
Lübeck – Der Eichholzer SV hat das Kreispokal-Finale am Ende klar mit 5:1 gewonnen. In einer zunächst engen Partie gegen den unterklassigen VfB Lübeck gelang Emilia Nunold zunächst die Führung (26.). Diese hielt nur wenige Minuten, da VfB-Neuzugang Sophie Hagedorn in ihrem ersten Spiel den Ausgleich erzielte (33.). Nach der erneuten Führung des ESV durch Nisa Ceylin Karadas (54.) erfolgte die Schlüsselszene in der 71. Spielminute. Bei einem der vielen Eichholzer Durchbrüche kam VfB-Routinier Sina-Maureen Schöning im Zweikampf zu spät und brachte ihre Gegenspielerin durch Beinstellen zu Fall. Schiedsrichter Niklas Breiling achtete im Zweikampf nur auf den Oberkörper, erhielt dann aber direkt die Hilfe von seinem Schiedsrichter-Assistenten, der den Fußtreffer klar wahrnahm. Nur kurzer Rücksprache traf Breiling dann die korrekte Entscheidung, Foulspiel und damit auch folgend der Feldverweis aufgrund der Verhinderung der offensichtlichen Torchance. Dass Benthe Malin Radden den folgenden Freistoß per Nachschuss verwandelte, als Torfrau Linnea Maining den Ball nach vorne abprallen ließ, führte die Eichholzer endgültig auf die Siegerstraße. Torjägering Anna Josepha Nunold setzte per spätem Doppelpack dann noch zwei Treffer zum Endstand drauf. Der Eichholzer SV sicherte sich somit den dritten Titelgewinn in Folge. Der VfB Lübeck kann jedoch wie in der Halle stolz über den Vizetitel sein.
Enttäuschung und Stolz bei grün-weiß
Die Trainer äußerten sich im Anschluss. Für VfB-Trainer Tino Spörk war es vor allem der Platzverweis, der entscheidend war. Spörk: „Auf dem Papier waren die Rollen klar verteilt: Als VfB Lübeck gingen wir als klarer Underdog in das Spiel. Zu Beginn benötigten wir einige Minuten, um ins Spiel zu finden, was aufgrund der Aufregung durchaus normal war. Unser Ziel war es, in den ersten Minuten stabil zu stehen und kein frühes Gegentor zuzulassen – eine Aufgabe, die die Mannschaft sehr gut erfüllte.
In der ersten Halbzeit war kein Klassenunterschied erkennbar. Beide Teams hatten ihre Torchancen, wobei wir darauf setzten, kontrolliert aus der Defensive herauszuspielen, was über weite Strecken hervorragend gelang. Wir wussten, dass der Eichholzer SV vor allem über lange Bälle und Standards gefährlich wurde, weshalb wir gemeinsam diszipliniert verteidigten. In der 26. Minute gelang es uns leider nicht, das 0:1 zu verhindern. Doch die Mannschaft zeigte die richtige Reaktion und spielte weiterhin mutig nach vorne. So erzielte Sophie Hagedorn in der 33. Minute den verdienten Ausgleich zum 1:1. In der zweiten Halbzeit erhöhte der Eichholzer SV das Tempo, ohne jedoch nennenswerte Chancen zu erspielen, da wir diszipliniert verteidigten. Das 1:2 fiel durch eine beeindruckende Einzelaktion von Nisa Ceyline Karadas. Auch dieser Rückstand brachte uns nicht aus dem Konzept. In der 70. Minute kam es jedoch zur entscheidenden Wendung: Ein angebliches Foulspiel durch unsere Spielerin Sina Schöning führte zur roten Karte sowie einem Freistoß in Strafraumnähe. Dabei ist besonders ärgerlich, dass der besser positionierte Hauptschiedsrichter zunächst sofort auf Weiterspielen entschied, erst nach Intervention des Linienrichters, der gute 20 Meter entfernt stand, die Entscheidung revidierte und die Karte zeigte. Aus dem anschließenden Freistoß resultierte das 1:3, wodurch wir fortan in Unterzahl spielten. Trotz der numerischen Unterlegenheit kämpften die Mädels mutig weiter und zeigten keinerlei Verstecken. Der Eichholzer SV nutzte die Möglichkeit, sich auf Konter zu konzentrieren, und erzielte noch die Treffer zum 1:4 und 1:5. Als Trainer bin ich außerordentlich stolz auf die Leistung meiner Mannschaft, des gesamten Staffs und des VfB Lübeck. Herzlichen Glückwunsch an die Mädels des Eichholzer SV zum verdienten Pokalsieg. Wir freuen uns bereits jetzt auf ein nächstes Aufeinandertreffen.“
Feierlaune in grün-schwarz
Sieger-Coach Hanifi Demir war ebenso stolz auf die Leistung, fand zudem mahnende Worte im Sinne des Lübecker Frauenfußballs: „Uns war im Vorfeld bewusst, dass sich der VfB Lübeck intensiv auf dieses Pokalfinale vorbereitet hat – unter anderem durch die Verlegung des Trainingsorts nach Schlutup. Auch auf die Standardsituationen, die Montag trainiert wurden, waren wir gut eingestellt. Wir sind verdient in Führung gegangen: Über eine starke Kombination auf der rechten Seite kam Emilia zum Abschluss und vollendete souverän. Nach einem unnötigen Ballverlust im Zentrum mussten wir dann allerdings den Ausgleich hinnehmen – gefühlt war das der einzige gefährliche Torschuss des Gegners im gesamten Spiel. In der zweiten Halbzeit haben wir taktisch umgestellt und uns dadurch erneut die verdiente Führung erarbeitet. Nach der Roten Karte wegen einer Notbremse haben wir unsere Chancen konsequent genutzt und am Ende verdient mit 5:1 gewonnen. Ich habe großen Respekt vor dem gesamten Verein VfB Lübeck. Dennoch hoffe ich, dass die Mädels vom VfB nicht – wie bereits in der Vergangenheit – komplett ausgetauscht werden, nur um auf Biegen und Brechen erfolgreich zu sein. Viele Spielerinnen wechselten nämlich sicherlich aus Liebe und Leidenschaft zum VfB Lübeck. Abschließend möchte ich mich noch bei den Stadtwerken Lübeck bedanken, dass die Buslinie 11 unsere Mannschaft pünktlich zum Spiel gebracht hat.“


