Norderstedt – Für gewöhnlich fällt am 17. Spieltag die Entscheidung über die Herbstmeisterschaft einer Spielklasse. In der Regionalliga Nord nicht. Hier stand der SV Meppen bereits vor dem Ende der  Hinrunde  als  Träger  des  inoffiziellen  Titels  fest.  Aber  wie  geht  es  weiter?  Der Spitzenreiter (gegen U.L.M. Wolfsburg) steht ebenso wie sein Verfolger VfB Lübeck (gegen BSV Rehden) vor einer vermeintlich leichten Heimaufgabe. Die vergangenen 16 Spieltage haben allerdings unterstrichen, dass mit dieser Einschätzung noch nichts gewonnen ist.

Interview mit Eddy Münch (Eintracht Norderstedt):

HL-SPORTS: Hallo Eddy, 1993 gelang Norderstedt der größte Erfolg der Vereinsgeschichte. Hinter dem VfL Herzlake wurdet ihr Zweiter in der Oberliga Nord und habt euch dadurch für die Aufstiegsrunde zur Zweiten Bundesliga qualifiziert. Dort war die Konkurrenz um Kickers Offenbach, dem SSV Ulm 1846 oder TSV 1860 München dann aber wohl einfach zu stark.
Hast du das damals live miterlebt?

Eddy Münch: „Leider nicht. Ich kenne zwar Fotos aus der Zeit, habe aber selbst damals noch in Nahe gewohnt und bin erst 1995 nach Norderstedt gezogen.“

HL-SPORTS: Vom einstigen Glanz ist in dieser Spielzeit nicht mehr ganz so viel übrig davon. Dein Club hängt in der unteren Hälfte in der Regionalliga fest. Woran liegt das?

Eddy Münch: „Ich sehe das nicht durch die Vereinsbrille, aber die Mannschaft spielt eigentlich gut. Allerdings stimmen die Ergebnisse nicht. Gegen Oldenburg oder auch Meppen waren das gute Auftritte, die aber nicht belohnt wurden.“

HL-SPORTS: Neue Besen kehren gut, sagt man im Volksmund. Chefcoach Thomas Seeliger wurde vor ein paar Wochen nach über 4 Jahren Amtszeit durch Dirk Heyne ersetzt. Auch das fruchtete noch nicht wirklich. Fehlt es vielleicht doch an Qualität im Kader?

Eddy Münch: „Ganz im Gegenteil. Wir haben meiner Meinung nach einen bärenstarken Kader, keine Form- sondern eine Ergebniskrise. Ansonsten stellt der neue Trainer, der einen Ruf wie Donnerhall gerade im Osten Deutschlands genießt, das Team hervorragend ein.“

HL-SPORTS: Ehre, wem Ehre gebührt. Du bist einer der Gründerväter der Eintracht, warst zwischenzeitlich Leiter der Geschäftsstelle. Nebenbei bist du Mitglied der Sicherheitskommission im Norddeutschen Fußballverband und der Arbeitsgruppe Sicherheit im Deutschen Fußball-Bund. In Norderstedt zudem auch als Sponsoring-Koordinator bei der Eintracht gefordert. Um auf den Punkt zu kommen Eddy: Du bist jetzt erst 71 Jahre alt. Was steht als nächstes auf deiner Agenda?

Eddy Münch: „Ach, mir fallen da ja immer wieder Dinge ein. Aufhören und zur Ruhe setzen kann ich mich jedenfalls nicht. Ich habe immer ehrenamtlich etwas gemacht, muss was um die Ohren haben und werde solange es Spaß macht das auch fortsetzen.“

HL-SPORTS: Danke für das nette Interview Eddy.

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Die Spieltagvorschau:

VfL Wolfsburg II – Eintracht Braunschweig II (Fr.,17 Uhr)
Mit einem sehr interessanten Nachwuchsderby wird der Spieltag eröffnet. Der Gastgeber hatte es erst am vergangenen Wochenende mit einem Nachbarn zu tun bekommen, gewann mit 2:0 bei U.L.M Wolfsburg. „Ich bin hochzufrieden. Heute waren andere Tugenden gefragt, wir wussten, was uns erwartet“, kommentierte Interimscoach Rüdiger Ziehl die kampfbetonte Partie. Nun kommt die Eintracht, und so dürfte die spielerische Komponente ein wenig stärker   betont   werden.   Leichter   wird   es   allerdings   nicht.   Der   Gast   brachte   der Spielvereinigung Drochtersen/Assel beim 1:0-Heimsieg die erste Niederlage nach sieben Partien bei.

TSV Havelse – 1.FC Germania Egestorf/Langreder (Fr., 19.30 Uhr)
Das zweite Spiel, das nächste Derby. Der Gastgeber scheint gerüstet. Ihm gelang mit dem 2:1-Erfolg über den VfB Oldenburg zuletzt ein Ausrufezeichen, während die Germania bereits ein Derby hinter sich hat und dabei erfolglos blieb. Denn der Aufsteiger kassierte eine 0:1-Niederlage in Hildesheim – dort hatte der TSV vor zwei Wochen noch mit 0:3 verloren.

VfB Lübeck – BSV Rehden (Sa., 14 Uhr)
Mannschaft der Stunde? So kann man derzeit den VfB bezeichnen. Beim 2:0 in Flensburg gelang dem Gastgeber schließlich der sechste Erfolg in Serie. Es deutet also wenig darauf hin, dass der BSV am Wochenende seine acht Spiele währende Negativserie beenden sollte. Aber wie so oft könnte genau darin die große Chance des Vorletzten bestehen.

FC St. Pauli II – VfV Borussia 06 Hildesheim (Sa., 14 Uhr)
Beim 3:1 in Rehden gelang dem Gastgeber bereits das neunte Spiel ohne Niederlage. Rundum zufrieden hatte sich Trainer Joachim Philipkowski nach dieser Partie aber nicht gezeigt: „Wir haben heute kein gutes Spiel gemacht. Die drei Punkte tun uns natürlich gut, auch  wenn  sie  in  ihrer  Entstehung  etwas  glücklich  waren."  Besitzt  der  Gast  also  eine Chance? Immerhin reist der VfV06 mit zwei Derbysiegen an, hatte vor dem 1:0 gegen Egestorf/Langreder ja mit 3:0 gegen Havelse gewonnen.

SV Meppen – U.L.M. Wolfsburg (16 Uhr)
Sicher, der Gast absolvierte eine sehr ordentliche Hinrunde. Selbst wenn der Aufsteiger die zwischenzeitliche  Siegesserie  nicht  ausbauen  konnte  und  mittlerweile  auf  Rang  13 zurückfiel. Trotzdem reisen die Wolfsburger als deutlicher Außenseiter zum Spiel in Meppen. Der  Spitzenreiter ist nun  bereits wieder  seit drei Spielen  siegreich, hat  also wieder  zur Bestform gefunden.

VfB Oldenburg – Hamburger SV II (So., 14 Uhr)
Beim 1:2 in Havelse verpasste der VfB den Anschluss an die erweiterte Spitzengruppe. Schlimmer noch: Die Oldenburger leisteten sich Fehler, die sie in den vier ungeschlagenen Spielen zuvor nicht gemacht hatten. „Das 0:1 zur Halbzeit war total gerechtfertigt, aber nach dem Wechsel hatten wir ausreichend viele gute Chancen, um hier zu gewinnen. Wenn man allerdings dermaßen grobe Fehler macht, muss man sich nicht wundern, wenn man nichts mitnimmt“, kommentierte Trainer Dietmar Hirsch die Niederlage. Im Heimspiel gegen den HSV II geht es also nicht nur um drei Punkte. Der Gastgeber möchte auch in die Form der Vorwoche zurückfinden. Das Spiel unterstreicht allerdings auch, wie eng es derzeit in der Liga zugeht. Mit einem Sieg beim VfB könnten die Hamburger (11.) nach Punkten zum Gastgeber (6.) aufschließen.

FC Eintracht Norderstedt – SV Eichede (So., 14 Uhr)
Nun muss endlich etwas passieren. Zehn sieglose Spiele in Folge führten die Eintracht auf den 15. Tabellenplatz. Das ist eindeutig weniger, als man sich in Norderstedt erhofft hatte. Aber nun kommt ja der SV Eichede, und der wartet noch länger auf einen Sieg. Nach 13 Partien ohne dreifachen Punktgewinn gilt der Aufsteiger auch in diesem Derby als Außenseiter. Daran ist man beim SVE allerdings seit langem gewöhnt. Zu ein paar respektablen Leistungen hat es zuletzt trotzdem gereicht.

Lüneburger SK Hansa – Hannover 96 II (So., 14 Uhr)
Der Spielausfall in Eichede am vergangenen Wochenende kostete dem LSK vermeintlich drei Punkte. Möchte der Gastgeber Schritt halten mit der Spitzengruppe, sollte er das Heimspiel gegen 96 II nun besser gewinnen. Der Gast will nach zwei Niederlagen in Folge allerdings auch wieder mal punkten – und dass Hannover dazu in der Lage ist, hat das Team angesichts der 23 Punkte aus 16 Spielen nun wirklich unter Beweis gestellt.

SpVgg Drochersen/Assel – ETSV Weiche Flensburg (So., 14 Uhr)
Die 0:1 Niederlage bei Eintracht Braunschweig II beendete eine Serie von sieben ungeschlagenen Partien. Das war ärgerlich für die Spielvereinigung. Er sollte allerdings nicht geeignet sein, das Selbstbewusstsein des Gastgebers nachhaltig zu beeinträchtigen. Schließlich ist er längst wieder auf einem guten Weg, an die starke Rolle aus dem Vorjahr anzuknüpfen. Auch Weiche reist mit einer Niederlage an, war vorm 0:2 gegen den VfB Lübeck sogar elf Spiele lang unbesiegt geblieben. Deshalb sollte auch der Gast mit breiter Brust antreten – zu einem Duell zweier richtig guter Mannschaften.

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