
Lübeck – Das vergangene Wochenende in der Kreisliga Südost bot einiges. Der Tabellenführer verlor erst zum zweiten Mal in dieser Saison und auch der TSV Schlutup konnte nicht gewinnen. Zudem musste sich Travemünde erneut geschlagen geben gegen einen starken Lönne Christiansen. Für Rethwisch endete die Sieglosserie, während Groß Grönau II im neuen Jahr weiterhin ohne Punkt bleibt.
Eichholzer SV II – SG Reinfeld/Kronsforde 2:1 (1:0)
Das Topspiel des Spieltags stand bereits am Sonnabendnachmittag an. Der Eichholzer SV II empfing mit einer Serie im Rücken den Tabellenführer, die SG Reinfeld/Kronsforde. Beide Mannschaften verloren vor dem Duell noch keine Partie in 2026, dies sollte aus Sicht der beiden Mannschaften auch so bleiben. Die SG ging aufgrund der Tabellenführung und starken Saison als Favorit ins Duell, doch wusste auch, dass es gerade am Pöbelberg nicht einfach werden würde. Hier sind die Lübecker kaum zu schlagen, zudem gibt es auf dem engen Kunstrasen immer wieder Torspektakel. Darauf freuten sich die Zuschauer am Sonnabend auch, doch dieses blieb aus. Zwei gut besetzte Mannschaften neutralisierten sich in der Anfangsphase. Reinfeld hatte etwas die Nase vorn, machte das Spiel, doch richtig gefährlich wurde es noch nicht. Eichholz lauerte auf Umschaltsituationen und wurde so vereinzelt gefährlich. Nach schnellem Vorstoß über Ole Rüdiger verpasste Ramazan Acer in der Mitte und Caspar Stark verfehlte das Tor hauchdünn. Auf der Gegenseite waren die Standards gefährlich, doch aus dem Spiel heraus wurde wenig kreiert. Der einzige Treffer vor der Pause fiel für den Aufsteiger. „Rambo“ Acer traf eiskalt und sorgte für den 1:0-Pausenstand.
Nach dem Seitenwechsel kam Reinfeld mit Schwung aus der Kabine. Der Spitzenreiter wurde zwingender und näherte sich an. Einen Torwartfehler bestrafte letztlich Julian Wenzel (50.) zum Ausgleich. Die Gäste wollten mehr und wechselten kurz darauf gleich dreifach. Marcel Dankert, Benjamin Pirch und Fabian Meyer kamen in die Partie, doch nur wenige Sekunden später kam es zu einer Schlüsselszene. Thore Rahn-Marx legte sich den Ball im Mittelfeld zu weit vor, rutschte zudem weg und traf laut dem Schiedsrichter Matti Meyer mit der offenen Sohle. Nach etwas Zögern gab der Unparteiische die Rote Karte. Die Stormarner regten sich auf, denn dieser Platzverweis war eine harte Entscheidung. Somit musste die SG über eine halbe Stunde in Unterzahl agieren und die Lübecker machten direkt Druck. Man näherte sich an und kam zu Chancen. Der Treffer fiel allerdings nach einem ruhenden Ball durch einen sehenswerten Seitfallzieher von Matti Meyer (63.). Die erneute Führung der Eichholzer und nun war es klar, dass es eine ganz schwierige Aufgabe für Reinfeld werden würde. Diese versuchten es immer wieder mit hohen Bällen, doch so richtig klare Chancen gab es keine. Eichholz hielt leidenschaftlich dagegen und konterte, sodass man dem dritten Tor durchaus näher war. Sowohl Maik Germann als auch Leonard Boner verpassten knapp die Vorentscheidung. So lief die Zeit runter und der Schiedsrichter sollte nochmals in den Mittelpunkt geraten. Trainer Jakob Finnern sah die Ampelkarte, Gleiches galt in der Nachspielzeit auch für Luis Mickeleit. Drei Reinfelder flogen an diesem Nachmittag vom Feld, was für großen Ärger bei der SG sorgte. Eichholz dagegen bejubelte einen verdienten Heimsieg und bleibt in 2026 ungeschlagen.
Stephan Lindhoff (Eichholzer SV II): „Verdienter Sieg gegen den Tabellenführer. Als Erstes ein riesengroßes Lob an meine Mannschaft. Das, was da gestern auf dem Platz alles gelassen wurde, ist Wahnsinn. In der ersten Halbzeit ein ausgeglichenes Spiel mit mehr Ballbesitz für die SG, jedoch die besseren Chancen für uns. Wir überstehen die Druckphase nach der Halbzeit trotz des Ausgleichs. Nach der Roten Karte sind wir voll drin und belohnen uns mit dem Siegtreffer, lassen jedoch einige Großchancen noch liegen. Der SG weiterhin viel Erfolg.“
Jakob Finnern (Reinfeld/Kronsforde): „Ärgerliche Niederlage. In der ersten Halbzeit haben wir 73 % Ballbesitz und erspielen uns drei sehr gute Chancen durch Julian Wenzel, Dennis Lie und Luis Mickeleit. Leider konnten wir diese nicht nutzen und so kommt es, wie es kommen muss, und wir bekommen nach einem Fehler im Aufbau durch den ersten Schuss aufs Tor das 1:0. Nach der Pause kommen wir gut rein und belohnen uns direkt mit dem Ausgleich. In der 60. Minute bekommen wir dann eine glatt Rote Karte in der gegnerischen Hälfte, die sehr hart war. In Unterzahl kassieren wir dann kurz danach das 2:1. Trotzdem haben wir nie aufgehört, wir haben dann alles riskiert und unser Torwart Linus Thümen hält uns mehrfach im Spiel, trotzdem gelingt uns der Lucky Punch leider nicht mehr.
Solche Spiele gehören dazu, jetzt heißt es weitermachen und nächste Woche wieder drei Punkte einfahren.“

TSV Eintracht Groß Grönau II – VfL Rethwisch 1:2 (1:0)
Sowohl die Eintracht Groß Grönau II als auch der VfL Rethwisch gingen ohne einen einzigen Sieg im neuen Jahr ins Duell gegeneinander. Beide kämpfen um den Klassenerhalt, wobei die Ausgangslage für den VfL weitaus entspannter ist. Mit einem Sieg wäre der Verbleib so gut wie in trockenen Tüchern. Groß Grönau nahm sich allerdings viel vor und wollte eine Reaktion auf die 0:8-Klatsche gegen Schlutup zeigen. Mit einigen U18-Spielern im Kader wollte man die Stormarner vor Herausforderungen stellen und sich für das Hinspiel revanchieren, auch wenn in der Mannschaft nicht mehr viele Spieler, die bei der 0:7-Pleite dabei waren, sind. Im ersten Durchgang sollte es der Gastgeber sein, der mit 1:0 in Führung ging (36.). Diese hielt bis etwas mehr als eine Stunde, denn dann glich Jonas Klaus (65.) aus. Im Anschluss war Rethwisch am Drücker gegen zehn Groß Grönauer und belohnte sich. Rene Bossert (87.) erzielte den Siegtreffer zum ersten Dreier nach dem Jahreswechsel. Die Eintracht dagegen bleibt weiterhin sieglos und muss am kommenden Sonntag in Travemünde einen neuen Anlauf nehmen.
Alexander Wollmer (Groß Grönau II): „Abstiegskampf pur. Teilweise kein Leckerbissen für die Zuschauer. Einzig negativ ist, dass das Gespann teils mit kuriosen Entscheidungen das Spiel unnötig emotional macht. Glückwunsch nach Rethwisch zum Sieg. Wir lecken unsere Wunden und machen weiter.“
Tobias Chylla (VfL Rethwisch): „Es war das erwartet umkämpfte Spiel gegen Grönau. In der ersten Halbzeit konnten wir uns einige Chancen erspielen, sind jedoch am Aluminium und dem Torhüter gescheitert. Bis auf einen Schuss ans Außennetz haben wir bis zum Gegentor, welches leider klar abseits war, nichts zugelassen. Wir haben uns in der Halbzeit vorgenommen, nicht nervös zu werden, sondern unser Spiel durchzuziehen. In der zweiten Hälfte wurde das Spiel zunehmend ruppiger. Wir haben immer mehr Druck auf das Tor ausgeübt und konnten uns dann endlich mal belohnen. Der Sieg fühlt sich nach der langen Durststrecke sehr gut an und macht Bock auf mehr. Großes Kompliment an unser Team, dass sie sich nicht aufgegeben haben und immer an sich geglaubt haben.“
ATSV Stockelsdorf – TSV Pansdorf II 1:2 (1:0)
Der ATSV Stockelsdorf nahm sich vieles vor für die Partie gegen den TSV Pansdorf II. Der erste Dreier nach der Winterpause sollte eingefahren werden, doch die Aufgabe war eine schwierige. Der Gegner gewann alle Spiele in 2026 und wollte diese Serie auch weiterhin fortsetzen, doch die Truppe von Steven Tion war auch gewarnt. Im Hinspiel führte der ATSV nämlich bis in die Schlussphase mit 2:0, am Ende gab es noch ein 2:2. So weit sollte es dieses Mal allerdings nicht kommen. Personell kehrten beim TSV einige Spieler zurück, sodass der Trainer wieder mehr Optionen hatte. Wie bereits beim ersten Aufeinandertreffen der beiden Teams in dieser Saison kam der ATSV besser in die Partie. Man war mutig und ging früh in Führung. Tim-Niklas Seeger (7.) traf wie bereits gegen die SG Reinfeld/Kronsforde zwei Wochen zuvor. Damals erzielte der Spieler mit der Nummer Zehn sogar das 2:0, das am Ende dennoch verspielt wurde. Diesmal bot sich erneut die Chance, die Führung auszubauen, doch das Aluminium rettete den Tabellenzweiten. So ging es nach einer starken ersten Hälfte der Gastgeber nicht unverdient mit 1:0 in die Kabine. Pansdorf musste bereits vor dem Pausentee wechseln, denn für Tom Volkmann, den mit neun Saisontreffern besten Torschützen, ging es nicht mehr weiter. Der zweite Wechsel folgte direkt zum Wiederbeginn, denn Trainer Tion setzte nun mit Mephew Hinze auf noch mehr Tempo über die Außen. Dies sollte aufgehen, denn 20 Minuten vor dem Ende traf Niklas Simon (70.) zum Ausgleich. Stockelsdorf war nicht mehr so griffig wie im ersten Durchgang und machte auch nicht unbedingt eine gute Figur beim Gegentreffer. Die Ostholsteiner wollten nun mehr, denn im Kampf um Platz Zwei wäre ein Remis sicherlich zu wenig. Die Moral war allerdings bereits in den vergangenen Wochen die große Stärke, denn mit Ausnahme des Spiels gegen Groß Grönau II geriet man immer mit 0:1 in Rückstand und gewann am Ende. An diesem regnerischen Sonnabend war man erneut ins Hintertreffen geraten und tatsächlich gab es erneut einen Sieg. Neuzugang Mephew Hinze (79.) feierte sein Tordebüt am Techauer Weg. Der Neuzugang vom TSV Travemünde brauchte etwas, um beim TSV anzukommen, und kam auch an diesem Tag von der Bank, doch hinterlegte mit dem Siegtor durchaus seine Bewerbung auf einen Startplatz. Am Ende gingen die drei Punkte an die Zweitvertretung.
Jan Mehlfeld (ATSV Stockelsdorf): „Glückwunsch an Pansdorf. Hier haben wir auf jeden Fall einen Punkt verschenkt. Wir spielen eine gute erste Halbzeit, mit etwas mehr Glück gehen wir zur Pause mit 2:0 in Führung, scheitern aber an der Latte. Zweite Halbzeit sind wir nicht mehr so griffig und dann schlagen wir uns leider selbst und helfen bei beiden Gegentoren deutlich mit. Und so verlieren wir diese Partie.“
Steven Tion (TSV Pansdorf II): „Hart erkämpfte drei Punkte gegen einen defensiv sehr guten Gegner. Die Jungs haben sich die Punkte in einem schlechten Spiel erkämpft. Wieder war es eine erste Hälfte zum Vergessen, wir können es wieder in der zweiten Halbzeit richten. Wir müssen jetzt daran arbeiten, unser Spiel über 90 Minuten auf den Platz zu bekommen. Wir werden die kurze Pause jetzt nutzen, um Kraft für den Endspurt zu sammeln.“
VfL Vorwerk – Lübeck 1876 3:5 (2:2)
28 Gegentore aus drei Spielen waren eine erschreckende Ausbeute aus den drei Spielen des VfL Vorwerk, bevor man Lübeck 1876 empfing. Vor allem die Defensivleistung beim 1:15 bei der SG Reinfeld/Kronsforde war ungenügend. Der Klassenerhalt ist wieder in die Ferne gerückt und die Euphorie aus dem Winter sowie dem Auftaktsieg gegen Fortuna St. Jürgen wieder verflogen. Nun kam ein Gegner, für den es in dieser Spielzeit tabellarisch um nicht mehr wirklich viel geht. Lübeck 1876 zeigte eine enttäuschende Hinserie, in der die Konstanz zu oft fehlte. Im neuen Jahr startete man gut, doch musste sich zuletzt zweimal wieder geschlagen geben. Die Defensive sah bei beiden Spielen nicht gut aus und so waren acht Gegentreffer das Resultat. Nun sollte hinten wieder mehr Stabilität und vor allem der Sieg her, doch einfach sollte es nicht werden. Im Hinspiel zitterte man sich bereits zum Erfolg und auch diesmal war es kein Selbstgänger. Vorwerk war von Beginn an mutig und zeigte, dass sie ein anderes Gesicht als beim 1:15 gegen Reinfeld/Kronsforde zeigen wollen. Niclas Tiessen (6.) und Mehmet Sütlü (9.) sorgten für die frühe 2:0-Führung und erwischten die 76er eiskalt. Die Gäste mussten sich erst einmal schütteln, doch dann gab es eine klare Steigerung. Vorwerk verlor den Faden und so stellten Norman Bierle (27.) und Jonas Jacobsen (33.) noch vor der Pause auf 2:2. Zum Wiederbeginn war also wieder alles auf null, doch diesmal kamen die Mannen von Uwe Buchholz und Andreas Beyer besser rein. Jacobsen (58.) schnürte den Doppelpack und brachte den Favoriten durch ein Traumtor auf Kurs. Doch trotz der bitteren, jüngsten Wochen zeigte die Heimmannschaft eine starke Moral und glich kurz vor dem Ende aus. Timo Yilmaz (90.) ließ den Tabellenvorletzten jubeln und vom vierten Punkt in 2026 hoffen. Doch die Nachspielzeit stand noch an und der VfL agierte zu unclever. Man geriet völlig aus der Ruhe und so war es zum dritten Mal Jacobsen (96.), der den vierten Gästetreffer erzielte. Bitter für die Truppe von Benjamin Schramm und nachdem man nochmals alles nach vorne warf, führte ein Konter, vollendet durch Mohammed Sadiq (101.), zum Endstand. Lübeck 1876 gewann mit 5:3.
Benjamin Schramm (VfL Vorwerk): „Ein wildes Spiel, in dem wir vom Kämpferischen in jedem Fall einen Punkt verdient gehabt hätten. Erst der Blitzstart mit der schnellen 2:0-Führung, dann nach 2:3-Rückstand in der letzten Minute den Ausgleich erzielt. Am Ende schaffen wir es nicht, den Punkt festzuhalten, sondern spielen weiter wild und bekommen das 3:4. In der 98. Minute werfen wir alles inkl. Keeper nach vorne und bekommen im Gegenzug das 3:5, was dann keine Rolle mehr spielt.“
Uwe Buchholz (Lübeck 1876): „Das war ein wildes Spiel. Nach dem schnellen 0:2-Rückstand können wir bis zur Pause ausgleichen. Mitte der zweiten Hälfte dann das erlösende 3:2. Wir machen den Deckel nicht drauf und kriegen kurz vorm Ende der regulären Spielzeit den Ausgleich. In der sechsminütigen Nachspielzeit dann die Entscheidung durch Jacobsen, aber der Schiri packt für alle unerklärlich nochmal vier Minuten drauf und so wurde es noch einmal hektisch. Aber in der 100. Minute das 5:3 und der Mannschaftsabend war gerettet. Am Ende ein verdienter Sieg. Wir hatten noch einige hochkarätige Chancen und drei nicht gegebene Tore. Vorwerk hat bis zuletzt dran geglaubt und wird noch einige Punkte in der Saison sammeln.“
SG Breitenfelde/Mölln – TSV Gudow 2:2 (1:1)
Sowohl der TSV Gudow als auch die SG Breitenfelde/Mölln spielten bereits unter der Woche. Während Gudow sich trotz starkem Auftritt nicht belohnen konnte und mit 1:2 in Kücknitz unterlag, gewann die SG trotz Rückstand bei Lübeck 1876. Es war der dritte Sieg der Breitenfelder in Folge und nun wollte man das Quartett vervollständigen. Das Derby war umkämpft und höchst unterhaltsam. Julian Schlicht sorgte für die erste Chance des Tabellenschlusslichts, doch Torben Brettschneider war zur Stelle. Kurz darauf ist der TSV im Zentrum zu passiv, was die SG allerdings nicht bestrafte. Es war ausgeglichen, doch plötzlich bot sich die Mega-Chance für Gudow. Lennart Burmeister wird umgerissen und der Schiedsrichter entscheidet auf Elfmeter. Der Gefoulte vergibt, der Nachschuss prallt an die Unterkante der Latte, doch dann war es Hendrik „Bommel“ Burmeister(26.), der den Ball über die Linie drückte. Gudow wollte es unbedingt und erzwang den Treffer. Kurz darauf kam allerdings die SG zum Ausgleich. Leon Posselt (35.) erzielte durch einen Sonntagsschuss den Treffer. Die Mannschaft von Arne Riewe kam verbessert aus der Pause und ging in Führung. Marvin Edler (59.) traf sehenswert oder wie Gudow-Coach Marcel Schaper sagte: „der genauso reinfliegt wie das erste Tor von Wirtz am Freitag.“ Breitenfelde machte weiter, doch wirkte oftmals zu unsauber, sodass die Vorentscheidung ausblieb. Die Zeit lief runter und es gab eine Konterchance für die Gäste. Über die beiden Lennarts, Burmeister und Els, ging es nach vorne, Brettschneider hielt allerdings wieder stark, doch Els setzte nach und glich aus. Wieder erzwang die Mannschaft vom Segrahner Berg den Treffer. Breitenfelde warf in den Schlussminuten alles rein und wollte unbedingt den Derbysieg. Man bekam eine Umschaltsituation, die Lennart Els mit einer Notbremse stoppte. Es gab die Rote Karte, doch im Anschluss passierte nicht mehr viel. Es blieb beim 2:2 und einem weiteren Punkt gegen den Abstieg. Getrübt wurde die Freude über die starke Moral allerdings durch eine schwere Verletzung von Jens Erhardt kurz vor dem Ende.
Arne Riewe (Breitenfelde/Mölln): „Verrücktes Spiel und ein verdienter Punkt für beide Mannschaften. Wir investieren zu wenig und machen nichts aus unseren Chancen, während Gudow aus vier Chancen zwei Tore macht. Wir finden keine Lösung gegen eine Beton-Mannschaft. Ein absolut unangenehmer Gegner und ein Schiri zum Kopfschütteln. Ich bin absolut ein Freund davon, junge Leute heranzuführen, aber dann doch bitte mit Linie und auch damit, dass sie mehr anzeigen dürfen als Einwürfe. Viel Erfolg weiter an den TSV im Abstiegskampf.“
Marcel Schaper (TSV Gudow): „Julian hat die erste hundertprozentige Chance, die leider vom Torwart stark vereitelt wird. Anschließend kommt Breitenfelde zu leicht in der Mitte durch, trifft aber zu unserem Glück das Tor nicht. Mitte der ersten Hälfte holt Lennart einen Elfmeter raus, wo er komplett unnötig umgerissen wird, nachdem die Chance eigentlich schon vergeben war. Hier hat Breitenfelde Glück, dass es mit elf gegen elf weitergeht. Lennart vergibt, setzt den Nachschuss an die Unterkante der Latte, wir wollen es trotzdem mehr und Bommel köpft den Ball am Ende über die Linie. Zehn Minuten später gleicht Breitenfelde durch einen Sonntagsschuss aus. In Halbzeit zwei ist Breitenfelde dann besser im Spiel. Wir haben eine Aktion, wo es einen Handelfmeter nicht gibt. Kurz danach hat Marvin Edler einen Freistoß, der leider genauso reinfliegt wie das erste Tor von Wirtz am Freitag. Anschließend kommt Breitenfelde vermehrt zu Chancen, ist aber zu unkonzentriert oder scheitert an Ulle. Kurz vor Schluss haben wir einen Konter über Lennart B und Lennart E, wieder hält der Torwart stark, wieder setzen wir nach und erzielen durch Els den 2:2-Endstand. Am Ende zieht Lennart noch die Rote Karte bei einer Umschaltaktion. Was ein Derby. Dafür spielt man Fußball. Am Ende nehmen wir insgesamt verdient einen Punkt mit. Glückwunsch an meine Jungs, die spät nochmal zurückkommen! Wir drücken alle Jens „Ente“ Ehrhardt die Daumen, der kurz vor Schluss schwer verletzt ausgewechselt werden musste. Hoffentlich ist es nicht zu schlimm.“
SV Viktoria 08 – TSV Traevmünde 2:0 (0:0)
Zwei Mannschaften, die vor dem Spieltag erst einen Sieg nach der Winterpause eingefahren haben, trafen am Sonntagnachmittag auf der Falkenwiese aufeinander. Der TSV Travemünde war zu Gast und wollte nach nur einem Punkt aus drei Spielen wieder dreifach punkten. Der SV Viktoria 08 gewann nur am vergangenen Wochenende gegen Rethwisch in 2026, doch zeigte unter der Woche gegen Tabellenführer Reinfeld/Kronsforde ein starkes Gesicht. Der Trend zeigt beim SVV daher eher nach oben. In der Anfangsphase waren die Gäste die stärkere Mannschaft. Travemünde machte das Spiel und suchte den Weg nach vorne. Das Ziel war klar, der Sieg sollte her und so trat die Mannschaft von Christian Jetz auch auf. Nur der Treffer sollte fehlen. Nach etwas mehr als einer Viertelstunde kamen die Hausherren dann besser ins Spiel. Man erspielte sich vielversprechende Angriffe. Ein Alutreffer war dabei die beste Chance der ersten 45 Minuten, doch auch der Gast verbuchte eine Großchance. Ansonsten war das torlose Remis zur Pause leistungsgerecht, sodass alles für den zweiten Durchgang noch offen war. Dort waren die Hausherren nochmals besser im Spiel. Die Chancen häuften sich und mit Lönne Christiansen hat Trainer Timur Akgün einen echten Unterschiedsspieler in der Spitze. Dies stellte er unter Beweis, sodass sein Doppelpack (53./57.) zur 2:0-Führung führte. Davon erholten sich die Monte-Kicker, die sich wieder einmal eine schwache Chancenverwertung ankreiden lassen müssen, nicht mehr, sodass Viktoria am Ende gewann.
Timur Akgün (SV Viktoria 08): „Mit der Gastmannschaft haben wir natürlich einen ordentlichen Brocken vor uns gehabt. Travemünde ist ein unbequemer Gegner. So haben wir uns in den ersten 15 Minuten auch finden müssen. Da hatte Travemünde deutlich mehr Ball- und Spielanteile und hat es einfach mehr gewollt und den Weg in die Offensive gesucht. Sie haben auch die erste Chance gehabt, der ging glücklicherweise für uns nicht rein. Dann haben wir uns gefangen, kamen ins Spiel. Wir haben uns relativ gute Chancen ausgearbeitet, trotzdem ist es unter dem Strich ein gerechtes 0:0 zur Halbzeit. In der zweiten Hälfte haben wir von der Formation nichts verändert, nur taktisch etwas anders gestanden. Enger bei den Männern gewesen und dementsprechend hatten wir deutlich mehr Zugriff nach vorne. Man muss dazu sagen, dass einmal mehr Lönne C. der Mann des Tages war. Durch unsere vielen Offensivaktionen, die wir oft über ihn hatten, haben wir von vier, fünf sehr guten Chancen zwei gemacht und unter dem Strich verdient 2:0 gewonnen. Eine gute Teamleistung von uns. Travemünde weiterhin noch viel Erfolg in dieser Saison.“
Christian Jetz (TSV Travemünde): „Wir stehen in der ersten Halbzeit gut, haben Chancen und machen sie wieder nicht. Altes Bild, altes Muster. Dann entscheidet ein starker Lönne Christiansen individuell das Spiel und wir haben keine Antwort.“
TSV Kücknitz – Fortuna St. Jürgen 2:1 (1:1)
Nach dem 2:1-Sieg am Donnerstagabend gegen den TSV Gudow blieb dem TSV Kücknitz nicht viel Zeit, um sich zu erholen. Das nächste Spiel stand direkt am Sonntag an und erneut rollte der Ball am heimischen Roten Hahn. Zu Gast war der SV Fortuna St. Jürgen, der in 2026 gute Ergebnisse eingefahren und sich endgültig aus der unteren Tabellenregion verabschiedet hat. Vor allem zu Hause ist die Mannschaft von Andre Meese kaum zu schlagen, doch nun sollte auch in der Fremde gepunktet werden. Der Gegner kam ebenfalls gut aus dem Winter und verlor erst eine Partie. Mit diesem Selbstvertrauen ging die Truppe von Mirco Groß auch ins Spiel. Es dauerte keine 60 Sekunden, da war bereits Gästekeeper Moritz Rohde geschlagen. Fatih Katram (1.) machte den Blitzstart perfekt. Im Anschluss steigerte sich der Gast und kam durch Anton Mitterhuber nach einer knappen Viertelstunde zu einer guten Möglichkeit. Insgesamt hatte St. Jürgen das Chancenplus, machte eine starke Partie, doch nur das Tor fehlte. Die Chancenverwertung war an diesem Tag das große Manko. Fünf Minuten vor der Pause hätte sich dies fast gerächt, doch Rohde rettete gegen Katran. Wenige Minuten vor dem Halbzeitpfiff fiel dann das überfällige Gästetor. Anton Mitterhuber (43.) hob über den Kücknitzer Schlussmann zum 1:1-Pausenstand. Die zweite Hälfte bot zunächst, wie bereits auch im ersten Durchgang, einige Fouls. Anschließend war es weiterhin die Mannschaft vom Kalkbrenner, die zu guten Chancen kam, doch es schien an diesem Nachmittag wie verhext. Der Ball wollte einfach nicht rein und so kam es, wie es kommen musste. Fortuna passt einmal nicht auf und schon zappelt der Ball erneut im Netz. Luis Burow (71.) stellte den Spielverlauf auf den Kopf und brachte die Heimelf auf Kurs. Eine Antwort blieb aus, sodass die drei Punkte in Kücknitz bleiben.
Oliver Krause (TSV Kücknitz): „Fortuna St. Jürgen war zu Gast am Roten Hahn. Wie erwartet war es ein Spiel auf Augenhöhe mit vielen Zweikämpfen im Mittelfeld. Wir gehen gleich mit der ersten Aktion in Führung. Diese sollte eigentlich Sicherheit geben aber Fortuna wurde im Verlauf der ersten Halbzeit immer stärker und wir überließen ihnen das Mittelfeld. Der Ausgleich fiel verdient kurz vor dem Halbzeitpfiff. Nach der Pause war es kein gutes Kreisligaspiel, in dem Fortuna aber besser war und viele gute Möglichkeiten ungenutzt ließ und unser Torwart, Denis Bohnsack, uns mehrfach im Spiel hielt. Am Ende nutzten wir eine der wenigen Chancen zur 2:1 Führung. Diese hielt bis zum Schluss und die drei Punkte bleiben am Roten Hahn. Ob verdient oder nicht fragt am Montag keiner mehr enach. Wir wünschen Fortuna im weiteren Saisonverlauf viel Erfolg und allen ein schönes Osterfest.“
Nikolay Frech (SV Fortuna St. Jürgen): „Fußball kann so schön sein, heute tut es jedoch echt weh. Kücknitz macht nach wenigen Sekunden direkt das 1:0, wovon wir uns jedoch nicht unterkriegen lassen. Von Minute zu Minute kommen wir besser rein in die Partie und spielen eine starke erste Halbzeit. Einzig an der Chancenauswertung hapert es und so geht es mit einem 1:1 in die Pause. Aus der Halbzeit kommen wir höchst fokussiert raus, scheitern aber wieder an uns selber. Wir kombinieren uns etliche Male stark durch die Kücknitzer Abwehr, ohne jedoch ein Tor zu erzielen. Wie es dann so ist im Fußball, murmelt Kücknitz die Kugel dann rein und gewinnt am Ende die Partie. Auch wenn es sehr hart ist, gehört das zum Spiel dazu und wir werden nächste Woche wieder alles geben.“
SV Azadi Lübeck II – TSV Schlutup 3:3 (0:1)
An das Hinspiel gegen den SV Azadi Lübeck II erinnerte man sich beim TSV Schlutup wohl absolut nicht gerne zurück. Mit 2:6 gab man sich geschlagen und musste die zu diesem Zeitpunkt erste Saisonniederlage hinnehmen. Nun kam es zum Rückspiel und die Revanche sollte gelingen. Im ersten Durchgang war der TSV die spielbestimmende Mannschaft und kam zu guten Chancen. Der Führungstreffer lag hier in der Luft, doch der Ball wollte noch nicht über die Linie. Azadi näherte sich ebenfalls an, kam allerdings zu wenigen zwingenden Möglichkeiten. Insgesamt wirkten beide Mannschaften in den ersten 45 Minuten relativ vorsichtig, denn keiner wollte zu viel Risiko gehen. Dennoch fiel noch vor dem Pausentee der erste Treffer. Ausgangspunkt war ein ruhender Ball und dann traf Eyad Alshekhi (34.) zur Führung der Schlutuper. Nach der Pause sollte es auf beiden Seiten mehr Offensivszenen geben. Zunächst bot sich die Lücke für die Gäste, die Alexander Lage (53.) eiskalt ausnutzte. Der Kapitän war es im Anschluss, der den dritten Treffer liegen ließ. Die Chancen zur Vorentscheidung waren definitiv da, doch stattdessen kam Azadi immer besser rein. Ramezan Hassan fehlte allerdings mehrfach das Glück im Abschluss. Schlutup wechselte und nahm mit Lage den Kapitän raus. Anschließend schwand die Ordnung und nur wenige Momente später traf Cüdie Cibrail (74.). Nun sollte es nochmal richtig spannend werden, auch weil die Heimmannschaft weitermachte. Niwar Jasim (79.) glich aus und plötzlich drohte das Team von Christian Claasen Punkte zu lassen. Das Momentum war auf die Seite der Zweitvertretung gerückt und tatsächlich fiel der dritte Treffer. Adam Ogonowski (92.) erzielte das 3:2 für die Verbandsliga-Reserve und sorgte für großen Jubel auf der Sportanlage. Schlutup warf alles rein, wollte die Niederlage abwenden, denn der Druck war klar zu spüren. Tief in der Nachspielzeit gab es noch einmal eine Ecke, Torhüter Fabian Saitovic war mit vorne und es wurde unübersichtlich. Im Getümmel kamen mehrere Spieler zu Fall und am kurzen Pfosten drückte Leon Staniec (97.) den Ball über die Linie. So gab es eine 3:3-Punkteteilung, bei der im ersten Moment beide Mannschaften enttäuscht wirkten.
Awar Rashid (SV Azadi Lübeck II): „In der ersten Halbzeit haben wir es uns selbst schwer gemacht und nicht richtig ins Spiel gefunden. Es gab zu viele Fehlpässe, und im Zentrum standen wir nicht kompakt genug, wodurch große Lücken entstanden sind. In der zweiten Halbzeit haben wir früh das 2:0 kassiert, danach aber einiges umgestellt. Von da an lief es deutlich besser. Wir standen kompakter, haben die Zweikämpfe gewonnen und Schlutup hat etwas nachgelassen. In dieser Phase hat vieles für uns gesprochen und wir konnten das Spiel drehen. Leider kassieren wir kurz vor Schluss noch den Ausgleich. Nichtsdestotrotz haben wir eine starke Reaktion gezeigt und gut zurück ins Spiel gefunden. Daher geht das Ergebnis insgesamt in Ordnung. Wir wünschen Schlutup weiterhin viel Erfolg.“
Christian Clasen (TSV Schlutup): „Wir sind in der ersten Halbzeit klar überlegen, erspielen uns mehrere klare Torchancen heraus, jedoch ist die Verwertung dieser heute schlecht. Daher führen wir zur Halbzeit absolut verdient. In die zweite Hälfte starten wir direkt mit der nächsten Torchance, scheitern aber erneut am guten Keeper. In der 53. Minute erhöhen wir dann auf 2:0. Azadi steckt nicht auf und wird nach und nach stärker und kommt zum Anschluss, wo wir leider ordentlich Schützenhilfe geben. Danach dreht sich das Spiel komplett. Wir verlieren unsere Ordnung und kassieren zwei weitere Gegentore. Am Ende gleichen wir mit der letzten Aktion des Spiels noch aus. Wir müssen uns an die eigene Nase fassen, vorne zu viel liegen gelassen. Wir stecken nicht auf, am Donnerstag folgt das nächste Spiel, da wollen wir es wieder besser machen.“

Der 24. Spieltag
Eichholzer SV II – SG Reinfeld/Kronsforde 2:1
Groß Grönau II – VfL Rethwisch 1:2
ATSV Stockelsdorf – TSV Pansdorf II 1:2
VfL Vorwerk – Lübeck 1876 3:5
Breitenfelde/Mölln -TSV Gudow 2:2
SV Viktoria 08 – TSV Travemünde 2:0
TSV Kücknitz – Fortuna St. Jürgen 2:2
SV Azadi II – TSV Schlutup 3:3


