
Hamburg – Der Hamburger SV hat dem FC Bayern München im Volksparkstadion einen überraschenden Punkt in der Bundesliga abgenommen. In einer intensiven und phasenweise hochklassigen Partie erkämpften sich die Rothosen ein 2:2 (1:1)-Unentschieden gegen den souveränen Tabellenführer und zeigten dabei große Moral sowie eine geschlossene Mannschaftsleistung. Im Hinspiel an der Isar unterlag man noch mit 0:5. Für den HSV ein ganz wichtiger Zähler, denn zwischenzeitlich rutschte man auf den Relegationsabstiegsplatz. Nach dem 20. Spieltag steht jetzt schon fest, dass der Aufsteiger sich sogar auf Rang 13 verbesserte.
Die 1. Halbzeit: Flucht nach vorne
Die Gäste bestimmten zwar über weite Strecken mit hohem Ballbesitz das Geschehen und kamen zu mehreren guten Chancen, scheiterten jedoch wiederholt an Torhüter Heuer Fernandes oder am Aluminium und hatten mit dem Pressing des HSV ihre Probleme. Die Hausherren suchten im ersten Durchgang die Flucht nach vorne und irritierten damit den Rekordmeister. Die Münchner hatten nach einem ungestümen Einsteigen durch Kane gegen Heuer Fernandes Glück, ohne Verwarnung davonzukommen. Bayern näherte sich dem Führungstor mehrfach an, unter anderem durch Olise, Gnabry und Kane, während Kimmich (29.) mit einem Distanzschuss die Latte traf. Der HSV zeigte sich mutig, setzte Nadelstiche und wurde nach einer Ecke durch Vuskovic (6.) gefährlich, dessen Kopfball knapp am Pfosten vorbeiging. In der 31. Minute entschied Schiedsrichter Harm Osmers nach VAR-Prüfung auf Foulelfmeter für die Hausherren, nachdem Remberg von Kimmich zu Fall gebracht worden war. Fabio Vieira (34.) verwandelte den Strafstoß sicher zur 1:0-Führung. Der FC Bayern reagierte kontrolliert und glich aus: Nach Vorarbeit von Stanisic und Gnabry traf Harry Kane (42.) aus der Drehung unhaltbar unter die Latte. Auch dieser Treffer wurde vom VAR überprüft und anerkannt. In der Nachspielzeit erspielte sich der HSV nochmals Chancen, scheiterte jedoch an Neuer beziehungsweise an einer Abseitsstellung, sodass es mit dem 1:1-Unentschieden in die Kabinen ging.
Nach der Pause: Alu rettet Hamburg, Davies die Bayern
Der FC Bayern München kam mit einem Wechsel aus der Kabine und drehte das Ergebnis 44 Sekunden nach Wiederanpfiff. Luis Díaz traf nach Vorarbeit von Olise und Gnabry frei vor Heuer Fernandes zur 2:1-Führung für den Tabellenführer. Der HSV zeigte sich davon jedoch unbeeindruckt und kam nur wenige Minuten später zu einer großen Ausgleichschance durch Vieira, der nach einem Fehlpass knapp am Pfosten vorbeischoss. Die Rothosen belohnten sich dennoch: Nach einer Flanke von Mikelbrencis stieg Luka Vuskovic (53.) am höchsten und köpfte wuchtig zum 2:2-Ausgleich ein. In der Folge entwickelte sich eine intensive Partie, in der Bayern wieder mehr Druck aufbaute, unter anderem durch Olise, Musiala und Kane, während der HSV leidenschaftlich verteidigte. Mehrfach rettete Heuer Fernandes, zudem klärte Davies einen Schuss von Vieira (74.) auf der Linie, und ein Münchner Kopfball landete am Querbalken. In der Schlussphase belagerte der Rekordmeister den Strafraum der Hamburger, forderte in der Nachspielzeit vergeblich einen Handelfmeter, während der HSV mit großem Einsatz verteidigte. Trotz langer Nachspielzeit und zahlreicher Standards für die Gäste blieb es beim 2:2, womit sich der HSV einen überraschenden Punkt gegen den Tabellenführer erarbeitete.
Fluch beendet
Nach fast genau zehn Jahren beendete das Polzin-Team damit den Bayern-Fluch. Fünfmal in Folge kassierte man Niederlagen ohne ein einziges Tor zu erzielen. München dagegen erzielte in dieser Zeit 21 Treffer. Nach knapp 14 Jahren holte man wieder einen Punkt gegen den amtierenden Meister. Am 4. Februar 2012 trennte man sich 1:1-Unentschieden im Volkspark. Die damaligen Torschützen Jacopo Salo (HSV) und Ivica Olic (FCB). Mit dem aktuellen Remis verbesserte man die Bilanz auf 24 Unentschieden, bei 23 Erfolgen und 74 Pleiten.
Drei Transfers vor Top-Spiel
Vor der Begegnung gaben die Hamburger noch zwei Abgänge und eine Neuverpflichtung bekannt. Guilherme Ramos wechselt wie schon vorab berichtet zum chinesischen Erstligisten Beijing Guoan. Auch Emir Sahiti verlässt den HSV vorübergehend. Der 27-jährige Kosovare wechselt leihweise bis zum Saisonende zum israelischen Europa-League-Teilnehmer Maccabi Tel Aviv. Neu im Kader ist dänische Nationalspieler Albert Grönbaek (HL-SPORTS berichtete). Der 24-Jährige wird vom französischen Erstligisten Stade Rennes ausgeliehen. HSV-Vorstand Eric Huwer dazu: „Mit Albert gewinnen wir einen international erfahrenen Spieler, der offensiv gleich mehrere Positionen bekleiden kann. Claus und sein Team haben damit im schwierigen Wintertransfer-Fenster eine kreative Lösung zur gezielten Verstärkung unserer Offensive gefunden. Albert hat sich sehr schnell zum HSV bekannt und wollte unbedingt zu uns wechseln. Wir sind zuversichtlich, was eine schnelle Integration betrifft – die räumliche Nähe zu seiner Heimat und sein deutsches Sprachverständnis werden dabei helfen.“ Grönbaek ergänzt: „Der HSV ist ein riesiger Verein und die Fans sind unglaublich. Ich freue mich sehr über den Wechsel. Für mich ist das eine große Chance. Ich hatte gute Gespräche mit Claus Costa und Merlin Polzin, in denen ich mir sehr gut vorstellen konnte, wie ich ins System passen würde. Ich möchte dabei helfen, viele Chancen herauszuspielen und Torbeteiligungen beizusteuern. Ich bin voller Vorfreude auf meinen Start.“
Der 20. Spieltag (30.1.–1.2.2026)
Köln – Wolfsburg 1:0
Frankfurt – Leverkusen 1:3
Leipzig – Mainz 1:2
Bremen – Mönchengladbach 1:1
Augsburg – St. Pauli 2:1
Hoffenheim – Union Berlin 3:1
Hamburg – München 2:2
Stuttgart – Freiburg (So., 15.30 Uhr)
Dortmund – Heidenheim (17.30 Uhr)
Die Tabelle1. FC Bayern München 20 74 : 18 51 2. Borussia Dortmund 19 38 : 17 42 3. TSG Hoffenheim 20 43 : 23 42 4. RB Leipzig 20 38 : 27 36 5. VfB Stuttgart 19 36 : 26 36 6. Bayer 04 Leverkusen 19 38 : 26 35 7. Sport-Club Freiburg 19 31 : 32 27 8. Eintracht Frankfurt 20 40 : 45 27 9. 1. FC Union Berlin 20 25 : 33 24 10. 1. FC Köln 20 29 : 32 23 11. FC Augsburg 20 24 : 37 22 12. Bor. Mönchengladbach 20 24 : 33 21 13. Hamburger SV 19 19 : 29 19 14. VfL Wolfsburg 20 28 : 42 19 15. SV Werder Bremen 20 22 : 38 19 16. 1. FSV Mainz 05 20 23 : 33 18 17. FC St. Pauli 20 18 : 34 14 18. 1. FC Heidenheim 1846 19 17 : 42 13


