
Lübeck – Am 08. Mai 2026 um 21.54 Uhr war es so weit. Der SC Rapid Lübeck feierte den vorzeitigen Meistertitel in der Landesliga Holstein und darf für die kommende Oberliga-Spielzeit planen. Nachdem man in der Vorwoche verpasste, den ersten Matchball zu vollenden, gelang es nun auf heimischem Platz. Vor über 200 Zuschauern bezwang die Elf von Coach Christian „Alu“ Arp den SSC Hagen Ahrensburg II. Matchwinner war dabei der beste Torschütze der Liga, der gleich zweimal erfolgreich war.
Torjäger trifft zweimal Alu
Der SC Rapid Lübeck ließ am vergangenen Wochenende beim Tabellenschlusslicht FC Fetih-Kisdorf den ersten Matchball zur Meisterschaft liegen. Mit 4:5 gab sich die Mannschaft vom Kasernenbrink geschlagen, denn die Aufholjagd kam zu spät. Nun gab es die zweite große Chance, den Traum von der Oberliga wahr werden zu lassen. Zu Gast war der SSC Hagen Ahrensburg, der sich bereits mehrfach in dieser Saison als sehr unbequem zu bespielender Gegner erwies und mit einem eindrucksvollen Heimsieg gegen den TSV Pansdorf im Gepäck anreiste. In der Startelf fehlte mit Jakob Bier allerdings der beste Torschütze, dieser nahm nur auf der Bank Platz. Rapid nahm direkt das Zepter in die Hand und machte direkt deutlich, dass es auf dem heimischen Platz mit dem Titel klappen sollte. Bereits nach knapp zwei Minuten segelte der erste gefährliche Ball durch den Strafraum der Gäste. Wenig später gab es einen Freistoß, den Tino Arp allerdings an den Pfosten schoss. Kurz darauf setzte Leon Bilic einen Kopfball zu unplatziert auf den Kasten. Etwas gefährlicher war der zweite Freistoß von Arp, der den Außenpfosten touchierte.
Arp verwandelt Freistoß
Der Führungstreffer für die Platzherren lag in der Luft, es fehlten wenige Zentimeter. Hagen kam kaum zu Abschlüssen, den ersten Versuch verbuchte Christopher Liebau nach guter Einzelaktion, doch Yilmaz Caglar war auf der Hut. Ansonsten gab es kaum Abschlüsse, die den Weg aufs Tor vom SSC fanden. Eine Waffe des SCR waren immer wieder die weiten Einwürfe von Joel Damisi, denn diese sorgten immer wieder für Gefahr im Fünfmeterraum. In der 34. Minute war es dann wieder einmal ein Freistoß von Arp. Dreimal verpasste dieser um wenige Zentimeter, doch diesmal sollte der Ball den Weg ins Tor finden (34.). Großer Jubel herrschte beim Tabellenführer, der die Tür zur Oberliga in diesem Moment sehr weit öffnete. Im Anschluss blieb es ein ähnliches Bild, denn es spielte weiterhin nur die Mannschaft von Christian „Alu“ Arp und Dario Bilic. Es folgten weitere Chancen, wobei immer wieder der Torschütze zum 1:0 seine Füße im Spiel hatte. So zum Beispiel, als er einen Eckball scharf auf den ersten Pfosten zog, doch Marcel Stellbrinck hauchdünn verpasste.
Abseitstor nach Wiederbeginn
Kurz vor dem Pausenpfiff gab es dann ein Bild, das es in diesen ersten 45 Minuten mehrfach gab. Arp trat zum Freistoß an. Zweimal Alu, einmal drüber und einmal rein, war die bisherige Ausbeute und der fünfte Versuch sollte sehenswert im Tor einschlagen. Es war ein traumhafter Freistoß, den Arp (44.) zum 2:0 vollendete. Kurz darauf war Pause und das Erreichen des großen Ziels nur noch 45 Minuten inklusive Nachspielzeit entfernt. Aufgrund des ersten Durchgangs, in dem die Lübecker klar die Oberhand hatten, schien die Partie eigentlich schon entschieden, doch die Gäste aus dem Kreis Stormarn zeigten, dass man sie keineswegs abschreiben durfte. Der besagte Bier kam rein und schon wurde es gefährlich. Zwar gehörte die erste Chance nach Wiederbeginn dem Heimteam, als Cabbar wuchtig am Pfosten vorbeischoss, doch im Anschluss kam Hagen mal nach vorne. Schon zappelte der Ball im Netz, doch die Fahne des Schiedsrichterassistenten ging hoch. Kurz darauf gab es eine erneute Gelegenheit, doch der Anschlusstreffer fiel nicht. Für den 22-Tore-Mann des SSC Hagen Ahrensburg endete der Arbeitstag dann nach nicht ganz einer halben Stunde wieder. Es wurde erneut ausgewechselt, für ihn kam Paul Biemann. Das Spiel plätscherte nun dahin, wobei es, wenn es gefährlich wurde, eher der SC Rapid war, der seine Füße im Spiel hatte. In den Schlussminuten gab es die ein oder andere vielversprechende Möglichkeit, nochmal den dritten Treffer und somit die vorzeitige Entscheidung zu erzielen, doch man spielte es zu unsauber aus. Dies sollte um 21.54 Uhr allerdings keinen mehr auf und um den Kunstrasenplatz an der Waisenhofstraße interessieren, denn es war so weit. Schiedsrichter Marcel Hosenthien beendete das Spiel nach 93 Minuten und es war perfekt. Der SC Rapid Lübeck stand als Meister der Landesliga Holstein fest und wird den Gang in die Oberliga antreten.
Hagen-Coach zufrieden mit Kampf
Für den SSC Hagen Ahrensburg war es erneut ein Spiel in der Fremde, das nicht gewonnen wurde. Zum bereits sechsten Mal in Serie war dies der Fall, sodass wichtige Punkte liegen gelassen wurden. Insgesamt konnte man sich zu wenig entlasten und eigene Chancen herausspielen, sodass man nach den beiden Arp-Freistoßtoren nicht mehr viel entgegensetzen konnte. Defensiv war dieser Auftritt kein schlechter, denn schließlich kassierte der SSC keinen Gegentreffer aus dem Spiel heraus. Cheftrainer Aydin Taneli sprach nach dem Spiel mit HL-SPORTS: „Von meiner Mannschaft war es ein kämpferisch gutes Spiel. Durch zwei Standardsituationen jeweils in der ersten Halbzeit, für mich waren die Bälle auch haltbar, jeweils aus der Torwartposition aus. Somit gehen wir mit 0:2 in Rückstand, aber trotz allem haben wir kämpferisch gut dagegengehalten. In der zweiten Halbzeit wurde uns ein Abseitstor über Jakob Bier aberkannt, da bin ich mir gar nicht so sicher, ob das wirklich Abseits war. Da kommen wir vielleicht nochmal zum Anschluss zum 1:2, dann wäre das Spiel anderweitig in der hektischen Phase vielleicht nochmal anders ausgegangen. Ich bin kämpferisch völlig zufrieden mit meiner Mannschaft gewesen, was sie auf den Platz gebracht hat. Rapid hatte viel Ballbesitz, hatte das Ballgeschehen gut in der Hand, hatte gute Ballzirkulationen in ihren Reihen und auch natürlich ihre individuellen Spieler, die gut nicht nur ins Eins-gegen-Eins gegangen sind, sondern sich zwei, drei Leute gebunden haben, somit haben sie sich immer gut Räume für andere Spieler geschaffen. Da war aber unser Torwart Steven, wenn ein Schuss aus dem spielerischen Bereich kam, auch da. Das war gut, aber auch unsere Ketten davor, jeweils die Viererketten und das Kettenbilden aus den hinteren Räumen, aber auch davor. Im System waren wir gut, aber mussten trotz allem Lösungen finden in unseren Reihen, wo wir Foulspiele machen mussten, weil der Gegner sich sonst gut gelöst hätte. Dementsprechend waren wir ein Stück später dran und dadurch hatte der Gegner viele Standardsituationen. In der ersten Halbzeit ist es uns nicht so gut gelungen für unsere Entlastung, dass wir die Bälle vorne festgemacht oder aber gut weitergeleitet haben. Das ist aber in der zweiten Hälfte besser gewesen. Glückwunsch an den Gegner zum Aufstieg und wir arbeiten weiter und fokussieren uns auf die nächste Woche.“







