
Lübeck – Die Hansehalle ist für einen Moment ungewöhnlich still. Zwei Kämpfer stehen sich im Ring gegenüber, beide tragen einen für Außenstehende zunächst seltsam wirkenden Kopfschmuck. Noch bevor der erste Schlag fällt, beginnen sie mit langsamen, konzentrierten Bewegungen – ein ritueller Tanz, begleitet von traditioneller Musik.
Team Abel lebt die Tradition
Für Kenner ist sofort klar: Das ist Muay Thai in seiner ursprünglichsten Form. Der Tanz ist der Wai Khru, ein jahrhundertealtes Ritual, mit dem Kämpfer Respekt gegenüber ihrem Trainer, ihrer Kampfsportschule und den Generationen vor ihnen ausdrücken. Und wenn es im Norden Deutschlands ein Team gibt, das diese Tradition besonders konsequent lebt, dann ist es Team Abel aus Hamburg-Wentorf – angeführt von Headcoach Andreas Abel.
Muay Thai als Lebenshaltung
Für Andreas Abel ist Muay Thai weit mehr als eine sportliche Disziplin. Die thailändische Kampfkunst begleitet ihn seit vielen Jahren – und prägt bis heute seine Arbeit als Trainer. „Mich fasziniert vor allem die Tradition und die Bedeutung hinter den Ritualen“, sagt Abel. „Kaum ein Sport steckt so voller Kultur und Respekt wie Muay Thai.“ Diese Tradition beginnt bereits, bevor ein Kämpfer den Ring betritt. Kurz vor dem Einlauf setzt der Trainer seinem Athleten den sogenannten Mongkon auf – ein geflochtenes Stirnband, das symbolisch Schutz, Glück und die Verbindung zur eigenen Kampfsportschule darstellen soll.
Im Ring folgt dann der Wai Khru, der traditionelle Tanz, begleitet von Musik. Für viele Zuschauer ist er ein faszinierendes Schauspiel – für die Kämpfer selbst ein Moment der Konzentration und der inneren Sammlung. Erst danach wird der Mongkon abgenommen und der Kampf beginnt. Viele Athleten tragen zusätzlich sogenannte Prajeats, Stoffbänder an den Oberarmen, die Glück bringen und gleichzeitig die Zugehörigkeit zu ihrer Schule symbolisieren. Für Abel sind diese Rituale kein dekoratives Beiwerk. „Für uns als Team bedeuten diese Traditionen sehr viel“, sagt er. „Sie stehen für die Verbindung zwischen Trainer und Schüler – und für den Respekt gegenüber dem Sport.“
Ein kleines Team mit großen Erfolgen
Wer auf die sportliche Bilanz des Teams blickt, könnte vermuten, dass hinter Team Abel eine große Trainingsgruppe mit vielen Wettkämpfern steht. Tatsächlich ist die Mannschaft bewusst überschaubar geblieben. In den vergangenen Jahren sammelten die Athleten des Teams zahlreiche Titel im Amateurbereich, sowohl bei Jugendlichen als auch bei Erwachsenen. Hinzu kommen internationale Kämpfe, Teilnahmen an hochklassigen Turnieren sowie Einsätze bei Weltmeisterschaften der IFMA – dem weltweit wichtigsten Verband im Amateur-Muay-Thai. Auch im Profibereich feierte das Team Erfolge. Vor allem Spitzenathlet Finn Masurat machte mit starken Leistungen auf sich aufmerksam und sicherte sich mehrere Titel. Trotz dieser sportlichen Entwicklung verfolgt Andreas Abel keinen Expansionskurs. „Wir wollen nicht um jeden Preis wachsen“, betont er. „Viel wichtiger ist uns, dass die Menschen zu unserem Team passen und unsere Werte teilen.“ Ein Grundsatz ist dabei nicht verhandelbar: Kampfsport gehört in den Ring. „Wir haben keinen Platz für Menschen, die Kampfsport außerhalb des Rings nutzen wollen“, sagt Abel. „Hier geht es um sportlichen Wettbewerb, um Disziplin und um gegenseitigen Respekt.“
Fester Bestandteil der Storm FC
Auch bei den Storm Fighting Championships ist das Hamburger Team inzwischen ein vertrauter Name. Sowohl bei den Newcomer-Veranstaltungen als auch bei Storm FC Volume 1 standen mehrere Athleten des Teams im Ring. Andreas Abel spricht mit großem Respekt über die Organisation der Events. „Die Veranstaltungen sind hervorragend umgesetzt“, sagt er. „Ich kann den Veranstaltern vertrauen, dass meine Kämpfer faire und gleichwertige Gegner bekommen. Das ist im Kampfsport entscheidend.“ Auch Storm-FC-Geschäftsführer Markus Kemper schätzt die Zusammenarbeit mit dem Team. „Andreas und seine Kämpfer sind ein außergewöhnliches Team“, sagt er. „Sie liefern sportlich Kämpfe auf höchstem Niveau, die für Zuschauer spektakulär sind. Gleichzeitig verkörpern sie mit ihrem Verhalten genau das, wofür die traditionellen Werte des Muay Thai stehen.“
Zwei starke Namen für Storm FC Volume 2
Bei den Storm Fighting Championships Volume 2 am 9. Mai in der Lübecker Hansehalle wird Team Abel erneut vertreten sein. Mit Houssam Lahloua, dem amtierenden deutschen Amateurmeister seiner Gewichtsklasse, und Finn Masurat, dem Titelanwärter des WMC-Gürtels, schickt das Team zwei hochkarätige Athleten in den Ring. Für Abel steht dabei nicht nur der sportliche Erfolg im Vordergrund. „Am Ende geht es natürlich darum zu gewinnen“, sagt er. „Aber genauso wichtig ist, wie man gewinnt – mit Respekt vor dem Gegner und vor dem Sport.“ Wenn also am 9. Mai erneut die ersten Klänge der traditionellen Muay-Thai-Musik durch die Hansehalle hallen und ein Kämpfer mit Mongkon den Ring betritt, wird sich zeigen, dass dieser Sport weit mehr ist als ein Kampf. Er ist ein Stück gelebte Tradition – und genau dafür steht das Team Abel.
Tickets erhältlich
Tickets für die Storm Fighting Championships Volume 2 am 9. Mai 2026 sind ab 25 Euro erhältlich unter
www.stormfc.de.







