Spitzenspiel in Reinfeld – „Alles oder nichts“ für Gudow

Derby am Roten Hahn

Am Sonnanbend kommt es zum Spitzenspiel in der Kreisliga Südost. Der heimstarke Meister empfängt das formstärkste Team der Liga. Foto: Lobeca/Niklas Runne

Lübeck – Der 28. Spieltag der Kreisliga Südost steht an und so langsam fallen die ersten Entscheidungen. Mit der Meisterschaft der SG Reinfeld/Kronsforde ist die erste bereits gefallen, doch es stehen noch einige weitere aus. Dabei geht der Blick auf den Kampf um den zweiten Platz sowie den Tabellenkeller.

SG Reinfeld/Kronsforde – TSV Pansdorf II (Sa., 12 Uhr)

Die SG Reinfeld/Kronsforde trifft eine Woche, nachdem der Meistertitel eingefahren wurde, auf den Verfolger Nummer eins. Es ist das Spitzenspiel der Liga, denn der TSV Pansdorf II ist zu Gast. Diese Partie verspricht eine Menge, denn für die Ostholsteiner geht es um nichts Geringeres als den zweiten Platz, der für die Aufstiegsspiele qualifiziert. Diesen hat man in der eigenen Hand, doch Schlutup lauert dahinter. Dementsprechend benötigt es einen Dreier gegen den bereits feststehenden Aufsteiger. Verstecken muss sich die Mannschaft von Steven Tion dabei keineswegs, denn letztmals verloren hat man am 18. Oktober 2025. Es war eine 1:2-Niederlage gegen den kommenden Gegner, seitdem folgten 15 ungeschlagene Partien. Diese Serie soll fortgesetzt werden, doch die SG gewann bisher alle Heimspiele.

Jakob Finnern (Reinfeld/Kronsforde): „Am Samstag wollen wir natürlich weitermachen und im Topspiel die nächsten drei Punkte holen. Wichtig wird für uns sein, dass wir die Spannung und den Fokus hochhalten können, damit wir dieses Spiel gewinnen. Unser Ziel ist damit klar, mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung können wir auch das schaffen und die nächsten drei Punkte holen.“

Steven Tion (TSV Pansdorf II): „Samstag erwartet uns wohl das schwerste Spiel dieser Saison: auswärts beim Meister. An dieser Stelle herzlichen Glückwunsch zur verdienten Meisterschaft nach Reinfeld. Wir haben uns intensiv auf dieses Spiel vorbereitet und wollen unsere Serie weiter ausbauen und den zweiten Platz festigen. Wir freuen uns auf ein intensives Auswärtsspiel beim Ligaprimus.“

Lübeck 1876 – SV Fortuna St. Jürgen (Sa., 15 Uhr)

An das Hinspiel beim SV Fortuna St. Jürgen erinnert sich Lübeck 1876 nicht wirklich gerne zurück. Es war einer der schlechtesten Auftritte in dieser Saison, bei dem man mit 1:5 unterging. Es stimmte beim damals personell geschwächten Team von Uwe Buchholz kaum etwas. Nun soll es besser laufen, doch die aktuelle Form spricht nicht unbedingt für die Heimelf. Die vergangenen drei Partien wurden allesamt verloren, dabei kassierte man sogar 19 Gegentreffer. Defensiv gibt es eine Menge Luft nach oben beim erfahrenen Team von der Travemünder Allee. Dieses trifft nun auf eine ganz junge Truppe, die in dieser Saison viel Licht, doch auch Schatten hatte. Nach guter Phase gab es zuletzt vier Niederlagen aus fünf Spielen. Nun gilt es, die Saison positiv zu beenden, denn vielleicht ist ja sogar noch ein einstelliger Platz drin. Auf solch einem steht der kommende Gegner, der derzeit sechs Zähler entfernt ist.

Uwe Buchholz (Lübeck 1876): „Nächstes Heimspiel gegen Fortuna. Wir wollen endlich mal wieder über 90 Minuten eine couragierte Leistung abrufen. Die Trainingswoche war gut und wir freuen uns auf das Spiel.“

Nikolay Frech (Fortuna): „So langsam geht die Saison zu Ende und wir spielen im vorletzten Auswärtsspiel gegen 1876. Es wird sehr interessant, 1876 mit ihrer erfahrenen Truppe gegen unsere blutjunge Mannschaft. Es wird hoffentlich ein intensives Duell, in dem man nicht merkt, dass es um nichts mehr geht.“

fortuna 1876 @ Spitzenspiel in Reinfeld - „Alles oder nichts“ für Gudow
Fortuna St. Jürgen setzte sich im Hinspiel deutlich durch. Foto: Lobeca/Niklas Runne

Groß Grönau II – SV Viktoria 08 (Sa., 15.30 Uhr)

Die Lage ist ernst am Torfmoor. Seit nun bereits 13 Ligaspielen ist der TSV Eintracht Groß Grönau II ohne Sieg und somit im freien Fall. Zum Winter war dabei die Ausgangslage noch relativ gut, denn das Polster nach unten war ziemlich groß, doch im Jahr 2026 ist es einfach zu wenig. Kein einziger Punkt wurde unter der Regie von Alexander Wollmer eingefahren, nun folgte am vergangenen Wochenende der Tiefpunkt. Erstmals überhaupt in dieser Saison rutschte die U23 auf den letzten Tabellenplatz ab. Nun ist man also zum Siegen verdammt und damit soll gegen den SV Viktoria 08 gestartet werden. Die Mannschaft von der Falkenwiese war in den vergangenen Wochen gut drauf, doch zeigte am Dienstagabend einen erschreckenden Rückschritt. Mit 1:3 verlor die Elf von Timur Akgün beim VfL Vorwerk, was dem kommenden Gegner sicherlich ebenfalls nicht schmeckte. Das Hinspiel zwischen der Eintracht und Viktoria war ein echtes Spektakel und eine Achterbahnfahrt der Gefühle für beide Teams. Nach einer Stunde führte die Zweitvertretung mit 3:1, doch am Ende gewann dennoch der SVV mit 5:3.

Alexander Wollmer (Groß Grönau II): „Vielleicht war Viktoria ja vorher eine Fahrradtour machen am Ratzeburger See. Auf dem Rückweg in Grönau drei Punkte einfahren. Aber unsere BMX-Crew hat was dagegen. Wir werden alles geben wie Tony Hawk.“

Timur Akgün (SV Viktoria 08): „Vorwerk hat über 90 Minuten wie eine Mannschaft, die nicht absteigen möchte, gekämpft. Sie waren giftig, haben sich in alle Zweikämpfe geschmissen und letztlich gewonnen. Wir hingegen kamen schwer in die Partie, der kleine Platz und Gegner haben es uns schwer gemacht. Spielerisch waren wir stark, haben aber zu wenig aus unseren Chancen gemacht. Ein offener Schlagabtausch, wo Vorwerk mehr von hatte. Am Samstag steht der nächste Gegner aus dem Tabellenkeller an, wir tun uns schwer gegen diese Teams. Werden alles versuchen, um zu punkten.“

VfL Rethwisch – Eichholzer SV II (Sa., 15.30 Uhr)

Der VfL Rethwisch musste am vergangenen Sonntag eine Niederlage hinnehmen, die für Sprachlosigkeit bei den Verantwortlichen sorgte. Gegen den VfL Vorwerk hieß es am Ende 0:1, dabei agierte man über 45 Minuten in doppelter Überzahl. Gegen neun Vorwerker, die bis dato keinen einzigen Dreier in der Fremde geholt haben, fiel den Stormarnern kaum etwas ein, sodass die Pleite in Ordnung ging. Nun wird es keineswegs einfacher, denn es gastiert eine Mannschaft am Buchrader Weg, die in richtig guter Form ist. Der Aufsteiger Eichholzer SV II reist an und dies mit einer breiten Brust. Das Team vom Pöbelberg verlor 2026 noch kein einziges Mal, blieb dabei sowohl gegen Meister Reinfeld/Kronsforde als auch Pansdorf II und Schlutup unbesiegt. Letzteren beiden nahm man jeweils einen Punkt ab, nun sollen wieder drei her. Im Hinspiel lieferten sich beide Teams ein irres Spektakel. 6:5 behauptete sich die Mannschaft aus Lübeck, dabei glich Rethwisch zwischenzeitlich zum 3:3 aus. Nun wird es sicherlich ein anderes Spiel werden.

Malte Gerich (VfL Rethwisch): „Nach dem Spiel gegen Vorwerk gab es eine intensive Woche, in der wir Themen aufgearbeitet haben, die aktuell einfach nicht funktioniert haben. Nach einer starken Trainingswoche mit sehr guter Beteiligung sind wir hochmotiviert, den vergangenen Spieltag hinter uns zu lassen und alles zu geben, um für eine Überraschung hier im Pappelstadion zu sorgen.“

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VfB Lübeck

Stephan Lindhoff (Eichholzer SV II): „Samstag zur Prime-Time beim heimstarken VfL Rethwisch. Rethwisch hat eine erfahrene und zweikampfstarke Mannschaft, die gerade zu Hause schon oft bewiesen hat, dass es schwer ist, sie zu schlagen. Das Hinspiel ist vogelwild mit 6:5 an uns gegangen. Sicherlich wird Rethwisch das korrigieren wollen. Wir haben ein paar angeschlagene Spieler und müssen schauen, wer bis Samstag wieder fit ist. Trotzdem wollen wir weiter unseren druckvollen und schnellen Fußball spielen. Jetzt gilt es, in den letzten drei Spielen nochmal Gas zu geben, egal wer der Gegner ist. Bleiben wir bei uns, haben wir gute Chancen, erneut zu punkten.“

ATSV Stockelsdorf – TSV Gudow (Sa., 16 Uhr)

Ein Kellerduell steigt am Sonnabend in Stockelsdorf. Der ATSV Stockelsdorf gewann nur ein Spiel nach der Winterpause und muss daher nochmal richtig zittern um den Klassenverbleib. Fünf Punkte liegt die Elf von Jan Mehlfeld nur noch vor dem 14. Platz, auf dem derzeit der VfL Vorwerk steht. Auf diesen Rang schielt derzeit auch der TSV Gudow, der nach einer Hinrunde, in der ein Klassenerhalt noch hoffnungslos schien, nach dem Winter richtig gute Auftritte ablieferte. Gepunktet wurde ebenfalls, allerdings nur zweimal dreifach. Dementsprechend wichtig wäre der erste Auswärtssieg der Saison beim ATSV, denn der Abstiegsrelegationsplatz liegt vier Punkte entfernt. Mit einem Sieg könnte Stodo nochmal richtig unten reinrutschen, daher ist ihnen bewusst, dass es dringend eine Leistungssteigerung zur Vorwoche benötigt. Dort gab es ein 2:5 beim TSV Travemünde.

Jan Mehlfeld (Stockelsdorf): „Abstiegskampf: Wir wissen, worauf es ankommt und dass wir mit einem Sieg einen wichtigen Schritt machen. Es wird keine einfache Partie, aber gemeinsam als Team werden wir fighten und alles für die drei Punkte geben.“

Marcel Schaper (TSV Gudow): „Wir müssen gewinnen. Wenn wir das tun, ist Stodo wieder unten mit drin. Wenn nicht, kann auch Vorwerk noch weiter wegziehen. So einfach ist es. Alles oder nichts.“

VfL Vorwerk – TSV Travemünde (Sa., 18 Uhr)

Vor rund einem Monat hätten die wenigsten gedacht, dass es im Duell zwischen dem VfL Vorwerk und TSV Travemünde zu einem Aufeinandertreffen von zwei der formstärksten Mannschaften der Liga kommen würde. Die Gäste von der Ivendorfer Landstraße gewannen dreimal und erzielten dabei jeweils sogar fünf Tore. Die Offensive funktioniert also richtig gut. Diese wird es im Teichstadion brauchen, denn das Kellerkind holte nicht nur sieben von neun Punkten zuletzt, sondern kassierte auch kein einziges Gegentor aus dem Spiel heraus. Eine Ecke und ein Standard am Dienstagabend beim 3:1-Sieg gegen Viktoria knackten sie. Ansonsten ist die Mannschaft von Benjamin Schramm auf Kurs in Richtung Klassenerhalt. Dorthin kann man mit einem weiteren Sieg einen riesigen Schritt machen. Um dies zu erreichen, muss an die Leistung vom Nachholspiel angeknüpft werden.“

Benjamin Schramm (VfL Vorwerk): „Mit einer großen Portion Leidenschaft, Disziplin und Einsatzbereitschaft gewinnen wir das Spiel, nachdem wir bis auf einen echten Torabschluss und den Elfmeter defensiv eigentlich nichts zugelassen haben. Das nächste Spiel ist immer das schwerste, und so wollen wir auch gegen Travemünde wieder mit dem Einsatz etwas Zählbares abgreifen.“

Christian Jetz (TSV Travemünde): „Toll, was Vorwerk da gerade veranstaltet und sich vehement gegen den drohenden Abstieg stemmt. Wir sind gewarnt und wollen unsere Serie ebenfalls weiterführen.“

SV Azadi Lübeck II – SG Breitenfelde/Mölln (So., 15 Uhr)

Der SV Azadi Lübeck II möchte endlich zurück in die Spur finden. Nur ein Spiel im Jahr 2026 wurde gewonnen, sodass die Formkurve aktuell nach unten zeigt. Zuletzt verspielte man ein 2:0 in Gudow und war am Ende, genauso wie zuvor gegen den VfL Vorwerk, mit einem Punkt sehr gut bedient. Es klappt bei den ersatzgeschwächten Lübeckern aktuell wenig. Man ist sicherlich froh, wenn die Saison beendet ist, auch wenn man sich tabellarisch keine großen Sorgen machen muss. Nun trifft man auf die SG Breitenfelde/Mölln, die am vergangenen Wochenende durch einen 7:3-Sieg gegen Groß Grönau II die leichte Formkrise etwas abgeschüttelt hatte. Nun wollen die Lauenburger sicherlich nachlegen, damit man die Saison eventuell noch unter den Top Fünf beenden kann.

Arne Riewe (Breitenfelde/Mölln): „Das Hinspiel war ein heißes Spiel zu unseren Gunsten. Im Moment haben wir echte Kaderprobleme. Posselt hat sich im Training den Fuß gebrochen, Hermann hat sich gegen Grönau einen Muskelfaserriss zugezogen. Aber das soll uns nicht aufhalten. Wir haben unser selbst gestecktes Ziel klar vor Augen, und dafür müssen drei Punkte her. Azadi wird heiß sein und das Hinspiel wiedergutmachen wollen. Wir sind bereit.“

TSV Kücknitz – TSV Schlutup (So., 15 Uhr)

Komplettiert wird der Spieltag von einem echten Kracher. Am Roten Hahn steigt das Derby zwischen dem TSV Kücknitz und TSV Schlutup. Es geht vor allem für die Gäste darum, dass man den Druck im Kampf um Platz zwei auf Pansdorf nochmal erhöht. Derzeit beträgt der Rückstand bei einem Spiel weniger acht Punkte. Die Ostholsteiner gastieren beim Tabellenführer, wo man nächste Woche selbst gefordert ist, sodass die Schlutuper Hoffnung auf einen Ausrutscher des aktuellen Zweiten groß ist. Dennoch braucht es im Endspurt nun die Maximalausbeute, denn ansonsten platzt der Traum vom Aufstieg. Gegner Kücknitz möchte da sicherlich mithelfen. Nach einer bitteren Hinspielniederlage hat die Elf von Mirco Groß noch eine Rechnung offen.

Oliver Krause (TSV Kücknitz): „Am Sonntag ist wieder Derbytime angesagt. Zu Gast ist der TSV Schlutup am Roten Hahn. Schlutup spielt noch um Platz zwei und wird auch so auftreten. Wir wollen aber unbedingt das Derby gewinnen, denn schon im Hinspiel waren wir voll da und verloren unglücklich durch komische Schiedsrichterentscheidungen. Es wird auf jeden Fall ein interessantes und intensives Spiel werden, da Derbys ja bekanntlich ihre eigenen Gesetze haben. Wir freuen uns auf das Spiel und wollen natürlich die drei Punkte einfahren. Freuen werden wir uns auch wieder auf unsere Fangemeinde. Auf geht’s, Kücknitzer Jungs!“

Christian Clasen (TSV Schlutup): „Derbytime, immer was Besonderes. Wir freuen uns drauf und werden versuchen, die drei Punkte aus Kücknitz mitzunehmen. Das wird selbstverständlich ein hartes Stück Arbeit, bei dem wir wieder an unser Limit gehen müssen.“

Der 28. Spieltag

SG Reinfeld/Kronsforde – TSV Pansdorf II (Sa., 12 Uhr)
Lübeck 1876 – Fortuna St. Jürgen (15 Uhr)
Groß Grönau II – SV Viktoria 08 (15.30 Uhr)
VfL Rethwisch – Eichholzer SV II
ATSV Stockelsdorf – TSV Gudow (16 Uhr)
VfL Vorwerk – TSV Travemünde (18 Uhr)
SV Azadi Lübeck II – SG Breitenfelde/Mölln (So., 15 Uhr)
TSV Kücknitz – TSV Schlutup

1.SG Reinfeld/​Kronsforde27111 : 3475
2.TSV Pansdorf II2772 : 2465
3.TSV Schlutup2692 : 4357
4.Eichholzer SV II2787 : 4954
5.TSV Kücknitz2777 : 6246
6.Breitenfelde/​Mölln2773 : 4345
7.TSV Travemünde2761 : 4044
8.SV Viktoria2760 : 7140
9.Lübeck 18762660 : 7037
10.SV Azadi Lübeck II2779 : 7634
11.Fortuna St. Jürgen2754 : 5931
12.VfL Rethwisch2643 : 6924
13.ATSV Stockelsdorf2562 : 8819
14.VfL Vorwerk2632 : 11014
15.TSV Gudow2627 : 8110
16.Groß Grönau II2640 : 11110
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