
Lübeck – Bei der Handball Europameisterschaft hat die Mannschaft von Bundestrainer Alfred Gislason in ihrem zweiten Vorrundenspiel in der Jyske Bank Boxen in Herning gegen Serbien, nach einer deutlichen Halbzeitführung, in der zweiten Halbzeit das Spiel noch aus der Hand gegeben. Deutschlands Offensive fehlte es an Durchschlagskraft und Serbien spielte seine körperlichen Vorteile konsequent aus. Folgenschwere Auszeit von Trainer Gislason verhinderte kurz vor Schluss den Ausgleich. Nach dieser Niederlage muss Deutschland um den Einzug in die Hauptrunde noch ordentlich zittern.
Serbien – Deutschland 30:27 (13:17)
Deutschland begann konzentriert und präsentierte sich von Beginn an deutlich stabiler als noch im Auftaktspiel. Eine kompakte Defensive, gute Torhüteraktionen von David Späth sowie schnelle und klare Lösungen im Angriff sorgten früh für Kontrolle. Der deutsche Rückraum um Juri Knorr setzte immer wieder Akzente, während Serbien vor allem über seine Physis und einen starken Dejan Milosavljev im Tor dagegenhielt. Nach 30 intensiven Minuten belohnte sich die DHB-Auswahl mit einer verdienten 17:13-Halbzeitführung.
Mit Beginn der zweiten Halbzeit drehte sich der Spielverlauf. Serbien trat aggressiver und entschlossener auf, setzte Deutschland stärker unter Druck und profitierte von nachlassender Präzision im deutschen Angriff. Während die DHB-Auswahl an Durchschlagskraft verlor, präsentierten sich die Serben effizient und konsequent im Abschluss. Mitte der zweiten Halbzeit übernahm Serbien erstmals die Führung und setzte sich direkt mit zwei Toren auf 23:21 (49.) ab. Zwar reagierte das Team von Bundestrainer Gislason noch einmal stark, drehte das Spiel mit einem Drei-Tore-Lauf erneut und schien kurzzeitig wieder die Kontrolle zu übernehmen. Doch die letzte Konsequenz fehlte auf deutscher Seite. Fünf Minuten vor dem Ende riss Serbien das Spiel erneut an sich und zog mit einem Vier-Tore-Lauf entscheidend davon.
In dieser Phase traf Juri Knorr zum vermeintlichen 26:26, was die Schiedsrichter nach dem Videobeweis annullierten, da Trainer Gislason den Buzzer zum Team-Time-Out gedrückt hatte, bevor der Ball die Torlinie überschritten hatte. Hinzu kam ein vergebener Siebenmeter, was den nochmaligen Umschwung verhinderte. Serbien blieb abgeklärt und machte mit den Treffern zum 30:27-Endstand alles klar.
Deutschland spielte in folgender Aufstellung
David Späth, Andreas Wolff – Johannes Golla (1), Miro Schluroff (6), Mathis Häseler, Juri Knorr (5), Lukas Zerbe (4), Julian Köster (2), Renars Uscins (6), Tom Kiesler, Franz Semper (3), Rune Dahmke, Lukas Mertens, Justus Fischer, Marko Grgic, Jannik Kohlbacher
Alle Spiele der Gruppe A
| Spanien | – | Serbien | 29:27 |
| Deutschland | – | Österreich | 30:27 |
| Österreich | – | Spanien | 25:30 |
| Serbien | – | Deutschland | 30:27 |
Die aktuelle Tabelle
| 1 | Spanien | 4 | : | 0 | 59 | : | 52 | 7 | |||
| 2 | Serbien | 2 | : | 2 | 57 | : | 56 | 1 | |||
| 3 | Deutschland | 2 | : | 2 | 57 | : | 57 | 0 | |||
| 4 | Österreich | 0 | : | 4 | 52 | : | 60 | -8 |
Morgen (19.1.) um 20.30 Uhr geht es für die Mannschaft von Bundestrainer Alfred Gislason ins letzte Vorrundenspiel gegen Spanien, die beide Spiele bisher gewannen. In den beiden letzten Begegnungen geht es nach der Niederlage Deutschlands gegen Serbien noch darum, ob das DHB-Team den Weg in die Hauptrunde überhaupt noch realisieren kann. Alles ist drin, vom Ausscheiden bis zum Gruppensieg.
Bildquellen
- Alfred Gislason geknickt: Lobeca/Jan Kirschner
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