Hansa Rostock und HSV finden keine Lösungen zum Dreier

2:2-Unentschieden, weil Glatzel Hamburg rettet – FCH verpasst Befreiungsschlag

Robert Glatzel (Hamburger SV). Foto: Lobeca/Felix Schlikis

Rostock – Der erhoffte Turnaround beim Hamburger SV ist nach dem Trainer-Rauswurf am Sonnabend in der 2. Bundesliga ausgeblieben. Beim Tabellenvorletzten F.C. Hansa Rostock reicht es nur zu einem 2:2 (1:0)-Unentschieden für die Rothosen. Robert Glatzel rettete mit seinem Treffer in der Schlussphase das Debüt von Interimscoach Merlin Polzin. Der Rückstand auf die direkten Aufstiegsplätze beträgt nun vier Punkte, weil Holstein Kiel in Paderborn gewann.

Die 1. Halbzeit: Blau-Weißer Rauch auf Rädern und HSV-Führung

Polzin setzte im Tor weiter auf Raab, der erneut den Vorzug vor Heuer Fernandes bekam. Sonst gab es keine Überraschungen, doch damit war sowieso nicht zu rechnen. Reis ersetzte den rot-gesperrten Benes im Mittelfeld. Die Anfangsphase wurde durch den HSV bestimmt, Rostock hielt mit Härte dagegen. Die erste Chance hatten somit die Gäste durch Glatzel (9.), der allerdings am herausstürmenden Hansa-Keeper Kolke scheiterte. Kurz danach fuhren zwei ferngesteuerte Spielzeugautos mit blauem und weißem Rauch auf das Feld. Ein neuer Protest der Fans gegen die DFL-Investoren-Pläne – statt Tennisbälle. Schon im Freitagsspiel der Bundesliga zwischen dem 1. FC Köln und Werder Bremen war das zu sehen. Die Unterbrechung dauerte nur wenige Sekunden, dann ging es weiter. In der 24. Minute dann doch kleine Gummibälle auf den Platz. Wieder gab es eine kleine Unterbrechung. Die Teams sorgten dafür nicht unbedingt für die großen Highlights. Dann die Führung für die Hamburger, nicht unbedingt zu erwarten. Bachmann verlängerte unglücklich eine van der Brempt-Hereingabe und Jean-Luc Dompe (34.) ließ Ruschke, zwei weitere Hansa-Verteidiger sowie Kolke alt aussehen – 0:1 aus Sicht der Hausherren. Rostock blieb dran und hatte in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit durch Fröling noch die Chance zum Ausgleich. Der verpasste den Ball allerdings.

Nach der Pause: Auf Augenhöhe

Die Mecklenburger machten im zweiten Durchgang da weiter, wo sie vor dem Seitenwechsel aufhörten. Sie drängten auf das Tor. Brumado (47.) wurde nach einem Einwurf auf die Reise geschickt und schoss rechts vorbei. Auf der anderen Seite hätte ein Zusammenspiel fast für das 2:0 gesorgt. Pherai (49.) setzte sich auf der linken Außenbahn gleich gegen den drei Rostocker durch, Glatzel bekam den Ball und spielte an den Fünfmeterraum, wo der Holländer an Kolke scheiterte. Im direkten Gegenzug der verdiente Ausgleich. Den hatte sich der FCH erarbeitet. Ingelsson brach über links durch und flankte butterweich in die Mitte, wo Juan Perea (50.) stand und das Spielgerät hinter Raab sowie Ambrosius ins Netz köpfte – 1:1. Nun war es ein echtes Duell der Hansestädte auf Augenhöhe. Langweilig war es nicht, nur die ganz großen Torraumszenen fehlten dabei in den Folgeminuten. Das änderte sich in der Schlussphase. Dabei schlug das Pendel Richtung Gastgeber aus. Glück für den HSV nach einem langen Pass von Schumacher auf Perea (68.), der fast von einem Aussetzer Raabs profitierte. Der schlug über den Ball und Ambrosius grätschte ihn fast ins eigene Tor. Die Kugel rollte dann allerdings doch am rechten Pfosten vorbei. Und wieder brannte es lichterloh im Hamburger Strafraum. Dieses Mal rettete Raab gegen Ingelsson (71.). Seitenwechsel: Glatzel (77.) links knapp vorbei. Und dann doch das 2:1 für Hansa. Sveinn Aron Gudjohnsen (82.), der einen Rückpass des eingewechselten Königsdörffer erlief, an Raab vorbeizieht und ins leere Tor schoss. Vier Minuten später rettete Robert Glatzel (86.) den HSV mit dem 2:2. Der Stürmer verwertete eine Pherai-Flanke in der Mitte, Kolke machtlos. Die Rostocker protestierten, weil Bachmann verletzt vor dem Strafraum lag. Der Schiedsrichter ließ weiterspielen und der Treffer zählte. Die Rothosen wollten nun den Sieg, doch die letzten beiden Chancen hatte die “Kogge“: Ingelsson (91.) scheiterte zuerst an Raab und in der 98. Minute parierte der Schlussmann einen Fernschuss-Hammer von Dressel. Schluss.

Das Fazit: Zu wenig zum Leben, zum Sterben zu viel

Wie angekündigt gab es keine 180 Grad-Wende beim HSV, auch nicht im Ergebnis. Nur, dass es dieses Mal nicht für einen Auswärtssieg reichte – und das gegen den Tabellenvorletzten. Die drei Punkte waren fest eingeplant und werfen die Rothosen weiter zurück. Wieder gab es bei ihnen Schwächen in der Abwehr. Ob Raab das 1:1 besser einschätzen hätte können, ist nicht ganz klar. Fakt ist, dass er einige Chancen der Rostocker vereitelte. Dennoch kann das nicht der Anspruch sein, gegen einen Abstiegskandidaten Remis zu spielen. Enttäuschend ist das sicherlich. Der F.C. Hansa kann das Ergebnis als einen Erfolg verbuchen, denn es war ein anderes Gesicht als noch in der Vorwoche in Osnabrück. Dass man am Ende den Ausgleich noch kassierte, ist zwar bitter, jedoch läuft das Ergebnis auf ein gerechtes Unentschieden hinaus. Nach vorne bringt das aber keinen.

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Die Stimmen der Trainer

Mersad Selimbegovic (Rostock): „Wir waren in der ersten Halbzeit nicht mutig genug, haben vorn zu wenige Bälle festgemacht. Der HSV hat zu der Zeit ballsicher agiert und ist dann auch noch in Führung gegangen. Wir sind in der zweiten Halbzeit aber viel mutiger rausgekommen, haben uns nicht versteckt und haben uns dann auch die besseren Chancen erarbeitet. Deshalb ist es für uns etwas ärgerlich, dass wir am Ende nur mit einem 2:2 dastehen. Aber so wie heute müssen wir immer auftreten, dann werden wir auch weiter unsere Punkte holen.“

Merlin Polzin (Hamburg): „Wir konnten schon viele Dinge von denen sehen, die wir uns in der Woche vorgenommen und erarbeitet hatten, gerade in der ersten Halbzeit. Was die defensive Stabilität angeht, haben wir wenig bis gar nichts zugelassen, haben es geschafft, viele gute Ballgewinne zu erzielen. Wir sind daher auch verdient in Führung gegangen und konnten die erste Halbzeit so gestalten, wie wir uns das vorgenommen hatten. In der zweiten Halbzeit haben wir das leider nicht mehr geschafft. Wir lassen das 2:0 liegen und kriegen im Gegenzug den Ausgleich. Ab da wurde das Spiel hektisch. Hansa hat viele Räume bespielt, die wir nicht gut verteidigt bekommen haben. Deshalb sind sie auch nicht unverdient in Führung gegangen. Man sieht aber auch, dass unsere Gruppe niemals aufgibt. Das nehmen wir mit: Wir stehen immer füreinander ein. Wir haben ein Gefühl geschaffen, immer weiterzumachen. So werden wir auch die nächste Woche angehen.“

Der 22. Spieltag (16.-18.2.2024)

Berlin – Magdeburg 3:2
Hannover – Fürth 2:1
Schalke – Wiesbaden 1:0
Paderborn – Kiel 0:3
Rostock – Hamburg 2:2
Karlsruhe – Düsseldorf (20.30 Uhr)
St. Pauli – Braunschweig (So., 13.30 Uhr)
Nürnberg – Kaiserslautern
Elversberg – Osnabrück

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