
Grömitz – Der 27. Spieltag in der Kreisliga Ost hat es absolut in sich. Es kommt zu direkten Duellen, die eine Menge Spannung und Dramatik versprechen. An der Gildestraße treffen zwei Teams aufeinander, die zuletzt einen Rückschlag hinnehmen mussten. Für den Tabellenführer geht es zu einem Verfolger, gegen den man erst vor nicht knapp zwei Wochen verloren hat. Zudem trifft der TSV Lensahn auf eine Mannschaft, die zuletzt außer Form war. Für Großenbrode gilt es nach der Niederlagenserie, ausgerechnet gegen eine Spitzenmannschaft wieder dreifach zu punkten.
Concordia Schönkirchen – Eutin 08 II (Sa., 14 Uhr)
Es war kein gewöhnlicher Kreisligaabend, der sich vor zwei Wochen am Eutiner Waldeck ereignete. Die TSG Concordia Schönkirchen gastierte beim Tabellenführer Eutin 08 II, der mit einer Serie von neun Siegen im Rücken ins Spiel ging. Selbst war die Mannschaft von Stefan Köpke allerdings ebenfalls gut drauf, sodass bereits das Hinspiel eine Menge versprach. Es war ein umkämpftes Spiel, in dem die Gäste es dem Tabellenführer mit einer Menge Kompaktheit richtig schwer machten. Den Eutinern fiel wenig ein, zudem machte man zweimal bei Standards keine gute Figur. Die Folge war eine 1:3-Pleite in einem emotionalen Spiel, die trotz klaren Ballbesitzvorteilen für die 08er nicht unverdient war. Nun kommt es zum Wiedersehen, doch dieser Abend ist kein Thema mehr für die junge Mannschaft von Jasper Frahm. Der Blick geht klar nach vorne, denn das Rückspiel steht vor der Tür. Diesmal reisen die Rosenstädter ins Augustenthal, wo man noch nie zuvor zu Gast war. Das Ziel ist klar, denn der Sieg soll her, denn zuletzt blieb man zweimal ohne Dreier. Ein Punkt gegen Lensahn folgte auf die erwähnte Hinspielniederlage, sodass der Gegner durchaus lauert. Concordia kommt mit einer breiten Brust, denn sieben Siege aus den acht Spielen nach der Winterpause lassen sie in den engen Kreis der Favoriten um den Aufstieg gehören. Seit sechs Heimspielen ist man unbesiegt, sodass das Momentum vor dem Topspiel zwischen dem Dritten und Ersten durchaus eher bei Verfolger Schönkirchen liegt. Personell müssen beide Teams allerdings auf Spieler verzichten, denn die TSG muss unter anderem auf Sperren aus dem Spiel gegen Großenbrode verzichten. Eutin hat ebenfalls den ein oder anderen Kicker, der nicht zur Verfügung steht, sodass es spannend sein wird, wer am Sonnabend auf beiden Seiten aufläuft und vor allem, wer dieses Spiel für sich entscheidet. Geleitet wird die Partie nach dem hitzigen Hinspiel von Tobias Illner. Der junge Schiedsrichter des Suchsdorfer SV pfiff in dieser Saison bereits neun Landesligapartien, sowohl in der Holstein- als auch Schleswig-Staffel.
Jasper Frahm (Eutin 08 II): „Für mich geht es überhaupt nicht zurück, sondern nur nach vorne zu schauen. Wir starten im nächsten Spiel bei 0:0, wir haben einen klaren Matchplan, den wir besprochen haben, den wir umsetzen wollen, und für uns gilt es, alles daran zu setzen, einen Dreier einzufahren. Personell sieht es ein Stück weit durchwachsen aus. Wir haben die ein oder andere Problematik, sodass wir schauen müssen, wie der Kader bestückt sein wird. Dennoch werden wir mit einem vernünftigen, starken Kader hinfahren und egal, wer mit hinfährt, wird versuchen, das Spiel siegreich zu bestreiten.“
SG Insel Fehmarn – Heikendorfer SV II (Sa., 15 Uhr)
Die SG Insel Fehmarn war in den vergangenen Wochen richtig gut in Form. Auf die beiden Siege gegen die Kellerkinder Putlos und Raisdorf folgten zuletzt vier Punkte aus zwei Spielen. Man erkämpfte sich einen verdienten Punkt in Dobersdorf und setzte nur drei Tage später ein dickes Ausrufezeichen mit einem 10:1-Sieg in Klausdorf. Der Klassenerhalt ist damit in trockenen Tüchern, dennoch möchte man die Saison nicht ausklingen lassen, sondern den Lauf fortsetzen. Bereits am Sonnabend sollen weitere Punkte folgen, denn dann gastiert der Heikendorfer SV II auf der Insel. Dieser kam durchwachsen aus dem Winter, setzte zuletzt aber mit einem verdienten 3:2-Sieg einen Achtungserfolg. Die Abstiegsplätze sind derzeit noch wenige Punkte entfernt, dennoch ist der HSV noch nicht durch. Es braucht weitere Punkte, doch in der Fremde gab es erst zehn Stück. Im neuen Jahr wurden sogar alle Auswärtsspiele verloren. Aufpassen gilt es auf Fehmarns Tjelk Jacob, denn dieser befindet sich im Moment in einer unglaublichen Form. Sieben Tore erzielte der ehemalige Eutiner in den vergangenen vier Spielen. Vierfach traf er allein am vergangenen Sonntag. Insgesamt steht der Offensivspieler bereits bei 18 Ligatoren in 17 Spielen, sodass er in Richtung Torjägerkanone schielen darf. Doch es ist die gesamte Mannschaft, die im Moment performt. Der kommende Gegner wird eine schwierige Aufgabe, denn vor allem das Umschaltspiel der Zweitvertretung ist enorm gefährlich. Im Hinspiel lieferten beide Teams ein packendes Unentschieden ab. Heikendorf glich spät in der Nachspielzeit zum 3:3-Endstand aus.
Fynn Severin (SG Insel Fehmarn): „Für uns geht es am Wochenende zuhause gegen Heikendorf II. Wir wollen natürlich den Schwung aus den letzten Spielen mitnehmen und vor heimischem Publikum den nächsten Sieg einfahren. Wir wissen aber auch, dass gerade nach solchen Siegen wie am vergangenen Wochenende die Sinne geschärft werden müssen. Wir müssen in jedem Spiel diesen Ehrgeiz und diese Gier entwickeln und Bock auf den Sieg haben. Bereits im Hinspiel haben wir gesehen, dass Heikendorf II ein unangenehmer Gegner ist und Fehler direkt bestraft. Sie werden alles dafür tun, um etwas Zählbares von der Insel mitzunehmen. Dem müssen wir uns entgegenstemmen. Unter der Woche haben wir uns als Mannschaft ein neues Ziel für die letzten Spiele gesetzt und den ersten Step wollen wir gegen Heikendorf machen.“
SC Cismar – SG Bösdorf/Malente (Sa., 16 Uhr)
Der SC Cismar verlor vor einer Woche sein Auswärtsspiel beim Heikendorfer SV II. Man tat sich vor allem nach vorne sehr schwer, hatte wenige Ideen und gab sich folgerichtig mit 2:3 geschlagen. Die Ausfälle von Tom Andres, Lennard Siebrecht, Pascal Sievers oder auch dem bereits länger verletzten Bennet Kern konnten nicht kompensiert werden. So musste man erneut auswärts Punkte lassen und im Aufstiegsrennen einen Dämpfer hinnehmen. Hinzu kamen nun auch noch mehrere Sperren, wie zum Beispiel für Ben Boller, der kurz nach seiner Einwechslung die Rote Karte sah. Es wird also improvisiert werden müssen gegen den Tabellennachbarn. Dass man zu Hause auf dem Ostholsteinplatz spielt, macht den Grömitzern sicherlich Mut. Dort fühlt man sich deutlich wohler als in der Fremde, was nur eine Heimniederlage in der gesamten Saison zeigt. Zuletzt gab es zehn ungeschlagene Partien an der Gildestraße, darunter gegen Spitzenteams wie Dersau/Kalübbe, Schönkirchen, Eutin 08 II oder Dobersdorf. Keiner von den ersten vier konnte hier dreifach punkten. Dementsprechend freut man sich, dass man nach dem Ausrutscher in der Fremde nun wieder in der Heimat ran darf, doch einfach wird es keineswegs.
Mit der SG Bösdorf/Malente kommt nämlich eine Mannschaft, die schon oft genug gezeigt hat, dass sie durchaus zu den stärksten Mannschaften der Liga zählt. Die vergangenen Wochen bestätigten dies, in denen man sogar gleich viermal ohne Gegentreffer gewann. Dadurch durfte die Mannschaft von Benjamin Berger nochmal hoffen, denn es wurde immer enger im oberen Tabellendrittel. Am Mittwochabend gab es dann die Chance, in die Top Drei vorzudrängen, doch dazu benötigte es beim Kellerkind Lütjenburg einen Sieg. Man tat sich ordentlich schwer, lieferte insgesamt keine gute Partie ab und konnte sich glücklich schätzen, dass es zur Pause noch torlos blieb. Das Chancenplus war klar auf Seiten des Gegners, doch selbst bestrafte man die Fehler der Lütjenburger auch nicht. Nach der Pause ging man in Führung durch Marek Saggau, verpasste allerdings, das Spiel auf seine Seite zu ziehen. Man kassierte den Ausgleich, schaffte es in Überzahl nicht mehr, erneut in Führung zu gehen. Stattdessen flog ein eigener Konter ihnen um die Ohren, der mit einem Traumtor in der 98. Minute vollendet wurde. So musste sich Bösdorf/Malente nach der Serie von fünf Siegen in Folge wieder geschlagen geben. Die Enttäuschung nach Abpfiff war groß, doch der Blick ging direkt nach vorn. Nun gastiert man am Sonntag beim SCC und daran erinnert man sich noch ganz genau. Das Hinspiel entschied man nämlich mit 6:3 für sich. Es war ein starker Auftritt, den man nun erneut abliefern möchte.
Sascha Pretzel (SC Cismar): „Nach der verdienten Niederlage in Heikendorf erwartet uns mit Malente/Bösdorf der nächste schwere Gegner. Leider fehlen uns gesperrt einige Spieler, aber wir wollen natürlich trotzdem versuchen, unsere Heimbilanz weiter auszubauen.“
Benjamin Berger (Bösdorf/Malente): „Ich erwarte ähnlich wie am Mittwoch ein hart umkämpftes Spiel. Ich glaube, dass Cismar mehr mit dem Ball machen wird, das kommt uns tatsächlich gelegener. Ansonsten denke ich, dass es eigentlich ein schönes Spiel mit einem vernünftigen Rahmen ist. Topspiel würde ich fast sagen und dann wollen wir auch eines abliefern.“
TSV Lensahn – FT Preetz (So., 15 Uhr)
Am Sonntag treffen im Jahnstadion zwei Gegensätze aufeinander. Der TSV Lensahn holte nach dem Winter 19 von möglichen 21 Punkten und kletterte somit in der Tabelle. Man ist das Team der Stunde, nicht nur, weil man Tabellenführer Eutin am vergangenen Wochenende vor große Herausforderungen stellte. Die Offensive scheint unaufhaltsam, denn Thorben und Finn-Ole Ratje sowie Haruna Jammeh sind derzeit in absoluter Torlaune. Dies bekam am Dienstagabend die SpVgg Putlos zu spüren, die mit 0:5 gegen den TSV verlor. Dabei war Winterneuzugang Jammeh über die volle Spielzeit auf der Bank. Für ihn startete Max Rosenthal, der es ebenfalls sehr gut machte. Zeitgleich traf der kommende Gegner, die FT Preetz, auf den Raisdorfer TSV. Man verlor mit 2:4 und blieb somit bereits im sechsten Spiel in Serie ohne Sieg. Man beendet die Spielzeit im Tabellenmittelfeld, sodass weder nach oben als auch nach unten nicht mehr viel geht. Dennoch möchte man die Negativserie stoppen und gegen die Ostholsteiner als erste Mannschaft in 2026 dreifach punkten. In der Fremde war dies für die Mannschaft von Florian Manstein allerdings über die gesamte Saison selten der Fall. Das Hinspiel entschied die FT mit 3:1 für sich, daher hat die Elf von Daniel Safadi sicherlich noch eine Rechnung offen.
Vadim König (TSV Lensahn): „Am Wochenende treffen wir auf den FT Preetz – einen meist sehr unangenehmen Gegner. Das Hinspiel haben wir mit 1:3 verloren. Im heimischen Jahnstadion wollen wir es diesmal besser machen und die drei Punkte holen. Personell können wir dabei auf den gleichen Kader wie im Spiel gegen Putlos zurückgreifen. Wie die endgültige Aufstellung aussehen wird, entscheidet sich nach dem Abschlusstraining am Freitag.“
SG Dobersdorf/P’hagen – SV Großenbrode (So., 15 Uhr)
Der SV Großenbrode wurde nach einem guten Start in die Rückrunde zuletzt hart zurück in die Realität geholt. Vier Niederlagen in Serie musste der Aufsteiger hinnehmen. Dabei gab es 19 Gegentore, was die klare Schwachstelle der vergangenen Wochen deutlich machte. Personell sah es beim Team von Peter Thomm nicht gut aus, sodass unter der Woche beim 2:6 in Laboe der Kader mit Spielern der Zweiten aufgefüllt wurde. Nun kehren einige Spieler zurück, doch die Aufgabe wird nicht einfacher. Die SG Dobersdorf/P’hagen wartet und somit eine Mannschaft, die derzeit als engster Verfolger von Tabellenführer Eutin 08 II gilt. Gewinnen sie ihre Nachholspiele allesamt, zieht die SG an den 08ern vorbei und grüßt von der Tabellenspitze. In der nächsten Woche steht allerdings auch das Spitzenspiel am Waldeck an. Zuvor stehen allerdings noch zwei andere Aufgaben an. Großenbrode soll bezwungen werden, doch der Aufsteiger zeigte schon öfter, wie unbequem sie sein können. Dobersdorf bekam dies in der Hinrunde am eigenen Leib zu spüren, denn die drei Punkte waren ein hartes Stück Arbeit. Erst in der Schlussphase gelang der Führungstreffer, sodass mit 2:0 gewonnen wurde. An dieses Spiel möchten die Ostholsteiner anknüpfen, damit Dobersdorf auf dem heimischen Platz auch im vierten Spiel in Folge sieglos bleibt. Am Mittwochabend war die SG bereits in Dersau gefordert, wo man das Topspiel mit 2:0 für sich entschied.
Peter Thomm (SV Großenbrode): „Ich habe ein paar Rückkehrer zu Sonntag, trotzdem habe ich noch zwei, drei Fragezeichen dabei. Wir fahren nach Dobersdorf und wollen nach Möglichkeit drei Punkte holen. Das ist für uns natürlich kein Selbstläufer, Dobersdorf ist eine starke Truppe, aber wir wollen definitiv zusehen, dort wieder zu punkten.“
Der 27. Spieltag
VfR Laboe – Raisdorfer TSV (Sa., 14 Uhr)
Concordia Schönkirchen – Eutin 08 II
SG Dersau/Kalübbe – TSV Lütjenburg
SG Insel Fehmarn – Heikendorfer SV II (15 Uhr)
SC Cismar – SG Bösdorf/Malente (16 Uhr)
SpVgg Putlos – TSV Klausdorf II (18 Uhr)
TSV Lensahn – FT Preetz (So., 15 Uhr)
Dobersdorf/P’hagen – SV Großenbrode








