
Hamburg – Es ist angerichtet für ein echtes Nervenspiel im Volksparkstadion. Während die Männer des Hamburger SV den Klassenerhalt in der Bundesliga bereits geschafft haben, kämpfen die Frauen am Sonntag um das gleiche Ziel. Gegner im letzten Saisonspiel sind ausgerechnet die bereits feststehenden Deutschen Meisterinnen vom FC Bayern München. Parallel blicken die Rothosen aber auch ganz genau nach Essen. Denn dort geht es im direkten Fernduell um den letzten sicheren Platz über dem Strich.
Last-Minute-Schock in Köln
Eigentlich hätten die Hamburgerinnen den Klassenerhalt schon am vergangenen Wochenende perfekt machen können. Doch beim 1. FC Köln kassierte der HSV nach engagiertem Auftritt in der Nachspielzeit noch das entscheidende 1:2. Annaleen Böhler hatte zuvor zum zwischenzeitlichen 1:1 ausgeglichen (HL-SPORTS berichtete).
Der Rückschlag schmerzte – die Ausgangslage bleibt trotzdem ordentlich. Drei Punkte Vorsprung hat der HSV vor dem letzten Spieltag auf die SGS Essen. Und auch die Tordifferenz spricht klar für die Hamburgerinnen. Elf Treffer liegt der HSV aktuell vorne. Heißt: Selbst wenn Essen gegen Freiburg gewinnt, müsste Hamburg gleichzeitig deutlich verlieren, damit der Bundesliga-Aufsteiger noch auf Rang 13 abrutscht.
Jetzt kommt das Maß aller Dinge
Einfach wird die Aufgabe allerdings nicht. Mit Bayern München kommt die absolute Übermannschaft der Liga in den Volkspark. Die Münchnerinnen stehen bereits als Meister fest, holten unter der Woche mit einem 4:0 gegen Wolfsburg zusätzlich den DFB-Pokal und damit das Double.
Die Bilanz der Bayern liest sich brutal: 23 Siege, zwei Unentschieden, keine Niederlage.
Schon das Hinspiel endete aus HSV-Sicht deutlich mit 0:6. Im DFB-Pokal-Viertelfinale verkaufte sich Hamburg beim 0:3 allerdings deutlich stabiler. HSV-Verteidigerin Annaleen Böhler sagte: „Wir wissen, dass Bayern ein extrem starkes Team mit enormer Qualität ist. Es wird darauf ankommen, dass wir an unsere 100 Prozent kommen. Wir schauen vor allem auf uns und wollen es Bayern so schwer wie möglich machen.“
Essen hofft – der HSV hat alles in der eigenen Hand
Während Bayern längst feiern darf, geht es für Hamburg und Essen noch um alles. Die SGS empfängt parallel den SC Freiburg und braucht zwingend einen Sieg, um überhaupt noch eine Chance auf den Klassenerhalt zu haben. Der HSV dagegen kann den Ligaverbleib aus eigener Kraft sichern – und damit den Doppel-Klassenerhalt des Vereins perfekt machen.
Interimscheftrainer Rodolfo Cardoso machte die Ausgangslage klar: „Es geht um den Klassenerhalt – da brauchen wir uns nichts vormachen.“ Und weiter: „Uns erwartet ein besonderes Spiel gegen die Deutschen Meisterinnen und Pokalsiegerinnen. Bayern ist enorm stark. Aber wir wissen genau, worauf es ankommt und was auf dem Spiel steht.“
Männerteam unterstützt die HSV-Frauen
Der Volkspark soll am Sonntag noch einmal zum emotionalen Saisonabschluss werden. Mehr als 15.000 Tickets sind bereits verkauft, damit wird der bisherige Zuschauerrekord der HSV-Frauen erneut übertroffen. Unterstützung bekommen die Spielerinnen auch von den Männer-Profis inklusive Trainerteam, die vor Ort sein werden. Cardoso hofft auf genau diesen Faktor: „Mit unseren Fans im Rücken haben wir einen wichtigen Rückhalt – das wird uns helfen.“
Der 26. Spieltag (17.5.2026)
Essen – Freiburg (So., 14 Uhr)
Frankfurt – Berlin
Hamburg – München
Hoffenheim – Leipzig
Jena – Köln
Leverkusen – Bremen
Wolfsburg – Nürnberg
Die Tabelle
| 1. | FC Bayern München | 25 | 89 : 9 | 71 |
| 2. | VfL Wolfsburg | 25 | 69 : 37 | 55 |
| 3. | Eintracht Frankfurt | 25 | 61 : 41 | 48 |
| 4. | Bayer 04 Leverkusen | 25 | 45 : 33 | 46 |
| 5. | TSG Hoffenheim | 25 | 48 : 30 | 45 |
| 6. | SV Werder Bremen | 25 | 39 : 35 | 40 |
| 7. | 1. FC Köln | 25 | 33 : 37 | 34 |
| 8. | SC Freiburg | 25 | 43 : 45 | 33 |
| 9. | 1. FC Union Berlin | 25 | 40 : 47 | 30 |
| 10. | RB Leipzig | 25 | 39 : 48 | 27 |
| 11. | 1. FC Nürnberg | 25 | 32 : 58 | 22 |
| 12. | Hamburger SV | 25 | 26 : 56 | 18 |
| 13. | SGS Essen | 25 | 21 : 62 | 15 |
| 14. | FC Carl Zeiss Jena | 25 | 22 : 69 | 11 |






