
Lübeck – Am Donnerstagabend um 19.30 Uhr steht in der Kreisliga Südost ein Nachholspiel auf dem Programm. Dabei treffen zwei Teams aufeinander, die zwar ähnlich viele Punkte sammelten, allerdings dennoch unterschiedlich auf diese Spiele blicken. Somit verspricht die Partie zwischen dem SV Azadi Lübeck II und VfL Vorwerk durchaus Spannung, denn für beide ist dieses Duell eine große Chance, die Sieglosserie zu beenden.
Hoffnung im Winter
Die Hoffnung beim VfL Vorwerk nach einem eindrucksvollen Sieg gegen Fortuna St. Jürgen zum Start ins neue Fußballjahr war groß. Mit 4:0 gewann die Mannschaft von Benjamin Schramm beim Debüt von drei Neuzugängen aus der Verbandsliga, die gleich allesamt trafen. Niclas Tiessen, Mehmet Sütlü und Ömer Ünsal wurden zu den Hoffnungsträgern und nach dem starken Start in die Rückrunde kam neuer Mut auf. Doch seitdem folgte kein weiterer Punkt, dennoch blickt das Tabellenschlusslicht nicht unbedingt negativ auf die vergangenen Wochen. Über weite Strecken der Partien zeigte man sich deutlich mehr auf der Höhe, als es noch vor dem Winter schien. Fahrlässige Fehler, falsche Entscheidungen oder aber Phasen, die komplett verpennt wurden, machten trotz insgesamt guten Auftritten am Ende ein mögliches, positives Resultat wieder komplett zunichte. Das Spiel gegen Lübeck 1876 war dabei bezeichnend, wo man ein richtig gutes Spiel ablieferte, eine starke Moral zeigte und spät zum 3:3-Ausgleich kam. Statt den Punkt zu sichern und kleine Schritte zu machen, wollte man zu viel und lief ins offene Messer.
Wichtige Wochen
In Pansdorf war es erneut keine schlechte Darbietung, doch ein Gegentreffer direkt nach Beginn sowie je zwei unmittelbar vor und nach der Pause machten dennoch eine 0:6-Klatsche perfekt. Zuletzt hielt man gegen Schlutup bis in die Schlussphase das 1:1, doch die Kräfte schwanden, sodass es doch noch eine Niederlage gab. Diese drei Spiele, gegen Mannschaften, die individuell zu den stärksten der Liga gehören, machen trotz ausgebliebener Punkte durchaus Mut. Man war keineswegs chancenlos, sodass in den kommenden Wochen durchaus Chancen bestehen, sich endlich auch mal zu belohnen. Die nächsten Spiele steigen gegen Azadi Lübeck II, Rethwisch, Viktoria, Travemünde und den direkten Konkurrenten aus Gudow. Es ist durchaus etwas drin, zumal der 14. Platz nur drei Punkte entfernt liegt. Mit dem Spiel am Donnerstagabend sieht Trainer Benjamin Schramm „eine weitere Chance, etwas Zählbares einzufahren“.
Aufsteiger fehlt die Leichtigkeit
Der SV Azadi Lübeck II kam sehr schleppend ins Jahr 2026, denn es gab aus den ersten sieben Spielen nur einen Sieg. Das Startprogramm war zwar anspruchsvoll, denn man traf auf Reinfeld/Kronsforde, Schlutup und auch den TSV Pansdorf II. Man schlug sich dabei nicht schlecht, hatte vor allem die Mannschaft vom Palinger Weg am Rande einer Niederlage. Niederlagen gegen Rethwisch und Travemünde zuletzt waren allerdings nicht zufriedenstellend. Neun Gegentreffer gab es gegen die beiden Mannschaften, die ebenfalls nicht gut aus dem Winter kamen. Nun warten mit Vorwerk und Gudow die letzten beiden der Tabelle, wo man zurück in die Erfolgsspur möchte. Der einzige Sieg in diesem Jahr war ein 4:3-Heimerfolg gegen Lübeck 1876, doch selbst dort gab es Luft nach oben. Eine 3:0-Führung wurde kurzzeitig sogar verspielt, doch mit dem 4:3 gab es schließlich die drei Punkte. Ein Grund für die aktuelle Form ist durchaus, dass es personell nicht ideal aussieht. Man musste viel improvisieren, viele Spieler kamen zum Einsatz, die eigentlich nicht zum Spieltagskader gehören. Trotzdem ist die defensive Anfälligkeit eine Schwachstelle, die man nicht nur seit dem Winter hat. 23 Gegentore in sieben Spielen sind ohne Frage zu viele, doch auch in der Hinrunde sowie der Aufstiegssaison kassierte die Mannschaft von Omar Yassin und Awar Rashid viele Gegentore. Die Offensive hat diese meist kompensiert, denn Ramezan Hassan, der beste Torschütze der Liga, und Co. trafen verlässlich.
Geschlossenheit als Faktor
Mit dem kommenden Gegner hat man in dieser Saison bereits Bekanntschaft gemacht, wobei die Zweitvertretung nichts anbrennen ließ. 6:0 setzte sich Azadi durch, doch man mühte sich lange Zeit. Erst eine Minute vor der Pause fiel der Führungstreffer. Nach der Pause platzte der Knoten und Azadi II schraubte unter anderem dank Doppelpacker Rogesh Sherzad das Ergebnis in die Höhe. Vor dem Rückspiel sagt Awar Rashid: „Wir wollen aus unseren Fehlern im letzten Spiel lernen und die Dinge verbessern, die wir zuvor nicht umsetzen konnten. Entscheidend wird sein, von der ersten Minute an präsent und voll fokussiert zu sein. Trotz unserer Ausfälle gehen wir geschlossen als Team auf den Platz, um ein gutes und faires Spiel zu absolvieren.“






