
Grömitz – Am gestrigen Sonnabend (17.1.) stieg in der Grömitzer Ostholstein-Halle der Göttsche-Cup. Es war nach zwei Jahren die Rückkehr des Hallenturniers vom SC Cismar, doch diesmal mit neuem Namen. Zuvor hörte der Budenzauber noch auf den Namen 28Black-Cup. Nichtsdestotrotz wurde der Fußball keineswegs schlechter. Die Zuschauer bekamen packende Spiele, viele Tore und eine Menge Spannung zu sehen. Bereits nach der Vorrunde gab es eine dicke Überraschung. Am Ende blieb der Pokal in Grömitz.
Wer stößt den Titelverteidiger vom Thron?
Bereits ab 10 Uhr startete das Turnier der Junioren, wobei sich eine Mannschaft durchsetzte, die eine weite Anreise hinter sich hatte. Der SC Eilbek aus Hamburg krönte sich zum Turniersieger. Ab 15 Uhr starteten die Herren, wobei es für sieben Mannschaften darum ging, die SG Sarau/Bosau, die beim vorherigen Turnier den Titel holte, vom Thron zu stoßen. Der Verbandsligist ging allerdings auch selbst wieder an den Start und wollte als klassenhöchste Mannschaft erneut brillieren. Mit dabei war auch der Winterneuzugang Safino Häßler, der vom Sereetzer SV zurückkehrte. Einige Mannschaften hatten allerdings etwas dagegen, so zum Beispiel der Gastgeber SC Cismar, der TSV Neustadt oder aber der einzige Vertreter aus Lübeck mit dem SV Azadi Lübeck II, bei dem Mevan Mustafa aus dem Verbandsligakader dabei war. Mit der Zweitvertretung des Veranstalters sowie BCG Altenkrempe und dem TSV Dahme nahmen auch Mannschaften aus den Kreisklassen A und B teil. Beim Turnier keineswegs fehlen durften die Gastrokicker. Diese sind eine Mannschaft aus Gastronomen, die für den guten Zweck spielen. Mit dabei waren unter anderem Sarau-Trainer Tony Böhme, der die Schuhe schnürte, oder auch Jasper Weidenthal (TSV Neustadt), Dennis Kuhlmann (SC Cismar) und Tom Gutsch (SG Sarau/Bosau). Böhme sagte zu seiner Teilnahme: „Ich spiele hier mit, weil es für den guten Zweck ist und ich immer dafür zu haben bin. Ich kenne den Großteil der Jungs, mein Bruder war selbst damals bei den Gastrokickern. Ich kenne den Trainer, ich kenne Mike schon Jahre, und da ich es super finde, was da gemacht wird, dass Turniere für die krebskranken Kinder gespielt werden, habe ich mich dafür entschieden, hier mitzumachen. Es macht immer wieder Spaß, die Jungs zu treffen und mit denen zu kicken.“
Deutliche Siege zum Start
Zum Start in den Göttsche-Cup traf der SC Cismar II auf die Gastrokicker. Es war eine deutliche Angelegenheit, weil vor allem einer nicht zu stoppen war. Linus Munzel schnürte gegen seine eigene Zweite einen Dreierpack und ebnete den Weg zum 5:0-Auftaktsieg der Gastrokicker. Im Parallelspiel sollten mit der SG Sarau/Bosau und dem TSV Neustadt ein echtes Topspiel anstehen. Beim B-Klassisten trat die junge Garde an, welche es dem Titelverteidiger sehr schwer machte. Kaum Lücken fand der Verbandsligist, der plötzlich einem Rückstand durch Thorben Ahrens hinterherlief. Der Ausgleich in einem heiß umkämpften Spiel, in dem es gleich zwei Zeitstrafen für die Mannen vom Gogenkrog gab, fiel dennoch. Espen Prieß rettete dem Favoriten einen Punkt. In der Gruppe B sollte es für den SC Cismar zum Start eine vermeintliche Pflichtaufgabe gegen den TSV Dahme geben. Diese meisterte die Mannschaft unter der Leitung von Daniel Temme ohne Mühe. Luis Treutler und Vincent Kern stellten früh auf 2:0, bevor Florian Nothnagel und Andre Metzech jeweils doppelt trafen. Einen 6:0-Sieg gab es zum Start, wodurch direkt vorgelegt wurde. Für den SV Azadi Lübeck II gab es zum Start das Duell mit der BCG Altenkrempe. Das Duo aus Rogesh Sherzad und Mevan Mustafa war für den A-Klassen-Aufsteiger einfach nicht zu stoppen, sodass es eine 1:5-Niederlage gab. Dabei ließ Altenkrempe zwischenzeitlich die Riesenchance auf das 2:2 aus.
Gutsch ärgert Teamkollegen
Für den TSV Neustadt und den SC Cismar II brauchte es mit Blick auf das Halbfinale einen Sieg im zweiten Spiel. Neustadt war favorisiert und ging bereits nach wenigen Sekunden durch Luke Rakow in Führung. Das 2:0 folgte wenige Minuten später, sodass es für die Zweitvertretung eine ganz harte Aufgabe werden würde. Sie versuchten es, setzten Nadelstiche, durften sich jedoch bei einem herausragenden Keeper bedanken, der die letzten minimalen Hoffnungen am Leben hielt. Mit dem 3:0 kurz vor dem Ende waren diese allerdings endgültig zerstört, sodass der TSV einen großen Schritt in Richtung Halbfinale machte. Dorthin wollte auch die SG Sarau/Bosau, doch dazu musste es einen Dreier gegen die Gastrokicker geben. Es sollte ein packendes Duell werden, das mit einer spektakulären Geschichte endete. Sarau führte früh durch Safino Häßler, doch es gab die Antwort. Anschließend deutete sich ein Remis an, doch in der Schlussminute köpfte plötzlich Tom Gutsch, der eigentlich das Trikot der SG trägt, über Fabian Schacht hinweg zum Sieg der Gastrokicker. Er erwischte seine Mitspieler eiskalt und schaffte es gemeinsam mit Coach Böhme, den Verbandsligisten zu ärgern. Im Nachgang sagte der Trainer der Sarauer: „Wir wussten schon, dass es schwer wird. Die Jungs haben es gut gemacht, den Ball gut laufen gelassen. Ich sage, wir haben aber auch eine gute, junge Truppe dabei. Wir sind ja auch alles Ex-Fußballer oder noch Jungs, die aktiv spielen. Ob in Neustadt, Sarau oder wir damals mit Mike, Jenner Baden oder meiner Wenigkeit – wir haben mal gegen den Ball getreten. Es ist natürlich auch mal schön, wenn man nach den kleinen Sticheleien im Vorfeld auch mal seinen eigenen Jungs als Trainer in den Arsch treten kann. Es ist ein Turnier, es geht um nichts, und das können die Jungs verkraften. Sie bekommen ein, zwei Sprüche, und dann passt das. Ich finde das Turnier super. Die Mannschaften sind super, es ist fair. Ich habe gerade zum Beispiel bei Azadi wieder gesehen, die spielen einen super Ball. Technisch wirklich gut und anspruchsvoll. Es ist auch gut organisiert mit Essen und Trinken, gute Stimmung, das macht Spaß.“

Azadi II holt Gruppensieg
Der SC Cismar würde mit einem Sieg gegen die BCG Altenkrempe einen großen Schritt in Richtung nächste Runde machen. Es war zwischenzeitlich spannend, denn es stand 2:2, doch am Ende setzte sich der Gastgeber doch noch durch. 4:2 hieß es am Ende. Somit war Cismar bereits nach dem zweiten Spiel im Halbfinale. Der SV Azadi II sollte durch einen deutlichen Sieg gegen Dahme folgen. Somit war die Gruppe B bereits fast komplett entschieden, doch in Gruppe A wurde es richtig spannend. Sarau brauchte, um noch minimale Chancen auf das Halbfinale zu haben, einen Sieg gegen Cismar II. Dieser wurde ohne Probleme mit 5:1 eingefahren. Somit galt es zu hoffen, dass im Anschluss der TSV Neustadt gegen die Gastrokicker verlieren würde, denn dann würde das Torverhältnis den Titelverteidiger vor einem Vorrundenaus bewahren. In einem ausgeglichenen Duell gab es allerdings ein 2:2-Unentschieden, welches das Weiterkommen der Gastrokicker und Neustadts bedeutete. In Gruppe B ging es im Duell zwischen Azadi II und Cismar um den Gruppensieg. Die mit weitem Abstand besten Offensiven der Gruppenphase trafen aufeinander, und dementsprechend wurde es ein torreiches Duell. 4:3 ging dieses in die Hansestadt, sodass der Vertreter aus der Kreisliga Südost den Gruppensieg feierte. Die BCG Altenkrempe schloss die Vorrunde gegen Dahme mit einem 3:0-Sieg ab.
Enge Duelle im Halbfinale
In den Halbfinalspielen sollte es also zunächst zum Duell der Gastrokicker mit dem SC Cismar kommen. Dieses Spiel hatte erneut eine spannende Hintergrundgeschichte, denn mit Dennis Kuhlmann, Linus Munzel, Jenner Baden und Ranko Novak sollten gleich vier Spieler der Auswahlmannschaft gegen die eigenen Kollegen spielen. Den vier erfahrenen Kickern des SCC standen also die jungen Wilden gegenüber, die in der Vorrunde zu überzeugen wussten. In einem engen Spiel, in dem es trotz Gruppensiegs der Gastronomen keinen klaren Favoriten gab, sollte sich der Veranstalter durchsetzen. 2:1 gewann Cismar und sicherte sich das erste Finalticket. Folgen sollten entweder der TSV Neustadt oder der SV Azadi Lübeck II. Während die Lübecker mit einer herausragenden Offensive glänzten, waren die Neustädter in der Defensive enorm stabil. Dies versprach Spannung in einem umkämpften Duell. 1:1 stand es nach Ende der regulären Spielzeit, sodass es ins Neunmeterschießen ging. Dort sollte TSV-Keeper Maximilian Schwan gegen Mevan Mustafa zum großen Helden werden. Der Torhüter parierte und hatte einen erheblichen Anteil am Finaleinzug seiner Mannschaft.
Veranstalter krönt sich zum Titel
Der Titelträger des Göttsche-Cups 2026 sollte also entweder auf den Namen SC Cismar oder aber TSV Neustadt hören. Beide begegneten sich bereits in der Vorwoche im Rahmen des reporter-Cups im Halbfinale, wobei sich die Grömitzer mit 2:0 behaupteten. Nun wollten die Mannen von Cheftrainer Volker Brand die Revanche, doch erneut ging der Sieg an den Kreisligisten. Mit 2:1 entschied der SCC die Partie für sich, sodass der Turniersieg perfekt war. Der Pokal bleibt an der Gildestraße, sodass die Grömitzer nach Turnierplatzierungen drei und zwei in diesem Winter nun vom Siegerpodest grüßen dürfen. Für Cismar ist der Turniersieg allerdings nicht der einzige Titel an diesem Tag. Man stellt nämlich mit Florian Nothnagel den Spieler des Turniers. Torschützenkönig wurde Mevan Mustafa, der seine herausragende Technik wieder einmal unter Beweis stellte. Als bester Torhüter wurde Maximilian Schwan vom TSV Neustadt ausgezeichnet, der nicht nur im Neunmeterschießen über sich hinauswuchs. Daniel Temme, Co-Trainer des Turniersieger sagte nach dem Turniersieger: „Wenn man Turniersieger wird, kann man nur zufrieden sein. Zum ersten Mal das eigene Turnier zu gewinnen fühlt sich schon ziemlich gut an. Großen Respekt an meine Mannschaft. Wir haben vor dem Turnier ein paar Punkte angesprochen, unter anderem dass man in jedem Spiel ans Limit gehen muss und dass der Zusammenhalt darüber entscheidet, ob man ein gutes Turnier spielen will oder ob man ein Turnier gewinnen will. Alle haben das einfach perfekt umgesetzt. Gerade das Halbfinale gegen die Gastrokicker und das Finale gegen Neustadt war unfassbar! Von Anfang bis Ende war das ein geiles Turnier! Ich bin sehr stolz auf die Jungs.“







