
Lübeck – Ende gut, alles gut. Der VfB Lübeck gewann am vergangenen Freitag sein Heimspiel gegen Blau-Weiß Lohne in der Regionalliga mit 2:0 (HL-SPORTS berichtete). Ein durchschnittliches Spiel endete damit, dass sich alle in den Armen lagen. Alle? Nicht ganz. Die Fans hatten ihre eigene Agenda. Der Streit zwischen den “Halunken“ und dem “Ultra Kollektiv Lübeck (UKL)“ war im gesamten Stadion zu sehen. Das Gute vorweg: Es blieb friedlich.
Polizei vermeldet friedlichen Verlauf
Auch die Polizeidirektion Lübeck, die mit sich mit der Bereitschaftspolizei Eutin und der Diensthundestaffel der Polizeidirektion Ratzeburg mit einem verstärkten Kräfteansatz auf die Sportveranstaltung vorbereitete, war nach dem Abpfiff nicht gefordert. Sie bilanzierte einen insgesamt friedlichen Verlauf.
„Es ging um Fußball“
Durchatmen also auf allen Seiten. VfB-Sportvorstand Sebastian Harms sagte danach zu HL-SPORTS: „Man wusste vorher ja nicht genau, wie sich das beim Spiel darstellt. Für den Moment war es eine gute Lösung. Wir wurden von allen Tribünen grundsätzlich positiv unterstützt. Es war auch Stimmung da, das war hilfreich, es ging um Fußball. Aber natürlich war es anders und ist mit Sicherheit keine Dauervariante.“
Ein Puffer zwischen den eigenen Anhängern
Lübeck sorgte mit der Fantrennung der eigenen Anhänger deutschlandweit für ein Novum. Die Halunken in Block B und das UKL in Block A1. Die anderen Gruppierungen machten es sich auf der Haupttribüne bequem und sorgten dort für Stimmung. Die Pappelkurve blieb leer. Ob es so etwas schon einmal bei anderen Vereinen gab, ist nicht bekannt. Nur, dass beim F.C. Hansa Rostock Fangruppierungen mit unterschiedlichen Ansichten ebenfalls auf der gegenüberliegenden Seite ihre Plätze haben. Beim Drittligisten wird das seit Jahren erfolgreich dargestellt. Im Ostseestadion gilt zudem das Motto, dass man gemeinsam die “Kogge“ unterstützt und die Unterschiede in der eigenen Auslebung der Kultur außen vorlässt.
In den Farben geeint, in der Sache getrennt
Seltsam war es auf der Lohmühle trotzdem am Freitag. Beide Fangruppierungen machten ihre eigene Stimmung. Unterschiedliche Gesänge waren zu vernehmen, denn kein einziges Mal hörte man Einigkeit. Und doch gab es eine Gemeinsamkeit: Die beiden Tore der Grün-Weißen, die wurden von rund 190 Halunken (darunter eine größere Anzahl aus dem rumänischen Bukarest) und UKL (zirka 160) gleich bejubelt. Die Mannschaft bedankte sich nach dem Abpfiff bei allen im Stadion – keiner wurde ausgeschlossen oder kam zu kurz.
„Zusammen macht alles viel mehr Spaß“
VfB-Torschütze Manuel Farrona Pulido fand zum Thema Fans und Trennung dann doch eine Parallele: „Ich kenne so etwas tatsächlich schon aus Münster, wo es mal eine ähnliche Geschichte gab zwischen den Fanlagern. Im Endeffekt stecken wir da aber nicht drin. Natürlich ist es komisch und auch für uns als Mannschaft schade. Wir können als Team nur Gas geben, egal wie die Situation ist, spielen für alle im Stadion. Am Ende geht es ja auch um Lübeck. Wir hoffen ganz schnell, dass es zu einer Einigung kommt. Zusammen ist man lauter und erfolgreicher. Wir brauchen die Fans, die brauchen auch uns. Zusammen macht alles viel mehr Spaß.“
Eine Option für die Zukunft kann das trotzdem nicht sein. Nach den Ausschreitungen im Contidorf vor zwei Wochen kam ein Gespräch zwischen den beiden Gruppen nicht statt. Der Verein versuchte zu vermitteln, blitzte allerdings komplett ab. Die Quintessenz des Clubs war nicht nur die Fantrennung der eigenen Anhänger, sondern zudem die Schließung der Pappelkurve sowie des Contidorfes.
In Todesfelde gibt es nur eine Option
Jetzt bleibt abzuwarten, wie sich die Lage weiterentwickelt. Und viel Zeit bleibt nicht, denn schon am kommenden Sonnabend (14 Uhr) geht es zum ganz wichtigen Landespokal-Halbfinale beim SV Todesfelde. Ein Ausschluss wie in Schöningen wird es dort nicht geben, unterschiedliche Fanblöcke für die grün-weißen Anhänger ebenfalls nicht. Bleibt nur der Rostocker Weg in Selbstbeherrschung an der Dorfstraße und 90 Minuten plus ein eventuelles Elfmeterschießen die Füße und Fäuste stillzuhalten. Das wäre dann auch dem Wunsch von “Puli“: „Zusammen macht alles viel mehr Spaß.“
Bildquellen
- lobeca_251411_vivian_pfaff_20260327: Lobeca/Vivian Pfaff
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