Gemischte Gefühle bei der VSG Lübeck – Doppelspieltag zum Teil erfolgreich

Sieg folgt auf Niederlage

Johan Carl Moll (VSG Lübeck) beim Aufschlag. Archivfoto: Mirko Rietz/oH

Lübeck – Die Hallenvolleyballsaison neigt sich dem Ende zu. Für die Männer der VSG Lübeck bedeutet das in der 3. Liga Nord: Harter Abstiegskampf. Dafür bot das Wochenende Chancen, ein Doppelspieltag stand in der Thomas-Mann-Schule an. Die Gästeteams waren allerdings happig: Mit dem Eimsbütteler TV wartete am Sonnabend der seit zehn Spielen ungeschlagene Tabellenführer, der schon mit einem Bein in der zweiten Liga steht. Am Sonntag war dann Preußen Berlin zu Gast: Die Hauptstädter kamen zwar aus einer verletzungsbedingten Schwächephase, Lübeck besiegte aber die mit ehemaligen Zweit- und Erstliga-Spielern gespickte Mannschaft noch nie.

Satz lange offen

Dennoch wollte sich das Team von Coach Alexander Beitz nach Kräften wehren. Gegen Eimsbüttel fehlten zwar mit Schäfer, Barkemeyer, Krause und Schlicht gleich vier Spieler, dennoch kamen die Lübecker gut aus der Kabine. Das Spiel war lange offen, bis zum 20:21 war es knapp. Doch mit einer Aufschlagsserie setzten sich die Hamburger dann mit 25:20 durch.

Hin und her

Im zweiten Satz durfte dann Valerij Martic starten. Das Lübecker Sprungwunder sorgte mit unkonventionellen Aufschlägen und Blockhöhe für Gefahr. Vorne schulterten Moll und Lübbe viel Angriffslast, und sorgten immer wieder mit klugen Lösungen für Punkte. Hinten hielt Libero Litke, der spätere MVP, die Annahme zusammen. Es ging hin und her, ehe Lübeck umjubelt den zweiten Satz mit 28:26 für sich entschied.

Erfreuliches Debüt

Der dritte Satz war dann ein Spiegelbild des ersten: Bis 20:20 war alles offen, dann verließen die Lübecker in der Crunchtime die Kräfte. Freudig war aber das Außen/Annahme-Debüt von Gustav Peter: Der Serienlandesmeister im Beachvolleyball, zuletzt Fünfter bei den Deutschen Beachvolleyballmeisterschaften in der U17, hat sich mit hervorragenden Trainingsleistungen und technischer wie taktischer Entwicklung an die Mannschaft herangekämpft. Nachdem der in der Landesliga bei VSG4 regulär spielende Youngster bereits ein paar Mal als Ersatzlibero dabei war, durfte er nun seine ersten Einsatzminuten auf höchstem Niveau sammeln.

Ergebnis zu deutlich

Nach einem 21:25 in Satz 3 ging es zu Ungunsten der Lübecker auch in Satz 4 so weiter: Aus 15:16 wurde 18:25. So unterlag Lübeck mit 1:3 (20:25 28:26 21:25 18:25) in vier Sätzen dem Eimsbütteler TV. Dennoch fand Coach Beitz positive Worte: „Wir haben ein gutes Spiel gemacht, wenn man die letzten fünf Punkte in jedem Satz rausrechnet.“ Und in der Tat, das Ergebnis verkaufte die gute Lübecker Leistung gegen den Spitzenreiter unter Wert. 

Zweite Chance

Dafür bot sich am Sonntag direkt die zweite Chance. Dort hatten die etwas lädierten Lübecker Preußen Berlin zu Gast. Mit genügend Feuer vom Vortag ging Lübeck schnell in Führung. Bei der Verteidigung jener half auch der heute immer wieder eingesetzte Doppelwechsel auf Joshua Rietz und Falk Bahlmann, die enorm wichtige Minuten spielten und den Lübeckern in Schwächephasen entscheidende Punkte brachten. So gewann Lübeck den ersten Satz mit 25:21.

Führung gerät ins Wanken

Im zweiten Satz dann verkehrte Welt: Lübeck in der Annahme unter Druck, selbst fahrig im Aufschlags- und Annahmespiel. Preußen marschierte, und stellte mit 25:17 auf 1:1. Nun war es an Lübeck, das Momentum zu gewinnen. Coach Beitz brachte Friedemann Schäfer, der im Angriff besser durchkam. Dazu fand Malte Ullerich zu seinem Aufschlag, der fortan eine echte Waffe war und Lübeck eine wichtige Serie brachte. Eine frühe 15:9-Führung geriet bei 20:19 nochmal ins Wanken, wurde letztendlich aber in einen 25:22-Erfolg umgemünzt.

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VfB Lübeck

Sieg zum Greifen nah

Dann aber machte sich Preußen ihren tiefen Kader zu Nutze. Mit neuen Impulsen gelang es in Satz vier abermals, das Spiel zu drehen. Lübeck war lange vorne, aber bei 19:17 drehte eine Aufschlagserie von Yanik Martin das Spiel. Mit 22:25 ging es in den Tiebreak. Hier waren es wieder die Lübecker, die bei Aufschlag Schäfer und Ullerich die Konkurrenz unter Druck setzen und dann im Block und der Feldabwehr abkochten. Mit 8:5 wurde die Seite gewechselt, bei 13:9 war der Sieg zum Greifen nah. Nach einer letzten Auszeit sicherte sich Lübeck den umjubelten Heimsieg vor feierndem Heimpublikum.

Es geht um alles

Mit dem 3:2 (25:21 17:25 25:22 22:25 15:9) stellt Lübeck auf acht Saisonsiege aus 18 Spielen. Keine desaströse Bilanz, dennoch sind für den Klassenerhalt mindestens drei Siege aus den letzten vier Spielen nötig, eher müssen alle vier gewonnen werden. Dabei steht noch ein Heimspiel gegen Warnemünde an, ansonsten warten Auswärtsfahrten nach Mitteldeutschland, Potsdam und Schöneiche auf die Spieler. Mittelblocker Pommerenke war dennoch optimistisch: „Wenn wir spielen wie dieses Wochenende, dann werden wir noch einige Punkte sammeln. Favorit sind wir in keinem der Spiele, aber das liegt uns. An deren Stelle würde ich uns weder unterschätzen noch im Kampf um den Klassenerhalt abschreiben.“

Schafft die VSG Lübeck den Doppel-Klassenerhalt?

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Bildquellen

  • VSG M1: Mirko Rietz/oH
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