
Lensahn – Am Dienstagabend wurde die Nachholspielwoche in der Kreisliga Ost eröffnet. Es kam zu einem Ostholstein-Duell zweier Mannschaften, wo die Vorzeichen wohl kaum unterschiedlicher hätten sein können. Die Ausgangslage war ziemlich klar, dennoch warnte der Favorit davor, den Gegner auf die leichte Schulter zu nehmen. Am Ende des Tages war es ein deutlicher Heimsieg, sodass der Trend fortgesetzt wurde.
Gegensätze treffen aufeinander
Der TSV Lensahn startete mit fünf Siegen ins Jahr 2026 und sorgte dabei für Furore. Es gab Siege gegen Aufstiegskandidaten wie Bösdorf/Malente oder Dersau/Kalübbe, bei denen die Ostholsteiner kaum etwas anbrennen ließen. Die Offensive war dabei die große Stärke, denn das Trio aus Thorben und Finn-Ole Ratje sowie Winterneuzugang Haruna Jammeh war kaum zu stoppen. Bei Tabellenführer Eutin 08 II gab es den ersten Punktverlust nach der Winterpause, wobei die Leistung dennoch sehr stark war. Man hätte durchaus auch gewinnen können, zeigte sich auf Augenhöhe mit der Oberliga-Reserve. Doppelt erfolgreich beim 2:2 war der angesprochene Jammeh, der in allen sechs Spielen, in denen er auf dem Platz stand, bisher traf. Nun folgte das siebte und mit der SpVgg Putlos war das Tabellenschlusslicht zu Gast. Dieses gewann nur eine einzige Partie in der gesamten Saison und dies war am ersten Spieltag. 261 Tage wartet man auf einen Erfolg, es folgten seitdem nur drei Remis. Die Vorzeichen vor dem Derby auf dem Kunstrasenplatz in Lensahn waren also sehr klar. Der TSV ist das fünftbeste Team der Rückrunde und wollte den Trend fortsetzen. Putlos dagegen musste sich nach einer erneuten Niederlage gegen den direkten Tabellennachbarn Raisdorf wohl von der letzten, minimalen Hoffnung verabschieden. Ein Selbstgänger sollte es für die Heimmannschaft allerdings nicht werden, denn gegen die Kellerkinder mühte man sich deutlich mehr als gegen die Spitzenteams. So gab es Punktverluste gegen Großenbrode oder auch Raisdorf in der Hinrunde und auch gegen die SpVgg gab es nur einen späten 2:1-Sieg durch einen Elfmeter in der 96. Minute.
Frühes Tor ebnet den Weg
Personell veränderte Daniel Safadi seine Startaufstellung im Vergleich zum Eutin-Spiel um zwei Positionen. Alae Naji und Max Rosenthal starteten für Ayoub Jamaa und Haruna Jammeh. Auf der Gegenseite, wo es in der gesamten Saison immer wieder zu großen Rotationen kommen musste, durch Verletzungen, Sperren und andere Ausfälle, sollte mit Philipp Marsen der beste Torschütze zurückkehren. Stattdessen fehlte Marten Ruge am Dienstagabend, der im vorherigen Spiel in Raisdorf noch vorzeitig ausgewechselt wurde. Die Mannschaft von Jens Martens wollte die Räume auf dem kleinen Platz eng halten, sodass die beiden Ketten in der Abwehr und im Mittelfeld sehr eng standen. Somit war man sehr kompakt. Lensahn nahm von Beginn an das Zepter in die Hand und bestimmte das Spiel. Putlos ging relativ früh drauf gegen die Hausherren, die den Ball gut laufen ließen. In den ersten fünf Minuten fand der TSV noch keine Lücken, sodass der Plan des Tabellenschlusslichts aufging. Danach war es ein Chip-Ball, der Finn-Ole Ratje (5.) fand. Der Flügelflitzer scheiterte zunächst an Rico Stricker, stocherte anschließend allerdings den Ball über die Linie. Es war die frühe Führung des Favoriten. Zwei Minuten später kam Thorben Ratje zum Abschluss, doch die Fahne ging hoch. Lensahn war dominant und kam durch Max Rosenthal, der einen Freistoß knapp am Tor vorbeisetzte, zur nächsten Chance. Die Möglichkeiten häuften sich für Lensahn. Der Ball wurde durchgesteckt zu „Turbo“ Ratje, doch Eric Krogoll rettete. Nur eine Minute später pennte Putlos in der Hintermannschaft, sodass Max Rosenthal (19.) aus spitzem Winkel frei zum Abschluss kommen konnte und erhöhte.
Kripke verhindert Gästetreffer
Die Partie schien nach knapp 20 Minuten bereits entschieden und es folgte noch vor der Pause das 3:0. Eine starke Aktion des im Winter vom Gegner nach Lensahn gewechselten Alae Naji leitete ein und Thorben Ratje (32.) schloss aus der zweiten Reihe ab. Der Ball schlug ein, sodass der an diesem Abend auf dem rechten Flügel agierende Angreifer seinen 14. Saisontreffer erzielte. Anschließend verflachte das Spiel für etwa zehn Minuten, doch in den Schlussminuten nahm es wieder Fahrt auf. Issmail El Aouni, an diesem Abend einzige Spitze, schloss aus kurzer Distanz ab und forderte TSV-Keeper Sverre Kripke zu einer Glanzparade. Die Aktion war noch nicht vollständig geklärt, denn El Aouni kam erneut zum Abschluss, doch der Ball prallte aus kurzer Distanz an die Hand eines Verteidigers. Es gab Elfmeter für das Tabellenschlusslicht. Kapitän Christopher Schiemann übernahm die Verantwortung, schoss nach links halbhoch, doch Kripke war in der Ecke und hielt. Im Gegenzug kam die Heimmannschaft mit Tempo, doch der junge Mostafa Zourgani scheiterte an Stricker. Es war die letzte Chance vor der Pause, sodass es mit 3:0 in die Kabine ging.

Lensahn legt nach der Pause nach
Zur zweiten Hälfte reagierten beide Trainer. Bei der SpVgg kam Alexander Siemes für Eric Krogoll. Dieser rückte auf die Außenverteidigerposition. Lensahn rotierte sogar doppelt, es kamen Ole Knorr und Youngster Ayoub Jamaa für Gallowsky und Florian Kommke. Es dauerte nicht lange, bis Lensahn auf 4:0 erhöhte. Zourgani bediente Thorben Ratje (47.), der allein vor Stricker auftauchte, diesen mit einer einfachen Bewegung umkurvte und einschob. Dies sollte sicherlich die Vorentscheidung sein, sodass dem siebten ungeschlagenen Spiel nichts mehr im Wege stand. Kurz danach musste Daniel Safadi allerdings wechseln. Neben Doppelpacker „Turbo“, der durch Igor Pyrogov ersetzt wurde, ging es auch bei Torhüter Kripke nicht mehr weiter. Der Torhüter blieb in der ersten Hälfte nach einem klaren Foul liegen, musste mehrere Minuten behandelt werden, nun ging es für ihn nicht mehr weiter. Christian Rjabichin ging stattdessen in den Kasten. Zu tun hatte er zunächst allerdings eher wenig, denn Lensahn machte weiter. Finn-Ole Ratje schob zunächst am langen Eck vorbei, doch zwei Minuten später traf er. Rosenthal scheiterte zunächst am Pfosten, doch der zweite Versuch des besten Lensahner Torschützen (57.) ging rein. Es wurde deutlich, doch Putlos gab noch nicht auf. Sie suchten weiterhin ihre Möglichkeiten und kamen durch einen Freistoß knapp am rechten Pfosten vorbei zu einer weiteren Möglichkeit. Auf der Gegenseite verpasste Rosenthal noch zweimal und auch Jamaa bekam die Kugel nicht über die Linie gedrückt.
Putlos lässt Chancen liegen
Auf beiden Seiten hätten durchaus noch weitere Treffer fallen können. Während Lensahn das Ergebnis aufgrund einiger vergebener Chancen verpasste, noch weiter auszubauen, war Putlos nicht weit vom Ehrentreffer entfernt. In der 68. Minute schalteten sie über El Aouni um, doch verpassten den Abschluss. Dennoch gab es eine Ecke, die richtig gefährlich wurde. Der Ball prallte an die Latte. Keine 60 Sekunden später wurde es im Strafraum unübersichtlich, doch TSV-Kapitän Jonas Müller rettete vor der Linie. David Borggrewe verpasste nach einer Flanke ebenfalls, doch dies war die letzte nennenswerte Offensivaktion der Mannen von der Strandstraße. Die Safadi-Elf kam über Zourgani nochmal zu einer guten Chance, doch der sechste Treffer blieb aus. Somit war der 5:0-Heimsieg für Lensahn perfekt. Sie setzten ihren Lauf fort und ließen nichts anbrennen. Von Beginn an spielte man es souverän runter, trotz mehrerer guter Chancen der SpVgg. Vorne wäre noch mehr möglich gewesen, doch dies ist Meckern auf hohem Niveau. Lensahn festigt den siebten Platz dadurch und hat schon jetzt vier Punkte mehr als in der gesamten Vorsaison. Nach oben ist der Rückstand durchaus noch groß, sodass man im Aufstiegsrennen wohl keine große Rolle spielen wird. Dennoch ist die aktuelle Form beeindruckend und lässt auf eine vielversprechende kommende Saison hoffen. Vadim König sagte zu HL-SPORTS über das Spiel am Dienstagabend: „Wie erwartet auf dem kleinen Platz, eine tiefstehende Putloser Mannschaft, die von Anfang an probiert hatte, solange wie möglich die Null zu halten und dann mit dem schnellen Philipp Marsen ein paar Nadelstiche zu setzen. Uns ist es recht schnell gelungen, das 1:0 zu schießen und direkt nachzulegen, dann war der Zahn auch schnell gezogen gewesen. Es war kein ansehnlicher Kick und wir haben klar und verdient auch in der Höhe gewonnen.“ Putlos hat noch sieben Spiele vor der Brust, in denen es also maximal 21 Punkte geben könnte. 16 Zähler liegt das rettende Ufer entfernt, doch dies wird mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit nicht mehr erreicht werden. Daher könnte der Abstieg voraussichtlich am kommenden Dienstag im nächsten Nachholspiel zur bitteren Realität werden.







