HSV empfängt siegreiche, aber “geprügelte“ Stuttgarter – Wieder Chaos um Volkspark

Nach fünf Spielen ohne Sieg will Polzin vielleicht umbauen

Merlin Polzin (Trainer, Hamburger SV). Foto: Lobeca/Henning Rohlfs

Hamburg – Königsdörffer oder Glatzel? Das ist beim HSV die entscheidende Frage. Am Sonntag trifft der Hamburger SV um 15.30 Uhr im ausverkauften Volksparkstadion gegen VfB Stuttgart. Ein Klassiker aus früheren Jahren der Bundesliga. Die Zeiten haben sich allerdings geändert, denn die Rothosen sind Aufsteiger und warten seit fünf Spielen auf einen Sieg.

Holland-Polizei mit massiver Gewalt gegen VfB-Fans

Die Schwaben standen erst am Donnerstag bei Go Ahead Eagles in der Europa League auf dem Platz und gewannen klar mit 4:0. Einziger Wehrmutstropfen war der vermutlich übereiferte Einsatz der Polizei gegen die Gästefans vor der Begegnung. Alexander Wehrle, Vorstandsvorsitzender des VfB, sagt: „Ich war die ganze Zeit vor Ort am Treffpunkt der Fans und konnte mir ein Bild von den Gegebenheiten machen. Die örtlichen Behörden haben aus für uns überhaupt nicht nachvollziehbaren Gründen ein Betretungsverbot für Teile unserer Fans ausgesprochen. Wir sind mit den Behörden und der UEFA im engen Austausch und drängen auf eine lückenlose Aufarbeitung der Vorkommnisse. Dieses unverhältnismäßige Vorgehen gefährdet unsere Fußballkultur.“ Er bestätigte, dass die niederländische Polizei grundlos auf die Stuttgarter Anhänger einprügelte. Diese Szenen passen in das Bild der in der kommenden Woche stattfindenden Innenministerkonferenz in Bremen, in der Rechte von Zuschauern in deutschen Stadien beschnitten werden könnten (HL-SPORTS berichtete).

Demo vor dem Spiel

Hamburgs aktive Fan-Szene wird aus diesem Grund am Spieltag demonstrieren. Um 12 Uhr geht es vom S-Bahnhof Holstenstraße zur Arena. Wogegen wird genau protestiert? Populistische Maßnahmenpakete ohne Not, Intransparente Politik auf dem Rücken von Fans, Kollektivstrafen, Stadionverbote auf Verdacht und Sanktionen mit der Gießkanne und Personalisierte Tickets und KI-Gesichtsscanner am Stadioneingang.

Chaos rund um den Volkspark programmiert

Der Protest trifft erneut die Mannschaften. Wie schon am vergangenen Wochenende werden die ersten zwölf Minuten in den Stadien keine Gesänge angestimmt. Und auch die Anreise der beiden Teams wird von der Demo durcheinandergebracht. Die Busse fahren über die Schnackenburgallee, dort wo die Anhänger für ihre Rechte auf die Straße gehen. Der Ablaufplan beim HSV wurde bereits geändert. Und auch alle anderen Zuschauer müssen sich auf ein erneutes Verkehrschaos einstellen. In der Barclays Arena findet ebenfalls eine Veranstaltung statt.

Ransi oder Bobby?

Ob Merlin Polzin seine Startelf in der Offensive verändert, ist noch offen. Auf der Pressekonferenz am Freitag sagte er, dass „man alle beiden brauchen wird“ und gerade in Anbetracht vor den drei bevorstehenden Heimspielen (nach Stuttgart kommt Holstein Kiel am Mittwoch im DFB-Pokal und danach Werder Bremen zum Nordderby am Sonntag darauf) „Überlegungen“ gibt. Es geht um die Frage Ransford Königsdörffer oder Robert Glatzel. „Ich kann die Debatte verstehen“, so der Cheftrainer der Rothosen. Vermutlich wird “Ransi“ erneut den Vorzug in der Liga bekommen, “Bobby“ dann im Pokal.

Wer stoppt Undav?

Auf der anderen Seite muss er zusehen Deniz Undav unter Kontrolle zu bekommen. Der Schwaben-Angreifer traf in sieben Einsätzen sechsmal. Zum Gegner allgemein meinte er: „Wir haben innerhalb des Trainerteams sehr viele Spiele vom VfB Stuttgart gesehen. Die Entwicklung seit dem Relegationsspiel ist mit dem Pokalsieg und der mehrfachen Qualifikation für das internationale Geschäft außergewöhnlich. Besonders im Hinblick auf die Art und Weise, für welchen Fußball die Mannschaft steht. Es macht als neutraler Beobachter sehr viel Spaß, ihre Spiele zu verfolgen und Ideen mitzunehmen.“

„Wir haben gegen Dortmund gesehen, dass es immer Möglichkeiten gibt“

„Es wird eine richtig coole Aufgabe“, so Polzin. „Die Qualität aufseiten des Trainers und der Spieler ist außergewöhnlich hoch. Das wissen wir richtig einzuschätzen. Wir brauchen einen klaren Plan, den wir uns unter der Woche erarbeitet haben. Und wir brauchen eine andere Energieleistung, als wir sie zuletzt zu Spielbeginn in Augsburg hatten. Das wollen wir am Sonntag mit der Unterstützung des Stadions besser machen. Wir haben gegen Dortmund gesehen, dass es immer Möglichkeiten gibt, gefährlich zu werden – sei es durch Konter, Standardsituationen oder einen kontrollierten Spielaufbau. Das sind alles Momente, die zum Erfolg führen können. Wir glauben als Mannschaft und als Verein extrem daran, wissen aber auch, dass wir einen absoluten Top-Tag brauchen.“

Warmed Omari, Daniel Elfadli und Yussuf Poulsen sind bei den Hausherren nicht dabei.

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Der 12. Spieltag (28.–30.11.2025)

Mönchengladbach – Leipzig 0:0 (Fr.)
München – St. Pauli (Sa., 15.30 Uhr)
Bremen – Köln
Berlin – Heidenheim
Hoffenheim – Augsburg
Leverkusen – Dortmund (Sa., 18.30 Uhr)
Hamburg – Stuttgart (So., 15.30 Uhr)
Frankfurt – Wolfsburg (17.30 Uhr)
Freiburg – Mainz 05 (19.30 Uhr)

Die Tabelle

1.FC Bayern München1141 : 831
2.RB Leipzig1222 : 1326
3.Bayer 04 Leverkusen1127 : 1523
4.Borussia Dortmund1119 : 1022
5.VfB Stuttgart1120 : 1522
6.Eintracht Frankfurt1127 : 2220
7.TSG Hoffenheim1122 : 1720
8.1. FC Union Berlin1114 : 1715
9.SV Werder Bremen1115 : 2015
10.1. FC Köln1120 : 1914
11.Bor. Mönchengladbach1216 : 1913
12.Sport-Club Freiburg1115 : 2013
13.FC Augsburg1115 : 2410
14.Hamburger SV119 : 179
15.VfL Wolfsburg1113 : 218
16.FC St. Pauli119 : 217
17.1. FSV Mainz 051111 : 196
18.1. FC Heidenheim 1846118 : 265

Sollten Vereine die Polizeikosten bei Fußballspielen immer tragen?

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