Die neuen Musketiere vom Steinrader Damm: 200 Jahre Kompetenz für den FC Dornbreite

„Spannendes Projekt mit vielen charmanten Geschichten“ – Skwierczynski spricht über Wechsel, Perspektive und Abschied aus Eichholz

Trainer Denny Skwierczynski. Foto: Lobeca/Niklas Runne

Lübeck – Beim FC Dornbreite beginnt im Sommer ein neues Kapitel. Der Verein setzt dann auf Denny Skwierczynski als Cheftrainer (HL-SPORTS berichtete). Bis dahin werden Volodymyr Pryiomov und Sascha Strehlau die Mannschaft durch die laufende Saison führen. Eine andere Option ist derzeit nicht geplant. Es ist ein Wechsel, der weniger von Aktionismus lebt als von einer Idee, die über Jahre gereift ist.

Skwierczynski war beim FC Dornbreite immer wieder ein Thema, doch bislang kam es nie zu einer Zusammenarbeit. Nun passt erstmals alles zusammen. HL-SPORTS sprach mit dem 51-Jährigen über seine Entscheidung, das Projekt Dornbreite, die Rolle seiner langjährigen Weggefährten und den Abschied von seinem bisherigen Verein.

Schon seit Jahren habe man immer wieder darüber gesprochen, irgendwann gemeinsam etwas aufzubauen, erklärt Skwierczynski. Ohne Druck, ohne Zeitplan – aber mit der klaren Überzeugung, dass es nur dann Sinn ergibt, wenn die Rahmenbedingungen stimmen. Beim FC Dornbreite sei dieser Moment nun gekommen. „Das ist ein spannendes Projekt und die komplett neue Anlage im Sommer – das sind schon mehrere charmante Geschichten, die dabei sind.“ Für ihn stehe außer Frage, dass der Verein trotz aktueller Landesliga-Zugehörigkeit einen anderen Anspruch habe: „Für mich ist Dornbreite eigentlich ein Oberliga-Verein. Definitiv.“

Drei Freunde, ein Plan – 200 Jahre Lübecker Fußball

Der entscheidende Faktor für den Wechsel war jedoch nicht allein der Verein, sondern die personelle Konstellation. Skwierczynski wird das Projekt gemeinsam mit Henning Meins (53) und Sören „Schotte“ Warnick (50) angehen. Drei Namen, die im Lübecker Fußball seit Jahrzehnten präsent sind. Zusammengenommen stehen sie zusammen mit Strehlau für 200 Jahre Erfahrung als Spieler, Trainer und Verantwortliche – in unterschiedlichsten Rollen und bei unterschiedlichsten Vereinen.

Henning Meins war bis zum Sommer Trainer beim TSV Eintracht Groß Grönau. Foto. Lobeca/Niklas Runne

„Wenn sich mal irgendwas ergibt, wo wir zu dritt unterwegs sein können, machen wir das“, beschreibt Skwierczynski den Gedanken, der sie seit Jahren begleitet. Gespräche habe es immer wieder gegeben, doch erst jetzt hätten sich sportliche Perspektive, Umfeld und Rollenverteilung wirklich gedeckt. „Für uns drei war intern eigentlich klar: Wenn da etwas ist, was passt, dann gehen wir das an.“

Was diese Dreier-Achse auszeichnet, ist nicht nur Erfahrung, sondern vor allem Vertrauen. Die Beteiligten kennen sich lange, wissen um Stärken und Grenzen – und teilen eine ähnliche Vorstellung davon, wie Fußballarbeit aussehen sollte. Skwierczynski spricht von gebündelter Kompetenz, aber auch von klaren Rollen. Entscheidungen sollen gemeinsam vorbereitet, aber nicht zerredet werden. Kurze Wege statt endloser Abstimmungen.

Dass dieses Zusammenspiel funktionieren kann, haben Skwierczynski und Meins bereits unter Beweis gestellt. Gemeinsam führten sie den VfB Lübeck nach der Insolvenz 2013 zurück in die Regionalliga – unter schwierigen Voraussetzungen, mit vielen improvisierten Lösungen, aber mit klarer Linie. Diese Erfahrung fließt nun in das Projekt Dornbreite ein.

„Wir machen das auch nicht, um jeden Sonntag zu grillen“, sagt Skwierczynski mit einem Augenzwinkern. Der Anspruch sei leistungsorientiert, gleichzeitig aber geerdet. Man wolle etwas aufbauen, ohne sich selbst zu überschätzen. Genau diese Mischung soll künftig auch das Gesicht des FC Dornbreite prägen – getragen von einer Konstellation, die nicht zufällig entstanden ist, sondern aus jahrelanger Idee, Geduld und dem richtigen Timing.

Sören Warnick war bereits von 2015 bis 2018 Coach am Steinrader Damm. Foto. Lobeca/Felix Schlikis

Abschied aus Eichholz: „Schade, aber verständlich“

Der Wechsel hatte unmittelbare Folgen für Skwierczynskis bisherige Tätigkeit beim Eichholzer SV. Er bestätigte, dass er den Verantwortlichen seine Entscheidung erst kurz vor der öffentlichen Bekanntgabe mitgeteilt habe – auch aus Rücksicht auf die Dynamik im Fußballgeschäft. Die Gespräche seien offen und vernünftig verlaufen, das gegenseitige Verständnis groß gewesen. „Ich hätte es gern zu Ende gemacht, das habe ich auch gesagt. Es hat mir Spaß gemacht, auch mit der Mannschaft.“

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Gleichzeitig könne er nachvollziehen, dass Eichholz aus Vereinssicht anders planen müsse. „Auch wenn ich es schade finde, habe ich dafür Verständnis.“ Wichtig war ihm dabei zu betonen, dass der Wechsel nichts mit Unzufriedenheit zu tun hatte: „Mit Eichholz und den Verantwortlichen hat das überhaupt gar nichts zu tun. Ich habe mich dort super wohlgefühlt.“

Fokus auf den Sommer – und auf realistische Ziele

Ein sofortiger Einstieg bei Dornbreite kam für Skwierczynski und sein Team nicht infrage. Alle Planungen seien klar auf den Sommer ausgerichtet. „Alles, was vorbereitet ist, ist auf den 1. Juli gepolt. Da ist nichts anderes im Gespräch.“ Dass sich im Fußball vieles schnell ändern könne, wisse man – aktuell gebe es dafür jedoch keinen Anlass.

Die Landesliga unterschätzt Skwierczynski dabei keineswegs. Die Konkurrenz sei stark, viele Vereine ambitioniert. Gerade das mache die Aufgabe reizvoll. Der FC Dornbreite erhält mit ihm und seinen Mitstreitern Trainer, die Erfahrung, Netzwerk und klare Vorstellungen mitbringen – und die den Neustart am Steinrader Damm nicht als lautes Versprechen verstehen, sondern als langfristige Aufgabe mit Substanz.

FCD-Urgestein Sascha Strehlau Foto: Lobeca/Michael Raasch

Bis zum Sommer haben alle Beteiligten Planungssicherheit und genügend Zeit, sich auf den neuen Weg vorzubereiten. In der sportlichen Führung wirkt mit Strehlau ein weiterer erfahrener Akteur mit – und macht das Quartett der neuen Musketiere komplett.

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Bildquellen

  • Meins: Lobeca/Niklas Runne
  • Skwierczynski: Lobeca/Niklas Runne
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