel mit dem jüngsten 0:0 gegen Weiche schon wieder viel besser leben. „Die Mannschaft hat eine Reaktion gezeigt“, meinte Sebastian Gunkel. Der Trainer war deshalb „mit dem Ergebnis nicht zufrieden, mit der Leistung hingegen schon“. Ob nun ausgerechnet gegen den Spitzenreiter der zweite Sieg in 2023 gelingen wird, erscheint gleichwohl fraglich. Der VfB ist nach dem 1:1 bei 96 II und einem 2:1-Heimerfolg gegen den VfV06 aus Hildesheim schließlich noch ungeschlagen, stellte also auch in diesem Jahr seine Formstärke unter Beweis. Aber etwas Besonderes wird das Landesderby auf jeden Fall für den Kieler Nachwuchs: Die Partie findet im großen Holstein-Stadion statt.

Kickers Emden – Hamburger SV II (Fr., 19 Uhr)

Das 0:0 gegen Eintracht Norderstedt war bereits das dritte Unentschieden in Folge. Die Kickers sind seit drei Spielen ungeschlagen und blicken damit zweifellos auf die beste Serie dieser Saison zurück. Allerdings: Wirklich weiter halfen die Punkteteilungen dem Schlusslicht im Bemühen um den Anschluss an die Konkurrenz nicht. Noch immer werden die Emder durch neun Punkte vom 18. getrennt und gleich 14 Zähler fehlen auf einen regulären Nichtabstiegsplatz. Und nun kommt mit dem HSV II auch noch der seit vier Spielen siegreiche Tabellenzweite. Nachdem er beim 3:2 über Norderstedt am 4. Februar allerdings erst eine Partie in 2023 bestreiten konnte, fehlt dem Gast aber womöglich ein bisschen Praxis. Eine Chance für die Kickers?

SpVgg Drochtersen/Assel – Blau-Weiß Lohne (Fr., 19.30 Uhr)

Auch der Gastgeber litt zuletzt unter Untätigkeit: Das bislang einzige Spiel, der 5:2-Erfolg gegen St. Pauli II, datiert vom 5. Februar. Dabei gelang D/A allerdings ein klarer Heimsieg gegen jenes Team, das BWL zuletzt einen Punkt abnahm. Der Gast ist nach dem 3:3 gegen den Kiezklub denn auch noch sieglos, hatte er zuvor doch mit 1:3 beim SVW II in Bremen verloren. Neutrainer Uwe Möhrle wartet also noch auf ein erstes Erfolgserlebnis mit dem 13. der Regionalliga. Beim aktuell besten Aufsteiger wird man wissen: Die 28 Punkte stehen für eine sehr ordentliche Saison. Sie dürften aber keineswegs reichen, um allen Sorgen aus dem Weg zu gehen. Im Kehdinger Stadion sollte also ein recht motivierter Gast antreten.

Hannover 96 II – SSV Jeddeloh (Fr., 19.30 Uhr)

Das 0:3 im Derby gegen den TSV Havelse mochte so gar nicht passen zum 1:1 gegen den VfB Lübeck zum Jahresauftakt. Nachdem der 96-Nachwuchs die erste Halbzeit gegen den Nachbarn weitgehend verschlafen hatte, blieb die Aufholjagd nach der Pause ohne Erfolg. Nun wird natürlich eine von Anfang an konzentrierte Leistung vom Gastgeber erwartet. Vom Gast allerdings auch: Beim SSV mündete der schwache Auftritt beim 0:2 gegen den Bremer SV im siebten sieglosen Spiel in Folge. Die einst so starken Jeddeloher befinden sich damit zumindest in einer Ergebnis-Krise. Dass man beim Tabellensechsten aber nach wie vor in Ruhe arbeitet, unterstreicht eine Personalie: Der Verein strebt gerade die Verlängerung mit Trainer Björn Lindemann an und es sieht dem Vernehmen nach sehr gut aus.

SV Werder Bremen II – Teutonia 05 Ottensen (Sa., 14 Uhr)

Natürlich war man in Bremen zufrieden mit dem Sieg bei Atlas, markierten die drei Punkte aus dem Derby doch bereits den zweiten Erfolg in Folge. Allerdings gab das wilde 6:5 in Delmenhorst auch Anlass zur Kritik. „Wenn du in einem Spiel fünf Gegentore bekommst, sind es einfach zu viele. Wir haben uns individuell bei den Toren nicht gut verhalten. Da müssen wir einfach cleverer agieren und wacher sein“, meinte Werder-Coach Konrad Fünfstück. Er erwartet nun natürlich eine deutliche Steigerung im Defensivverhalten. Sie dürfte auch notwendig sein, reist der Gast nach fünf Siegen in Folge doch recht selbstbewusst nach Bremen. Die einst so enttäuschende Teutonia stellt längst ein Topteam der Liga und auch intern scheint es zu stimmen: Unlängst entschied sich Trainer David Bergner gegen ein Angebot von Drittligisten Hallescher FC, um seine Arbeit bei der Teutonia fortzusetzen.

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Phönix Lübeck – SC Weiche Flensburg (So., 14 Uhr)

Sieg und Niederlage zu Beginn: Einem überzeugenden 2:1 beim SVW II schloss sich zuletzt ein 1:2 gegen die Teutonia an. Die Ergebnisse passen zum Tabellenplatz. Als Zehnter bewegt sich Phönix im Mittelfeld der Liga, nur zwei Plätze und einen Punkt hinter dem SC Weiche. In gewisser Weise ist das Landesderby also richtungsweisend. Wer in diesem Spiel drei Punkte gewinnt, darf sich in den kommenden Wochen nach oben orientieren. Das gilt auch für ein Flensburger Team, das nach den beiden Unentschieden gegen den VfV06 (1:1) und Holstein II (0:0) noch auf den ersten Sieg unter Neutrainer Benjamin Eta wartet. „Am Ende können beide Mannschaften mit dem Ergebnis leben. Wir wollen jetzt unbedingt den ersten Dreier des Jahres bei Phönix Lübeck landen“, meinte Weiches Geschäftsführer Christian Jürgensen nach dem jüngsten Remis.

FC St. Pauli II – Atlas Delmenhorst (So., 14 Uhr)

Ein 2:5 in Drochtersen sowie ein 3:3 gegen Lohne – immerhin sprang ein Punkt in den ersten beiden Partien des Jahres heraus für St. Pauli. Aber das reicht eigentlich nicht angesichts der prekären Situation des Vorletzten. Zumal die Hamburger in Lohne dreimal in Führung lagen. „Wir hätten das Spiel für uns entscheiden können und haben heute zwei Punkte liegengelassen“, meinte Trainer Elard Ostermann denn auch enttäuscht. Aber seinem Kollegen Key Riebau ging es nicht viel besser: Atlas erzielte fünf Tore im eigenen Stadion und verließ beim 5:6 gegen den SV Werder II trotzdem als Verlierer den Platz. Das Ziel für das Spiel bei St. Pauli lautet nun: Moral und Torgefahr erhalten, aber ungleich sicherer in der Defensive stehen.

VfV Borussia 06 Hildesheim – TSV Havelse (So., 15 Uhr)

Viel gab es noch nicht zu holen in diesem Jahr: Einem 1:1 gegen Weiche schloss sich zuletzt ein 1:2 gegen den VfB Lübeck an. Allerdings: Gerade bei der knappen Niederlage gegen den Spitzenreiter zeigte der VfV eine ansprechende Leistung. Nun möchte der 15. natürlich im Derby punkten, um sich auch in der Tabelle von den Kellerkindern abzusetzen. Seinem Gegner ist dies bereits gelungen. Der TSV feierte angesichts eines 4:0 beim BSV und des 3:0 über 96 II zwei überzeugende Siege in diesem Jahr – und schlich sich auf diese Weise am VfV vorbei auf den zwölften Platz der Liga. Die Gäste haben es also vorgemacht, dürften aber auch recht stark in Hildesheim auftreten. Zu stark für den Gastgeber?

Bremer SV – Eintracht Norderstedt (So., 15 Uhr)

Es geht doch. Als „tolle Reaktion“ bezeichnete BSV-Trainer Torsten Gütschow den 2:0-Erfolg beim SSV Jeddeloh – dem ja eine enttäuschende 0:4-Niederlage zum Auftakt gegen Havelse vorausgegangen war. Die Bremer sind also wieder in die Erfolgsspur zurückgekehrt, vor allem dank einer Steigerung hinsichtlich Einsatzfreude und Leidenschaft. So soll es weitergehen und so muss es wohl auch weitergehen. Denn in der Eintracht aus Norderstedt kommt ein Team, das seine Klasse bereits unter Beweis gestellt hat, sich aktuell aber in der Bringschuld befindet. Angesichts eines 0:0 gegen Werder II, einer 2:3-Niederlage gegen den HSV II und eines 0:0 gegen Schlusslicht Emden wartet der Gast noch auf den ersten Sieg im neuen Jahr. „Wir haben ein erwartetes Spiel gesehen, das in die Serie der letzten Woche passt“, meinte Eintracht-Coach Olufemi Smith nach dem torlosen Remis gegen die Kickers. Ihm fehlten „die Frische und Wachheit im Kopf“ und so habe das Team nie die eigene Qualität umsetzen können. Smith: „Da müssen wir die richtigen Schlüsse ziehen und schnellstmöglich den Hebel umlegen. Dann bin ich auch überzeugt, dass wir in Bremen unser gewohntes Gesicht dieser Saison präsentieren und ein ordentliches Spiel abliefern werden.“

Spielfrei: BSV SW Rehden

Die Tabelle

1.VfB Lübeck2351 : 1751
2.Hamburger SV II2254 : 3244
3.Hannover 96 II2248 : 3439
4.SV Drochtersen/​Assel2139 : 2833
5.SV Werder Bremen II2242 : 4033
6.SSV Jeddeloh2340 : 4133
7.FC Eintracht Norderstedt2237 : 3032
8.SC Weiche Flensburg2236 : 3332
9.FC Teutonia 05 Ottensen2137 : 3532
10.1. FC Phönix Lübeck2233 : 3331
11.Holstein Kiel II2338 : 3429
12.TSV Havelse2337 : 3328
13.TuS BW Lohne2244 : 4228
14.SV Atlas Delmenhorst2238 : 4626
15.VfV Borussia 06 Hildesheim2128 : 3324
16.BSV SW Rehden2125 : 3124
17.Bremer SV2332 : 4524
18.FC St. Pauli II2231 : 5219
19.BSV Kickers Emden2318 : 6910
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