
Hamburg – Der Hamburger SV blieb am vergangenen Sonnabend im Volksparkstadion trotz spielerischer Überlegenheit ohne Sieg und trennte sich nach 99 intensiven Minuten von Borussia Mönchengladbach am 18. Spieltag der Bundesliga torlos. Vor allem im ersten Durchgang dominierten die Rothosen das Geschehen klar, ließen aber beste Möglichkeiten ungenutzt. Nach der Pause entwickelte sich eine deutlich ausgeglichenere Partie, in der beide Teams am Ende noch auf den Lucky Punch hofften.
Die 1. Halbzeit: Dominanter HSV vor der Pause ohne Ertrag
Der HSV begann stark und setzte die Gäste früh unter Druck. Bereits nach wenigen Minuten hatte Remberg per Kopf die erste Möglichkeit, kurz danach vergab Dompe nach einer Hereingabe aus kurzer Distanz. Die Borussia stand tief und war fast ausschließlich mit Defensivarbeit beschäftigt. Hamburg erspielte sich Chance um Chance: Capaldo scheiterte aus elf Metern an Gladbachs Keeper Nicolas, Remberg prüfte diesen aus der Distanz, Downs und Königsdörffer kamen mehrfach in Abschlussposition. Der einzige gefährliche Moment der Gäste entstand nach einer Flanke von Honorat, bei der Tabakovic knapp verpasste. Das Chancenverhältnis sprach zur Pause mit 15:1 Torschüssen klar für den HSV, doch Tore blieben aus.
Nach der Pause: Mehr von Gladbach, Rothosen vergeben den Sieg
Auch nach dem Seitenwechsel blieb der HSV zunächst aktiv. Königsdörffer, Jatta und Vieira suchten den Abschluss, doch entweder fehlte die Präzision oder Nicolas war zur Stelle. Mit zunehmender Spieldauer fanden die Borussen besser ins Spiel und setzten die Rothosen Defensive stärker unter Druck. Wechsel auf beiden Seiten brachten frische Kräfte, beim HSV feierte Glatzel sein Comeback. In der Schlussphase entwickelte sich ein offener Schlagabtausch: Rössing-Lelesiit und Vieira scheiterten mehrfach am starken Gäste-Keeper, auf der anderen Seite klärte Heuer Fernandes bei Standardsituationen entschlossen. Nach neun Minuten Nachspielzeit blieb es beim 0:0.
Konkurrenz verliert
Unterm Strich verpasste es der HSV mit insgesamt 25:6-Torschüssen seine starke erste Halbzeit in Zählbares umzuwandeln. Gladbach rettete sich mit zunehmender Stabilität in der Defensive einen Punkt aus dem Volkspark. In der Tabelle bleibt das Polzin-Team auf Rang 14. Die Konkurrenz von Mainz und St. Pauli verloren und belegen derzeit die beiden Abstiegsplätze. Heidenheim ergatterte einen Zähler und würde aktuell in der Relegation landen.
„Wir werden uns nach all den Jahren in der 2. Liga niemals schlecht fühlen“
HSV-Cheftrainer Merlin Polzin sagte auf der Pressekonferenz nach dem Spiel: „Die Leistung, die wir heute gezeigt haben, war – besonders in der Betrachtung des Saisonstarts – beeindruckend. Wir haben immer wieder gesagt, dass es nach sieben Jahren in der 2. Liga um einen Prozess geht, in dem wir uns immer weiterentwickeln. Die erste Halbzeit war heute in puncto Dominanz im Ballbesitz sowie Griffigkeit und Souveränität gegen den Ball sehr gut. Wir wussten, dass wir auf eine Mannschaft treffen, die sehr stabile Auftritte in den vergangenen Monaten hatte. Damit kann man als Trainer sehr zufrieden sein. Zugleich geht es für uns nicht nur darum, die Leistung hervorzuheben, sondern auch Ergebnisse einzufahren. Und das haben wir heute nicht geschafft. Wir hätten sehr gern zwei weitere Punkte eingefahren. Die Jungs haben dafür alles gegeben, aber am Ende hat es nicht gereicht. Für uns steht an oberster Stelle, dass wir wissen, dass wir es können, wenn wir an unser Limit gehen. Dann sind die Spieler für uns offener. Wir werden uns nach all den Jahren in der 2. Liga niemals schlecht fühlen, wenn man in der Bundesliga einen Punkt sammelt.“
Der 18. Spieltag (16.-18.1.)
Bremen – Frankfurt 3:3
Dortmund – St. Pauli 3:2
Wolfsburg – Heidenheim 1:1
Hoffenheim – Leverkusen 1:0
Köln – Mainz 2:1
Hamburg – Mönchengladbach 0:0
Leipzig – München 1:5
Stuttgart – Berlin (So., 15.30 Uhr)
Augsburg – Freiburg (17.30 Uhr)
Bildquellen
- Königsdörffer: Lobeca/Norbert Gettschat
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