Derbytime auf Marli: TuS Lübeck empfängt Travemünde,
FCD II mit Interimstrainer, Moisling will gemeinsam aus der sportlichen Misere kommen, der VfB II den zweiten Dreier einfahren.

Lübeck – Und weiter geht es mit Fußball am Wochenende in der Verbandsliga. Am Samstag empfangen dabei die Lohmühlenkicker den Breitenfelder SV, während es den
FC Dornbreite II zeitgleich zum vom Spielertrainer Ronny Tetzlaff gecoachten Sereetzer SV verschlägt. Auch Sonntag wird natürlich gekickt. Während Rot-Weiß Moisling keinen geringeren wie den „Ligaüberflieger“ TSV Pansdorf in heimischen Gefilden erwartet, dürfen sich die Anhänger des Lübecker Fußballs auf das Stadtderby zwischen dem TuS 1893 und dem TSV Travemünde freuen. Allesamt reizvolle Partien, bei den sich unsere fünf lübschen Vertreter sicherlich über einen regen Zulauf an Zuschauern und Fußballbegeisterten freuen würden. Also: Auf geht’s ….  

VfB Lübeck II – Breitenfelder SV (Samstag 16 Uhr an der Lohmühle)

Nachdem der Nachwuchs von der Lohmühle zuvor in  drei Begegnungen (ein Sieg, zwei Remis) ungeschlagen geblieben war, mussten die Lübecker zuletzt eine klare 4:1-Niederlage beim Tabellenführer in Pansdorf hinnehmen. Doch das Kapitel scheint abgehakt. Mit neuem Schwung will das Team von Trainer Serkan Rinal am Samstag gegen den Breitenfelder SV (drei Siege, ein Remis, drei Pleiten/10 Punkte/10:13 Tore/9. Rang) eine neue Serie starten, sinnt auf Wiedergutmachung. „Leider fehlte es zuletzt am Willen und Ehrgeiz gegen Pansdorf. Nach ordentlichen fünfzehn Minuten haben wir uns dort leider vorführen lassen“, weiß Serkan Rinal. Am Samstag gegen Breitenfelde erwartet der VfB-Coach deshalb einen ganz anderen Auftritt seiner Jungs, gegen einen für den 35-Jährigen schwer einzuschätzenden Kontrahenten. „Die ersten Spieltage haben gezeigt, dass eigentlich jeder jeden bezwingen kann. Breitenfelde war am letzten Spieltag gegen Sereetz für mich eigentlich Favorit – und hat doch verloren. Doch davon werden wir uns nicht blenden lassen. Wir schauen nur auf uns, müssen es schaffen auch einmal konstant über 70-80 Minuten einhundert Prozent und mehr zu geben. Danach wird man sehen, was dabei heraus kommt“, so der Trainer der U 23 des VfB Lübeck.

Sereetzer SV – FC Dornbreite (Samstag 16 Uhr auf dem Sportplatz an der Berliner Straße)

Mit viel Selbstvertrauen reist die Reserve des FC Dornbreite am Samstag nach Sereetz. Zuletzt gelang dem Aufsteiger, nach einem 0:1-Pausenrückstand, noch die Kehrtwende zum Guten, siegten die Kicker vom Steinrader Damm gegen den Büchen-Siebeneichener SV auf eigenem Platz mit 2:1 (Özkaya und Leischner netzten ein). Für ein kleines Störfeuer hingegen könnte die am Montag bekannt gewordene Entlassung von Wolfgang Husmann (die Chemie soll nicht mehr gestimmt haben zwischen dem Trainer und seiner Mannschaft) sorgen. Zunächst übernimmt nun André Venzke den Posten als Interimstrainer. Doch egal, wer an der Linie steht, oder das Sagen hat, der FCD II ist gut beraten die Aufgabe gegen die Ostholsteiner nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. Denn auch der SSV (zwei Dreier, fünf Niederlagen/6 Punkte/5:15 Tore/15. Tabellenplatz) konnte am letzten Spieltag auf sich aufmerksam machen, fuhr nach langer Durststrecke durch einen Doppelpack von Spielertrainer Ronny Tetzlaff mit dem 2:0 in Breitenfelde den zweiten Dreier der Saison ein. Das wird also sicherlich kein Selbstgänger…

Rot-Weiß Moisling – TSV Pansdorf (Sonntag 15 Uhr am Brüder-Grimm-Ring)

Anzeige
AOK

Bemerkenswert: Während anderorts erste Trainerköpfe rollten, bewahren die Rot-Weißen Ruhe. Am Montag trafen sich Spieler, Trainer und Verantwortliche am Vereinsgelände, tauschten sich aus und arbeiteten die ersten Wochen in illusterer Runde auf. Das Ergebnis: Alle wollen gemeinsam den Karren aus dem Dreck ziehen, der Trainer steht nicht zur Disposition! Schön. Doch trotzdem muss sich natürlich einiges ändern, vor allem endlich den Widrigkeiten getrotzt werden – sowie in der abgelaufenen Spielzeit. Dort steckte Moisling weitestgehend immer wieder personelle Engpässe weg, punktete trotzdem und avancierte vor allem am Brüder-Grimm-Ring zu einer echten Macht. Viel übrig geblieben von den damaligen Lorbeeren ist aktuell zwar nichts, nur einen mageren Punkt aus sieben Spielen konnten die Lübecker einsammeln, doch irgendwann muss es ja bergauf gehen. Was gibt es da schöneres, wie die nun anstehende Begegnung gegen Pansdorf? Dort lauert ein Kontrahent, der derzeit die Süd-Ost-Staffel verzückt, mit der optimalen Ausbeute von 21 Punkten einsam an der Tabellenspitze thront. Der Auftrag ist deshalb klar: Liebe Moislinger, geht einfach am Sonntag auf den Platz, spielt unbekümmert auf. Die Favoritenrolle hat eindeutig der Gast aus Ostholstein inne, zu verlieren habt ihr sicherlich nichts. Vielleicht könnt ihr ja gerade deshalb den Bock nun umstoßen – und punkten. HL-SPORTS jedenfalls drückt euch kräftig die Daumen.  

So sieht das auch RWM-Coach Norbert Laszig, der auf die Rückkehr in den Kader von Christopher Strunck, Christian Repky und Marc Bornemann hofft, vor dem Anpfiff am Sonntag: „ Das wäre natürlich eminent wichtig für alle, wenn gerade die drei Säulen wieder dabei sein könnten. Doch auch wenn das geschehen sollte, sind wir sicherlich nur Außenseiter, haben eigentlich nicht viel zu verlieren. Der TSV ist jedenfalls nicht unbedingt eine der Mannschaften, gegen die wir in der jetzigen Situation unbedingt Punkte holen müssen. Beim darauf folgenden Match gegen den VfB Lübeck II ist das sicherlich eher der Fall, denn die Grün-Weißen sind noch nicht ganz so weit entfernt von uns in der Tabelle.“   

TuS Lübeck – TSV Travemünde (Sonntag 15 Uhr im Marlistadion)

Richtig zur Sache gehen wird es wohl auch am Sonntag im Marlistadion. Im Lübecker-Stadtderby messen sich fußballerisch mit dem Turn- und Sportverein von 1893 (vier Siege, zwei Remis, eine Niederlage/14 Punkte/10:5 Treffer/4. Rang) und dem TSV Travemünde (vier Erfolge, drei Pleiten/12 Punkte/18:16 Tore/6. Tabellenplatz) die beiden derzeit am erfolgreichsten und bestplatziertesten Mannschaften aus der Hansestadt. Allerdings gehen beide Clubs mit unterschiedlichen Erlebnissen in das Match. Während sich die „Monte-Kicker“ am vergangenen Wochenende mit angezogener Handbremse und viel Luft nach oben locker und leicht ihrer Pflichtaufgabe gegen Mölln (4:1) am Rugwisch entledigten, mussten das Chalha-Team, trotz doppelten Erfolgserlebnis von Marcel Stellbrinck (dadurch schraubte der Stürmer sein Torkonto auf nun 7 Saisontreffer) und zweimaliger Führung, mit dem 4:2 in Oldenburg die erste Niederlage im siebten Spiel schlucken. Eine, über die sich Trainer Ali Chalha nach dem Abpfiff noch stundenlang grün und blau ärgerte. Doch das ist alles Schnee von gestern – der Blick der Trainer ist längst auf das Spiel am Sonntag (15 Uhr) gerichtet, wie beide im Gespräch mit HL-SPORTS durchblicken ließen.

TuS-Trainer Ali Chalha: „ Wir wissen, das das schwer wird, haben Respekt vor dem TSV. Doch den bringen wir auch allen anderen Kontrahenten entgegen. Ich habe alle Spieler an Bord, auch Marcel Skordos (fehlte zuletzt aus beruflichen Gründen) ist wieder dabei. Wir sind trotz der Niederlage gegen Oldenburg gut drauf, stehen vor allem defensiv recht stabil. Wenn es uns jetzt auch noch gelingt vorne kaltschnäuziger zu werden, unsere vielen Möglichkeiten auch mal zu nutzen, haben wir gut Chancen auf den nächsten Dreier im Marlistadion.“

TSV-Coach Sven Sercander: „Wir sind nach anfänglichen Schwierigkeiten inzwischen auf einem guten Weg, durchaus im Soll. Trotz der zwei Dreier in Folge ist der TuS Lübeck, der sich gut verstärkt hat,  aber für mich favorisiert im Derby. Mit Andi Gronau hoffe ich eine weitere Alternative zurückzubekommen. Leider nicht im Marlistadion mithelfen kann Jan Niklas Beckmann, der die komplette Hinrunde aufgrund seiner beruflichen Situation (Anmerkung der Redaktion: Der TSV-Youngster ist bei der Bundeswehr, verweilt für vier  Monate auf „hoher See“) nicht zur Verfügung stehen wird.“

Gefällt Dir unsere journalistische Arbeit?

Dann unterstütze uns hier mit einem kleinen Beitrag. Danke.

- Anzeige -