„TrainerBank 2026“: Lübecker Rudertrainerin über notwendige Unterstützung, persönliche Ziele und die eigene Art

Freya Glenewinkel aus dem Silber-Team im Interview

Freya Glenewinkel mit ihrem Sportler Sinan Aslan. Foto: Lübecker Ruderklub/oH

Lübeck – Freya Glenewinkel ist nicht nur Trainerin des Lübecker Ruderklubs von 1907 e.V., sondern auch ein Teil der „TrainerBank 2026“. In den kommenden Wochen werden wir die Auserwählten im Rahmen der Sportförderung der Gemeinnützigen Sparkassenstiftung zu Lübeck vorstellen. Freya aus dem Silber-Team macht dabei den Anfang. In einem Interview sprach sie mit HL-SPORTS über persönliche Merkmale, Ziele und Erfolge sowie die Bedeutung der TrainerBank.

„Mischung aus Vertrauen, Disziplin und Leidenschaft“

HL-SPORTS: Was fasziniert dich am Trainersein am meisten?

Freya: „Als Trainer ist man ja irgendwie nicht nur Trainer, sondern neben Bezugsperson und Vorbild auch Planer, Organisator, Lehrer, Motivator, Taktiker, Fahrer, DJ, usw. Man ist immer dabei, in Höhen und Tiefen, bei Frust, Euphorie, Zweifel und Stolz. Besonders schön ist es natürlich, wenn etwas “aufgeht” – ein Sieg, eine persönliche Bestleistung, ein perfektes Rennen, ein Athlet, der sich endlich traut. Es ist die Mischung aus Vertrauen, Disziplin und Leidenschaft, die die Arbeit mit jungen Talenten so besonders macht.“

Traum von der internationalen Bühne

HL-SPORTS: Welche Ziele hast du als Trainer in der kürzeren und längeren Zukunft?

Freya: „Das kurzfristige Ziel ist immer erstmal die aktuelle Saison mit dem Höhepunkt Deutsche Meisterschaft, und die individuelle Entwicklung der Sportler. Nach jedem Training/Wettkampf sagen zu können: “Wir haben unser Bestes gegeben” ist total wichtig, ebenso steht die Stimmung und der Support innerhalb der Trainingsgruppe im Vordergrund. Auch die Aufnahme weiterer Athleten in den Landes- oder Bundeskader ist für mich ein kurz- bis mittelfristiges Ziel. Längerfristig erhoffe ich mir natürlich, meine Athleten auch auf internationaler Bühne zu sehen und möchte sie bei ihrem Fortschritt bestmöglich dabei unterstützen.“

„Ohne Unterstützung nicht so leicht stemmbar“

HL-SPORTS: Was erhoffst du dir von der Trainerbank? 

Freya: „Ich hoffe insbesondere auf einen spannenden Austausch zu anderen Trainern aus verschiedenen Sportarten, diversen Trainingsmethoden, Altersklassen und die Vergleiche und Unterschiede der Gruppen selbst. Ich möchte die Dynamiken zwischen Sportlern und Trainern besser verstehen, sowie den Einfluss dieser Konstellation auf die Leistungsfähigkeit der Trainingsgruppe. Das, und den Input von Workshops und Weiterbildungen möchte ich dann natürlich in mein eigenes Training eingliedern und erhoffe mir, nicht nur mich, sondern auch meine Sportler weiterzubringen.“

HL-SPORTS: Was bedeutet es für dich Teil der Trainerbank zu sein? 

Freya: „Das ist für mich eine riesige Ehre! Die Relevanz und den Einfluss von Ehrenamt und Nachwuchstrainern zu sehen und aktiv zu fördern ist in der heutigen Zeit notwendiger denn je, trotzdem tut es kaum jemand. Vielen Dank in diesem Zuge nochmal an die Gemeinnützige Sparkassenstiftung, die all das ermöglicht und somit auch mir die Chance gibt, den Trainerjob neben meinem Studium weiter zu verfolgen. Finanziell ist es natürlich auch eine Erleichterung – die Kosten für Fortbildungen, Trainerscheine, Führerscheine o.Ä., die als Trainer auf einen zukommen, sind meist ohne Unterstützung nicht so leicht stemmbar.“

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Ehrlichkeit und Fairness werden großgeschrieben

HL-SPORTS: Welche Art von Trainer bist du? Streng, entspannt? Worauf legst du besonderen Wert? 

Freya: „Das kann ich gar nicht so genau sagen. Ich lege viel Wert auf Ehrlichkeit und Fairness, und dass meine Athleten in jedem Training etwas lernen. Leistung definiert nicht den Wert oder Charakter eines Menschen, auch wenn es im Leistungssport manchmal schwierig ist, das zu trennen. Daher habe ich einfach mal die Menschen gefragt, die wohl am meisten Zeit mit mir verbringen – meine Sportler:“
“Immer für alle da, auch ein bisschen streng, aber immer fair – genau das braucht man, um besser zu werden.“
“Freya ist es wichtig, dass wir unseren persönlichen Wert kennen, auch über den Sport hinaus. Man kann immer mit ihr lachen, trotzdem fordert sie uns jeden Tag, über unsere Grenzen hinauszuwachsen.”
“Die Gemeinschaft des Teams steht im Vordergrund. Hauptberuflich Problemlöserin und entspannte Trainerin, die immer ein Lächeln und offenes Ohr für jeden hat – außer jemand baut Mist.” 
“Unsere Trainerin legt viel Wert darauf, dass es uns allen gut geht – körperlich als auch mental. Nur dann können wir unsere Bestleistung erbringen.”

Zwölf Medaillen bei den Deutschen Meisterschaften

HL-SPORTS: Welche Erfolge hast du bereits gefeiert?

Freya: „Mit meiner Trainingsgruppe durfte ich neben vielen regionalen Erfolgen auch im nationalen Vergleich Stärke beweisen. In der Saison 2024/25 brachten wir zwölf Medaillen von Deutschen Meisterschaften mit, darunter einen Titel, fünfmal Silber und sechs Bronzemedaillen. Auch bei den Norddeutschen Meisterschaften und Landesmeisterschaften konnten wir uns beweisen und den ein oder anderen Titel erreichen, sowohl auf dem Wasser als auch auf dem Ergometer. 
Abseits der Platzierung durfte ich die letzten Jahre eine wundervolle Trainingsgruppe formen und junge Athleten auf ihrem Weg charakterlich, menschlich und sportlich begleiten. Das ist mindestens genauso viel wert. Wir sind bereit für die neue Saison und hungrig auf mehr!“

Gelingt es dem SV Todesfelde die Aufstiegsbasis zu schaffen?

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Bildquellen

  • Glenewinkel: Lübecker Ruderklub/oH
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