
Hamburg – Der Frust auf beiden Seiten nach dem torlosen Stadt-Derby (HL-SPORTS berichtete) zwischen FC St. Pauli und Hamburger SV war hoch. Die Trainer, die Spieler – niemand war zufrieden. Viel dagegen, dass das in den 90 Minuten am vergangenen Freitag anders aussehen hätte können, taten sie allerdings auch nicht. Und dann gab es noch Stress im Kabinengang.
St. Pauli-Fans vergessen eigene Linie
HSV-Innenverteidiger Luka Vuskovic spuckte aus, St. Paulis Karol Mets pampte ihn an: „Findest du das normal?“ Der 18-jährige Abwehrspieler der Rothosen war sauer. Warum? Die Fans vom Millerntor hielten ein Spruchband hoch und das ging gegen seinen Bruder: „Aufputschmittel & ehrliche Arbeit? Mach ne Handwerkslehre Mar(i)o #44! Irgendein HSVer lügt immer“. Dabei war das “i“ als Spritze dargestellt.
Die Anhänger der Kiezkicker stellen sich in der Regel als politisch korrekt dar. Dieses Mal ging das allerdings nach hinten los – zumindest beim Stadtrivalen kam das nicht gut an.
„Es ist sehr respektlos“
Im Interview bei “Sky“ meinte der Youngster danach: „Ich weiß nicht, was die Fans von St. Pauli denken. Es ist sehr respektlos, meine Familie und meinen Bruder anzugreifen. Er war leider nicht hier, sondern in Kroatien.“
Polzin fordert Korrektur
Auf der Pressekonferenz nach der Begegnung meinte HSV-Coach Merlin Polzin dazu: „Wir haben einen 18-jährigen Menschen, der sehr viel Last auf sich trägt und da möchte ich das nicht weiter kommentieren, was mit Mario Vuskovic (wurde 2022 wegen Dopingverdacht gesperrt, Anm. d. Red.) passiert ist. Dafür steht nicht nur der HSV, sondern auch der FC St. Pauli, dass diese Themen normalerweise sehr sensibel behandelt werden und man da auch Verständnis füreinander hat. Ich kann demnach seinen Unmut extrem nachvollziehen, wenn man diese Sprüche, Worte, Aufforderungen, Gesten oder teilweise Handlungen entgegengebracht bekommt. Dann hat das nichts damit zu tun, wofür nicht nur beide Vereine stehen sollten und auch nicht Hamburg als weltoffene Stadt steht. Das ist ein Moment, den wir schnellstmöglich korrigieren sollten, damit so etwas nicht wieder vorkommt.“
Bildquellen
- Vuskovic: Lobeca/Henning Rohlfs
Gefällt Dir unsere journalistische Arbeit?
Dann unterstütze uns hier mit einem kleinen Beitrag. Danke.







