
München – Der F.C. Hansa Rostock hat im Aufstiegsrennen der 3. Liga einen weiteren Rückschlag hinnehmen müssen. Bei 1860 München unterlag die Kogge mit 0:1 (0:0). Während die Löwen ihren zweiten Sieg in Folge feierten und bis auf einen Punkt an die Kogge heranrückten, blieb die zum vierten Mal hintereinander ohne Dreier. Nach Abpfiff sah Hansa-Sportchef Shapourzadeh wegen unsportlichen Verhaltens noch die Rote Karte.
Die 1. Halbzeit: Hansa im Glück
In einer intensiv geführten Partie schenkten sich beide Traditionsklubs von Beginn an nichts. Hansa hatte in der Anfangsphase mehr Ballbesitz, kam jedoch nicht zu klaren Abschlüssen. Die erste Möglichkeit gehörte den Gästen nach einer Ecke, Fatkics (5.) Distanzschuss wurde geblockt. Auf der anderen Seite sorgte Haugen (10.) mit einem Abschluss nach scharfer Hereingabe für Gefahr, ebenso Voet, dessen Kopfball knapp am Pfosten vorbeiging. Die Partie blieb umkämpft, geprägt von vielen Nickeligkeiten im Mittelfeld. Voglsammer (22.) sah Gelb nach zu hohem Bein, Gürleyen klärte mehrfach in höchster Not. Große Torchancen blieben bis zur Pause Mangelware. Ein Drehschuss von Gürleyen (28.) wurde auf der Linie geklärt, auf der Gegenseite fehlte Haugen (31.) bei einer Verlängerung die nötige Kontrolle. Mit einem 0:0 ging es in die Kabinen.
Nach der Pause: Fragwürdiger Elfmeter
Die zweite Hälfte begann turbulent. Kinsombi (46.) sah früh Gelb, kurz darauf zeigte Schiedsrichter Jürgensen nach einem zweifelhaften Handspiel von Gürleyen auf den Punkt. Thore Jacobsen (48.) verwandelte den Strafstoß souverän in die Mitte – Uphoff war bereits unterwegs – und brachte 1860 in Führung. Rostock bemühte sich um eine Antwort, kam jedoch kaum zu klaren Möglichkeiten. Fatkic (77.) vergab die größte Chance, als er aus elf Metern über das Tor schoss. Zuvor hatte Danhof (65.) auf Löwen-Seite knapp über die Latte gezielt. In der Schlussphase drängte Hansa, doch 1860 verteidigte kompakt. Becker (88.) setzte einen technisch anspruchsvollen Abschluss knapp neben den Pfosten, auf der Gegenseite kam Hummel (86.) nicht entscheidend zum Abschluss. Vier Minuten Nachspielzeit brachten keine Wende mehr.
Rot und Verständnis
Nach Abpfiff regte sich Hansas Sportdirektor Amir Shapourzadeh so dermaßen über die Schiedsrichterleistung auf, dass er die Rote Karte kassierte. Unterstützung bekam der Rostocker vom gegnerischen Trainer Markus Kauczinski: „Ich für mich will sowas nicht gepfiffen haben.“
FCH-Coach Daniel Brinkmann: „Glückwunsch an die Löwen zum Sieg. Wir sind enttäuscht, weil wir aufgrund der Spielanteile und des großen Aufwands meiner Mannschaft mindestens einen Punkt verdient hätten. Gegen eine tief stehende, intelligente Mannschaft ist es schwer, Lücken zu finden, und aus den wenigen Chancen haben wir zu wenig gemacht, da müssen wir selbstkritisch sein. Es ist bitter, wie das Spiel entschieden wurde, aber darauf will ich nicht näher eingehen. Ich habe eine Mannschaft gesehen, die total auf dem Platz gelebt und alles probiert hat, alle offensiven Möglichkeiten wurden gezogen, nur der Ertrag hat gefehlt. Das wird uns aber nicht umwerfen, die Saison hat noch einige Spiele und viele Teams werden sich noch gegenseitig Punkte wegnehmen. Ich mache meiner Mannschaft keinen Vorwurf, wir schauen nicht nach links und rechts, unser Weg geht geradeaus – und auf diesem Weg fühlen wir uns am wohlsten.“
Hansa verliert an Boden
Damit bleiben die Rostocker trotz offiziell ausgegebenem Aufstiegsziel weiter ohne Sieg und müssen den Blick mit Platz sieben in der Tabelle weg von der Spitze richten. 1860 hingegen wittert nach dem zweiten Erfolg in Serie wieder seine Chance im Rennen um die vorderen Plätze.
Der 25. Spieltag (20.–22.2.2026)
Stuttgart II – Mannheim 3:1
Ingolstadt – Havelse 3:2
Osnabrück – Essen 3:0
Regensburg – Wiesbaden 2:1
Duisburg – Schweinfurt 3:1
Aachen – Verl 3:1
Ulm – Saarbrücken 1:1
München – Rostock 1:0
Aue – Cottbus 1:2
Hoffenheim II – Köln 1:3
Die Tabelle1. FC Energie Cottbus 25 51 : 38 48 2. MSV Duisburg 25 46 : 32 46 3. VfL Osnabrück 25 38 : 24 46 4. SC Verl 25 60 : 38 44 5. Rot-Weiss Essen 25 48 : 41 43 6. SV Wehen Wiesbaden 25 38 : 28 41 7. F.C. Hansa Rostock 25 41 : 28 40 8. TSV 1860 München 25 40 : 35 39 9. FC Ingolstadt 04 25 44 : 34 36 10. Waldhof Mannheim 25 41 : 46 36 11. Viktoria Köln 25 36 : 33 35Live 12. VfB Stuttgart II 25 32 : 40 35 13. TSG Hoffenheim II 25 47 : 45 32Live 14. Alemannia Aachen 25 42 : 46 32 15. Jahn Regensburg 25 33 : 38 31 16. 1. FC Saarbrücken 25 33 : 36 28 17. FC Erzgebirge Aue 25 28 : 40 24 18. SSV Ulm 1846 25 33 : 51 23 19. TSV Havelse 25 35 : 55 19 20. 1. FC Schweinfurt 25 21 : 59 10
Bildquellen
- Shapourzadeh: Lobeca/Andreas Knothe
Gefällt Dir unsere journalistische Arbeit?
Dann unterstütze uns hier mit einem kleinen Beitrag. Danke.


