Vom Rückschlag zur Titelchance: Masurat greift nach dem WMC-Gürtel

Finn Masurat im Kampf. Foto: Visual Ethos by Madeleine Kriese, Homepage: www.visualethos.de, Instagram: @visualethos

Lübeck – 17. Mai 2025. Die Halle steht unter Spannung, als die ersten Klänge der Nationalhymne erklingen. Wenig später folgt der Wai Khru – das traditionelle Ritual des Muay Thai. Dann ertönt der Gong. Finale bei Storm FC Vol. 1: Finn Masurat gegen Mahmoud Jadoo, es geht um den deutschen Meistertitel des MTBD.

Was folgt, ist Muay Thai auf höchstem Niveau – und zunächst eine Demonstration der Stärke. Masurat dominiert die ersten beiden Runden, kontrolliert das Geschehen und scheint auf dem Weg zu einem klaren Sieg. Doch in der dritten Runde passiert es: Ein präziser Ellenbogentreffer öffnet einen Cut im Gesicht des Hamburgers.

Masurat will weitermachen. Doch die Ringärztin greift ein – Kampfabbruch. „So hart kann dieser Sport sein“, sagt Storm-FC-Sportdirektor Andreas Wiechmann. „Ohne Schoner bedeutet ein Treffer mit dem Ellenbogen im Gesicht oft zwangsläufig eine offene Wunde und diese kann dann zu einem Kampfabbruch führen.“

Rückschläge gehören zum Weg

Die Niederlage durch Abbruch wirkt auf den ersten Blick bitter – sportlich ordnet sie jedoch kaum jemand als echten Rückschritt ein. „An seinem Status ändert das nichts“, betont Wiechmann. „Wenn der Kampf weitergegangen wäre, hätte Finn ihn sehr wahrscheinlich gewonnen. Aber genau das ist Profi-Muay-Thai.“

Masurat selbst sieht es ähnlich – als Teil des Weges. Ein Weg, der ihn längst zu einem der besten Muay-Thai-Kämpfer Deutschlands gemacht hat. Mehrfacher deutscher Meister im Amateur- und Profibereich, WM-Teilnehmer, Kämpfer auf internationaler Bühne – und bekannt für seinen druckvollen, kompromisslosen Kampfstil.

Zwischen Ring und Familienleben

Wenn Finn Masurat den Ring betritt, wirkt er wie eine Naturgewalt – fokussiert, kompromisslos, jederzeit bereit, den Kampf zu entscheiden. Doch abseits des Rings zeigt sich ein anderes Bild: Der als Softwareingenieur arbeitende Masurat ist seit 2025 Familienvater. Ein Spagat, der Disziplin verlangt – und Struktur.

„Ich habe gelernt, meine Zeit extrem effizient zu nutzen“, sagt Masurat. „Wenn ich im Training bin, bin ich zu 100 Prozent da. Und wenn ich bei meiner Familie bin, genauso.“ Diese Bodenständigkeit spiegelt sich auch im Team wider, aus dem er kommt. Beim Hamburger Team Abel wird Muay Thai nicht nur als Sport, sondern als Haltung verstanden – geprägt von Respekt, Disziplin und Tradition.

Der nächste Titel im Visier

Bei den Storm Fighting Championships Vol. 2 wartet nun die nächste große Chance – und eine noch größere Bühne. Masurat kämpft um den nationalen Titel des World Muaythai Council (WMC), dem weltweit renommiertesten Verband und einzigen olympischen Muay-Thai-Dachverband.

Mit steigender Bedeutung des Titels wächst auch die Qualität der Gegner. Sein Kontrahent: Maksim Mratchenko, ehemaliger IFMA-Jugendweltmeister aus der Ukraine, inzwischen in Deutschland ansässig. „Das wird ein sehr anspruchsvoller Kampf“, sagt Masurat. „Aber ich bin mehr als bereit.“ Experten erwarten ein Duell auf höchstem internationalen Niveau – technisch, taktisch und physisch.

Heimspiel in der Hansehalle

Ein zusätzlicher Faktor könnte Masurat in die Karten spielen: die Kulisse. Die Hansehalle Lübeck ist für ihn kein unbekannter Ort. Bereits zu Beginn seiner Karriere stand er hier mehrfach bei den K1 Warriors im Ring – und hat sich eine treue Fangemeinde aufgebaut.

„Die Halle ist etwas Besonderes“, sagt Masurat. „Sie ist fast wie ein Kolosseum aufgebaut – der Fokus liegt komplett auf dem Ring. Das Publikum ist nah dran, laut und emotional.“

Auch die geografische Nähe spielt eine Rolle: „Als Hamburger ist die Anreise kurz. Mein Team, meine Familie, viele Freunde – alle können dabei sein. Zusammen mit den Lübeckern wird das ein echtes Heimspiel.“

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Diese Atmosphäre kann im Kampfsport den entscheidenden Unterschied machen – besonders in engen Duellen.

Ein Duell auf höchstem Niveau

Storm FC Vol. 2 steht für Kampfsport auf internationalem Topniveau – mit mehreren Titelkämpfen und einer hochkarätig besetzten Fightcard. Doch ein Duell rückt besonders in den Fokus: Finn Masurat gegen Maksim Mratchenko. Hier treffen zwei Welten aufeinander – auf der einen Seite der erfahrene deutsche Topkämpfer mit druckvollem Stil, auf der anderen Seite ein technisch versierter junger ehemaliger Jugendweltmeister mit internationaler Ausbildung.

„Das ist Muay Thai, wie man es sehen will“, sagt Storm FC Geschäftsführer Markus Kemper. „Beide bringen alles mit – Technik, Härte und den Willen, den Kampf zu entscheiden.“

Für Masurat geht es dabei um mehr als einen Titel. Es ist die Chance, sich nach dem unglücklichen Abbruch im Vorjahr eindrucksvoll zurückzumelden – und ein klares Zeichen zu setzen.

Ob der WMC-Titel nach Hamburg geht, entscheidet sich am 9. Mai bei den Storm Fighting Championships Vol. 2 in der Lübecker Hansehalle.

Tickets sind ab 25 Euro erhältlich unter:
www.stormfc.de

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