Mit klarer Linie: Die Gemeinnützige Sparkassenstiftung gründet einen Schiedsrichter-Förderkader

Fußballschiedsrichter mit Ball in der Hand.

Lübeck – Nachdem die Gemeinnützige Sparkassenstiftung zu Lübeck bereits mit ihrer „TrainerBank“ für ein Novum in der Sportlandschaft sorgte, nimmt sie jetzt auch die Unparteiischen in den Blick. Mit der Aufstellung ihres lokalen Schiedsrichter-Förderkaders „Klare Linie“ will die Stiftung besonders engagierte Schiedsrichter aus dem Fußball, Handball, Volleyball und Basketball unterstützen. Dabei geht es neben finanzieller Förderung auch um Vernetzung und Workshops. Der Online-Bewerbungsbogen ist ab sofort freigeschaltet. Das Mindestalter beträgt 14 Jahre, der Stammverein der Schiedsrichter muss in Lübeck liegen.

Sinkende Zahlen

Das Jahr 2026 hat es sportlich in sich: Handball-EM, Olympische Winterspiele und Fußball-WM halten Sportfans weltweit in Atem. Neben den Weltklasseathleten rückt dabei eine andere Profession verstärkt in den Fokus und wird kritisch hinterfragt: die Schiedsrichter. Dies gilt abseits der großen Weltbühne insbesondere für den Amateurbereich, in dem es keinen Videobeweis gibt. Fest steht: Die Zahl der Schiedsrichter nimmt deutschlandweit seit Jahren ab. Die Gründe hierfür sind vielfältig. Neben dem Druck, den Spieler, Trainer und Zuschauer ausüben können, berichten Schiedsrichter zunehmend von Respektlosigkeit und Gewalt. In Kombination mit dem hohen zeitlichen Aufwand – etwa neben Schule, Studium oder Beruf – schreckt diese Entwicklung potenzielle Neulinge ab und führt zu Rücktritten. Verbände wie der Deutsche Fußball-Bund, der Deutsche Handballbund und der Deutsche Basketball Bund berichten, dass rund 60 Prozent der Nachwuchsschiedsrichter bereits nach einem Jahr wieder aufhören.

„Ohne sie müssen Spiele ausfallen“

Zahlen, die laut den hiesigen Sportvereinen und -verbänden auch für Lübeck gelten. Vor diesem Hintergrund gründet die Gemeinnützige Sparkassenstiftung zu Lübeck einen 15-köpfigen Schiedsrichter-Förderkader, um Wertschätzung für diese Tätigkeit auszudrücken und junge Menschen zu motivieren, Schiedsrichter zu werden oder dabeizubleiben. „Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter sind elementar für den Spielbetrieb. Ohne sie müssen Spiele ausfallen – und es fehlt an Fairness, Ordnung und Einhaltung der Regeln“, betont Titus Jochen Heldt, Vorstandsvorsitzender der Gemeinnützigen Sparkassenstiftung zu Lübeck. Dazu kommt, dass einzelne Sportverbände den Vereinen Strafgelder auferlegen und sogar Punkte abziehen, wenn nicht genügend Schiedsrichter gestellt werden. Mit ihrem Schiedsrichter-Förderkader „Klare Linie“ will die Gemeinnützige Sparkassenstiftung diesen Entwicklungen entgegenwirken und ihre strukturelle Sportförderung um einen neuen Baustein erweitern. Der Förderkader soll Strahlkraft für das Ehrenamt der Schiedsrichter entfalten und dessen Gesichter sichtbar machen – mit Rückhalt und klarer Linie.

Fußballschiedsrichterin auf dem Feld im Einsatz.

15 Plätze in zwei Teams: Erfahrung trifft auf Nachwuchs

Die Gemeinnützige Sparkassenstiftung zu Lübeck wird die ausgewählten Schiedsrichter mit einer monatlichen Fördersumme unterstützen, die z.B. für Ausbildungs-, Material- und Fahrtkosten verwendet werden kann. Die erste Auflage des Förderkaders „Klare Linie“ wird 15 Plätze umfassen und richtet sich gleichermaßen an erfahrene Schiedsrichter und Nachwuchstalente der in Lübeck mitgliederstarken Ball- und Mannschaftssportarten Fußball, Handball, Volleyball und Basketball. Der Fokus ist bewusst gewählt: „Schiedsrichter dieser Sportarten sind nicht nur für die Anwendung der Regeln zuständig, sondern müssen auch komplexe zwischenmenschliche Interaktionen bewältigen. Ihre Aufgabe, das Spielgeschehen objektiv und gerecht zu leiten, stellt hohe Anforderungen an ihre Entscheidungsfindung und soziale Kompetenz“, erklärt Titus Jochen Heldt. Im Zuge der Planung des Schiedsrichter-Förderkaders haben sich Stiftungsvertreter mit Lübecker Experten aus mehreren Sportarten ausgetauscht, um aktuelle Bedarfe und Herausforderungen im Schiedsrichterwesen zu identifizieren. Neben fünf Plätzen für erfahrene Schiedsrichter wird es zehn Plätze für Nachwuchsschiedsrichter geben. Ziel ist es, dass sich die verschiedenen Generationen sportaübergreifend vernetzen und voneinander lernen können. Geplant sind darüber hinaus Workshops zu Kommunikation, mentaler Stärke und Resilienz. Die Definition der zwei Kader des Schiedsrichter-Förderkaders lautet wie folgt:

E-Kader (Erfahrene; fünf Plätze)

Der E-Kader umfasst erfahrene Lübecker Schiedsrichter aus den Mannschaftssportarten mit Ball, die älter als 21 Jahre sind und ein sehr großes Engagement zeigen. Sie pfeifen jährlich eine hohe Anzahl an Spielen, sind ambitioniert und bringen sich darüber hinaus in das Vereinsleben ein. Im Idealfall engagieren sie sich in der Nachwuchsausbildung. Die Liga, in der sie pfeifen, ist dabei nachrangig. Mitglieder des E-Kaders zeichnen sich durch Fachkompetenz, Lizenzen und langjährige Erfahrung als Schiedsrichter aus und sind positive Aushängeschilder ihrer Lübecker Sportvereine. Sie repräsentieren den Breiten- und Leistungssport. Die Fördersumme beträgt monatlich 100 Euro pro Schiedsrichter.

N-Kader (Nachwuchs; zehn Plätze)

Der N-Kader umfasst junge Lübecker Schiedsrichter aus den Mannschaftssportarten mit Ball im Alter von 14 bis 21 Jahren, die erste Erfahrungen in der Spielleitung gesammelt haben und sich langfristig im Sport engagieren möchten. Sie pfeifen in den jeweiligen Nachwuchsligen ihrer Sportarten oder auch schon im Seniorenbereich. Die jungen Schiedsrichter zeichnen sich durch Engagement und Lernbereitschaft aus. Die Fördermittel können z.B. für den Erwerb von Schiedsrichter-Lizenzen, Fortbildungen oder Mentoring genutzt werden. Das Ziel des N-Kaders ist die systematische Entwicklung und Sicherstellung des Lübecker Schiedsrichternachwuchses und die Weichenstellung für einen Aufstieg in den E-Kader. Die Fördersumme beträgt monatlich 50 Euro pro Schiedsrichter-Bewerbung und Aufnahmekriterien.
Interessierte Lübecker Schiedsrichter können sich ab sofort über das Online-Formular bewerben unter: www.gemeinnuetzige-sparkassenstiftung-luebeck.de. Dort wird nach dem Engagement, den Erfolgen und den Zielen der Schiedsrichter:innen gefragt. Die Förderung erfolgt immer für ein Jahr, maximal für drei Jahre. Bewerbungsschluss ist der 30. März 2026. Anschließend wird ein Auswahlkomitee über den ersten Schiedsrichter-Förderkader der Gemeinnützigen Sparkassenstiftung zu Lübeck entscheiden und im Mai 2026 bekanntgeben.

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