Halbes Dutzend im Finale: Eichholzer SV holt Kreispokal-Titel in Schlutup

Tore, Spannung und gute Stimmung prägten den Finaltag

Der Eichholzer SV jubelte über die Treffer gegen den FC Dornbreite. Foto: Niklas Runne

Lübeck – Am Palinger Weg in Schlutup stieg am heutigen Donnerstag (14.5.) der Finaltag des Kreispokal Lübeck. Ab 10 Uhr rollte auf dem Kunstrasen sowie Rasenplatz der Ball in verschiedenen Wettbewerben. Dabei ging es darum, die Sieger der Pokale zu finden. Die Zuschauer erlebten einen langen Fußballtag mit einer Menge Spannung, Spektakel, Toren und guter Stimmung.

Kreispokal Ü40-Altherren

FC Dornbreite – SC Buntekuh 4:2 n.V. (2:2/1:1)

Den Startschuss in den Finaltag machten die Ü40-Altherren auf dem Kunstrasenplatz. Dabei trafen mit dem SC Buntekuh und FC Dornbreite zwei Ligakonkurrenten aufeinander. Mit dabei beim FCD war mit Sascha Strehlau auch der Cheftrainer der Landesligamannschaft. Dieser führte sein Team als Kapitän auf das Feld. Seine Mannschaft kontrollierte in der Anfangsphase klar das Spielgeschehen, tat sich allerdings noch schwer, so richtig zwingend zu werden. So kam Buntekuh mit dem ersten richtig gut ausgespielten Angriff durch Rene Krause (9.) zur Führung. Dornbreite wurde im Anschluss drückender, sodass Thorsten Asmussen (15.) für den Ausgleich sorgte. Kurz darauf ließ allerdings Houssem Azzez den erneuten Führungstreffer liegen. So ging es mit einem 1:1 in die Pause und es blieb spannend. Nach dem Seitenwechsel sorgte Alexander Wulff (40.) per Kopf für die Führung Dornbreites. Diese sollte allerdings durch Rene Krause (53.) egalisiert werden. So ging es in die Verlängerung und in dieser sollte der Sieger gefunden werden. Benjamin Mecker (67./79.) schnürte einen Doppelpack und machte den Pokalsieg des FC Dornbreite perfekt. 4:2 hieß es am Ende.

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Die Ü40-Teams des FC Dornbreite und SC Buntekuh gingen in die Verlängerung. Foto: Niklas Runne

Kreispokal Ü32-Altherren

TSV Travemünde – TSV Schlutup 3:0 (2:0)

Auf dem Rasenplatz sollte es zum Trave-Derby der Ü32-Altherren kommen. Der TSV Schlutup wollte auf dem eigenen Platz den Titel einfahren, doch mit dem TSV Travemünde hatte man den direkten Tabellennachbarn aus der Liga zu Gast. Diese hatten zudem eine riesige Unterstützung, so war unter anderem die gesamte erste Herren aus der Kreisliga Südost dabei und unterstützte. „Alle in Rot“ war das Motto, sodass ein einheitliches Bild dargestellt wurde. Sportlich sollte dieses Duell interessant sein, denn auch der ein oder andere bekanntere Spieler aus der Region schnürte die Schuhe. Der namhafteste war dabei sicherlich der langjährige Kapitän des VfB Lübeck Tommy Gruppe, der für Travemünde die Schuhe schnürte. Marcel-Sven Meier, der beste Torschütze der Schlutuper, fehlte an diesem Tag. Dies sollte sich auch bemerkbar machen, denn die Mannschaft vom Palinger Weg hatte in der ersten Hälfte große Probleme, sich klare Chancen zu erspielen. Travemünde war die bessere Mannschaft und ging daher nicht unverdient durch David Klak (12.) in Führung. Der ehemalige A-Jugend-Deutsche-Meister mit dem FC Hansa Rostock stellte die Weichen für die Mannschaft von der Ivendorfer Landstraße.

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Die Ü32 des TSV Travemünde um Tommy Grupe (hier im Bild) feierte den Debysieg im Finale. Foto: Niklas Runne

Im Anschluss wollte Schlutup etwas zwingender werden, doch tat sich schwer. So war es ein umkämpftes Derby, in dem beide Mannschaften die Zweikämpfe nicht scheuten. Elf Minuten vor der Pause fiel dann der zweite Treffer des Tages. Dreimal bekam „Monte“ den Ball nicht über die Linie gedrückt, denn immer wieder warf sich ein Verteidiger in den Schuss, doch dann war es Benjamin Steffen (34.), der die Kugel ins Netz beförderte. So ging es mit einer 2:0-Führung in die Pause und es war klar, dass Schlutup im zweiten Durchgang den Druck deutlich erhöhen würde. Dies hatte zur Folge, dass sich nun auch Räume zum Kontern boten. Fünf Minuten nach Wiederbeginn spielte Travemünde solch einen gut aus, sodass David Klak (45.) alleine aufs Tor zulief, Schlutup-Keeper Nils Meyenborg umkurvte und zum 3:0 einschob. Es war die Vorentscheidung, auch wenn Schlutup noch gute Chancen hatte, die allerdings entweder noch geklärt oder aber von Keeper Jan Vollert vereitelt wurden. In der Schlussphase ging es dann nochmal ordentlich zur Sache, denn es gab viele härtere Zweikämpfe und Fouls, die hart an der Grenze waren. Am Spielausgang änderte dies nichts, sodass die Monte-Kicker den Pokal holten und im Anschluss mit ihren vielen mitgereisten Fans feiern durften.

Kreispokal Herren untere Mannschaften

SV Azadi Lübeck II – 1. FC Phönix Lübeck II 1:2 (1:1)

Die Ausgangslage im Kreispokal der Herren untere Mannschaften war ziemlich klar. Der Kreisligaaufsteiger SV Azadi Lübeck II empfing auf dem Kunstrasenplatz den Oberligisten 1. FC Phönix Lübeck II. Es war ein klassisches David gegen Goliath und der große Favorit sollte ordentlich ins Zittern kommen. Zunächst sorgten die Adler, die mit einem sehr ausgedünnten Kader zum Finale reisten, für Fassungslosigkeit bei vielen auf der Sportanlage. Man begann das Spiel nämlich in Unterzahl, da der Spieler Kevin Knott erst im Laufe der Anfangsphase eintrudelte. Dennoch bestimmte die U23 vom Flugplatz klar das Spiel. Sie hatte deutliche Ballbesitzvorteile und lief über die schnellen, technisch starken Außenspieler an. Azadi stand allerdings sehr kompakt, verteidigte leidenschaftlich und als Kollektiv, sodass dem Fünftligisten in den ersten 20 Minuten im letzten Drittel kaum etwas einfiel. Dieser lief immer wieder an, doch kurz vor dem Sechzehner war Schluss, denn dort boten sich einfach keine Lücken.

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Azadi II hielt leidenschaftlich gegen die Angriffe des 1.FC Phönix Lübeck II. Foto: Niklas Runne

Nach vorne setzte Azadi vereinzelte Nadelstiche im ersten Durchgang, so auch nach einer Viertelstunde. Phönix war nicht stabil und so tauchte Alican Kaya (15.) vor dem Tor auf, scheiterte zunächst, doch köpfte den zweiten Ball dann ein. Der Außenseiter ging in Führung und nun sollte es richtig spannend werden, was dieses Finale bringen würde. Immer wieder lief Phönix an und nun fand der Adler auch mehr Lösungen. Man wurde zielstrebiger und kam dementsprechend zum Ausgleich. Malek El Shaikh (22.) setzte sich gut durch, zog einmal das Tempo an und setzte den Ball ins lange Eck. Somit war wieder alles auf Null und bis zur Pause gab es auf beiden Seiten noch Chancen. So verpasste Ramezan Hassan für Azadi, auf der Gegenseite scheiterte Maximilian Ofosu am stark reagierenden Julian Kramek. So ging es mit dem 1:1 in die Pause.

Nach dem Seitenwechsel war es ein ziemlich identisches Bild. Phönix spielte und lief an, doch hatte kaum Ideen gegen den kompakten Kreisligisten. Dennoch war es die individuelle Qualität, die in einzelnen Momenten den Unterschied machen sollte. So auch in der 75. Minute, als Kevin Knott (75.) sich durchsetzte und aus spitzem Winkel traf. Nun blieb Azadi eine Viertelstunde, um den Ausgleich zu erzielen und die Chancen waren zur Genüge da. Chance um Chance blieb ungenutzt, allein Torjäger Ramezan Hassan ließ mehrere Riesenchancen liegen. In der Nachspielzeit gab es dann noch eine Gelb-Rote Karte für Emeraude Betani-Baku, der zunächst für eine Unsportlichkeit gegenüber dem Schiedsrichter verwarnt und nur eine Minute später für ein Foul im Mittelfeld vom Platz gestellt wurde. Die letzten Momente verbrachte Azadi II somit in Überzahl, doch das 2:2 blieb aus. Somit holte der Favorit den Titel, doch ohne dabei wirklich zu glänzen. Man hätte sich keineswegs beschweren dürfen, wenn der Kreisligist den Ausgleich erzielt hätte, doch so kam man mit einem blauen Auge davon.

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Kreispokal Herren

Eichholzer SV – FC Dornbreite 6:1 (4:0)

Das große Finale der Herren stieg um 17 Uhr auf dem Rasenplatz am Palinger Weg. Der Eichholzer SV traf auf den FC Dornbreite im Duell zweier Ligakonkurrenten. Während Eichholz die Saison im oberen Drittel beenden wird, bangt der FCD noch um einen Verbleib in der Liga. Beide spielen kein gutes Jahr 2026, denn es gab wenig zu feiern und Dornbreite wartet sogar schon seit dem 1. November 2025 auf einen Sieg. Vor dem „Ligafinale“ gegen Pansdorf sollte somit etwas Selbstvertrauen mit dem Pokalsieg her. Diesen wollte Eichholz logischerweise auch und für das große Ziel wurde man von zahlreichen Fans unterstützt. Der Pöbelberg war in großer Zahl vertreten und hatte nach dem Pokalsieg der Frauen zuvor große Lust, einen weiteren Triumph einzufahren.

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Eichholz forderte die Defensive des FC Dornbreite immer wieder. Foto: Niklas Runne

Von Beginn an nahmen die Eichholzer das Zepter in die Hand und bestimmten das Spielgeschehen. Dornbreite wollte erst einmal stabil stehen und nichts zulassen. Dies gelang in den ersten fünf Minuten auch, denn dort fand der Gegner noch keine Lücken. Also musste eine Ecke her und genau diese führte zum 1:0. Zunächst verpasste Hamer und auch ein weiterer Abschluss wurde geblockt, doch dann drückte Morten Rüdiger (8.) den Ball über die Linie. Somit war Dornbreite geknackt und der Gegentreffer hinterließ sichtbare Spuren beim FCD. Es häuften sich Fehler, doch Varol und Stark bestraften diese zunächst noch nicht. In der 14. Minute zog Yasin Varol (14.) dann mal ab und schon zappelte der Ball im Netz. Es war das 2:0 und nun sollte es richtig schwer für die Mannschaft vom Steinrader Damm werden. Diese blieb bis dorthin offensiv harmlos, doch kam vier Minuten nach dem zweiten Gegentreffer mal zu einer Annäherung. Einen Leu-Freistoß verpasste Luca Grotkopp am zweiten Pfosten. Man bekam etwas mehr Zugriff und hatte längere Ballbesitzphasen, doch dies sollte nicht von allzu langer Dauer sein, denn Jermaine de Guzman (28.) sowie Niklas Hamer (33.) stellten noch vor der Pause auf 4:0.

Es war eine klare Angelegenheit im Endspiel des Kreispokals, auch wenn Dornbreite zu zwei vielversprechenden Möglichkeiten kam. Im zweiten Durchgang zeigte die Mannschaft von Sascha Strehlau eine Leistungssteigerung, dennoch war es insgesamt zu wenig. Caspar Stark (51.) traf zum 5:0 für Eichholz, doch Mark Heinze (58.) erzielte den Ehrentreffer. Spannung kam allerdings nicht mehr auf, denn die Mannschaft von der Guerickestraße ließ mehrere gute Chancen ungenutzt und verpasste es, das Ergebnis noch weiter in die Höhe zu schrauben. Geburtstagskind Luis Fichtner (80.) setzte mit dem 6:1 den Schlusspunkt. Somit krönte sich der ESV zum Pokalsieger, während Dornbreite insgesamt einen enttäuschenden Auftritt hinlegte.

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Jubek von Niklas Hamer. Foto: Niklas Runne

Stimmen zum Spiel:

Kevin Berens (Eichholzer SV): „Vom Ergebnis her hört es sich natürlich eindeutig an. Erste Halbzeit war es natürlich auch mit einer 4:0-Führung. Nichtsdestotrotz, wenn wir uns auf die beiden Ligaspiele konzentrieren, da haben wir es nicht einmal geschafft, Dornbreite zu bezwingen. Irgendwo haben sie ja auch eine gewisse Wut und Last mit sich zu tragen aktuell, weil sie am Sonntag das entscheidende Spiel haben, aber wir sind froh, dass wir den Pokal endlich wieder nach Eichholz geholt haben und sind über die gezeigte Leistung der Truppe auch sehr, sehr begeistert. Jeder ist heute an seine Grenzen gegangen und hat alles aus sich herausgeholt.“

Zum Support der Fans sagte er: „Dafür ist der Eichholzer SV natürlich bekannt. Der Pöbelberg, das ist nicht nur dummes Geschnacke, sondern eine riesige Gruppe, die einfach hinter diesem Verein steht. Jetzt dieses Doppelfinale gehabt zu haben, was auch jeweils erfolgreich bestritten wurde mit den Damen und uns, das ist natürlich umso besser, dass wir mit diesem riesigen Anhang auch gemeinsam feiern und Spaß haben können.“

Simon Leu (FC Dornbreite): „Ich glaube, man hat es heute einfach ziemlich schnell in der ersten Halbzeit durch die schnellen Gegentore verloren. Wir kamen gar nicht ins Spiel, haben keine Zweikämpfe geführt, diese Pokaleinstellung, wie wir sie vor dem Spiel gefordert haben, war nicht da und dann war es natürlich nach einem 0:3 auch ganz schwer, wieder zurückzukommen. Leider haben sich da auch ganz viele aufgegeben. In der zweiten Hälfte war es zwar besser, aber das Spiel war da auch schon durch. Auf jeden Fall war es nicht einem solchen Pokalfinaltag würdig, so eine Leistung und Einstellung, da muss man einfach auch jeden von uns, mich eingeschlossen, mit reinnehmen. Das gehört woanders hin, aber nicht an so einen Finaltag. Eichholz hat verdient gewonnen, Glückwunsch.“

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