Sechster Derbysieg für Isabell Werth in Hamburg. Foto: (Kurt-S. Becker)

Zum sechsten Mal sicherte sich Isabell Werth das begehrte Blaue Band beim 66. Deutschen Dressur-Derby in Hamburg. Im Sattel des zehnjährigen Hengstes Viva Gold OLD gewann die erfolgreichste Dressurreiterin der Welt die Kür der CDI5*-Tour und sicherte sich damit den Gesamtsieg in der Derby-Wertung.

„Ein Derbysieg ist super besonders“, freut sich Isabell Werth. „Und noch spezieller ist so ein Sieg mit dieser Stimmung hier. Das Dressurstadion war drei Tage rappelvoll. Hamburg ist eine ganz bedeutende Veranstaltung und beste Werbung für den Dressursport – für mich kommt dieses Event gleich nach Aachen!“

Für den charmanten Dunkelfuchs von Vivaldi war es zugleich eine besondere Premiere: Viva Gold OLD absolvierte in Hamburg seine erste internationale Kür überhaupt und begeisterte auf Anhieb mit einem Spitzenresultat von 84,365 Prozent. Die anspruchsvolle Choreographie zu den Hits des US-amerikanischen Singer-Songwriters Neil Diamond meisterte der Oldenburger Hengst scheinbar mühelos. “Ich bin total zufrieden, echt happy”, strahlte Werth. “Dieses Pferd ist sensationell und er wurde hier in Hamburg von Tag zu Tag besser. Am ersten Tag war er noch richtig heiß, am zweitenTag schon besser und heute fand ich ihn fantastisch.”

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Isabell Werth (GER) gewinnt vor Ingrid Klimke (GER) und Moritz Treffinger (GER) das Deutsche Dressur-Derby . Foto: Kurt-S. Becker.

Bereits im vergangenen Jahr hatte Viva Gold OLD die Herzen des Hamburger Publikums erobert und die Louisdor-Preis Finalqualifikation für Grand-Prix-Nachwuchspferde gewonnen. Nun glänzte der Hengst erstmals auf Fünf-Sterne-Niveau. Nach Rang zwei im Grand Prix hinter Stallkollegin Wendy de Fontaine und dem Sieg in der Kür stand am Ende verdient der Gesamterfolg im Derby und damit das Blaue Band.

Platz zwei in der Kür ging an Ingrid Klimke mit ihrer Fürstenball-Tochter First Class. Die Reitmeisterin erreichte 77,040 Prozent und zeigte sich nach der Prüfung entsprechend zufrieden: „Hinter Isabell im Grand Prix Dritte und heute in der Kür Zweite zu werden, ist ja eigentlich schon ein Sieg. Ich freue mich sehr für First Class, die sich immer weiterentwickelt, besonders in der Kür. Sie kennt die Musik, ich kann mich tausendprozentig auf sie verlassen und sie wächst dabei immer über sich hinaus. Die Atmosphäre hier im Stadion war heute einfach spitze.“

Eine besondere Randnotiz: Ingrid Klimkes Vater, der legendäre Dr. Reiner Klimke, gewann das Deutsche Dressur-Derby insgesamt 15 Mal.

Rang drei sicherte sich Moritz Treffinger mit Fiderdance und 76,525 Prozent. Für den Bereiter des Gestüt Bonhomme ging mit dem Start in Hamburg ein lang gehegter Traum in Erfüllung: „Ich habe das Turnier jahrelang nur im Fernsehen verfolgt. Dieses Jahr zum ersten Mal selbst hier vor Ort reiten zu dürfen, ist eine riesige Ehre.“ Ohnehin erlebt Treffinger derzeit eine besondere Saison: „Langsam wird es fast ein bisschen gruselig, welche Träume gerade alle wahr werden. Aber ich genieße es sehr.“

Zum zweiten Mal wurden in Hamburg internationale Dressurprüfungen auf Fünf-Sterne-Niveau ausgetragen, erstmals floss der CDI5*-Grand Prix zugleich als erste Teilprüfung in die Wertung des Deutschen Dressur-Derbys ein. Der Derbysieger wurde durch die Addition der Prozentpunkte aus Grand Prix und Kür ermittelt – die höchste Gesamtsumme gewann.

Veranstalter Matthias Alexander Rath zog ein positives Fazit über den neuen Modus: „Jeder, der dieses Wochenende miterlebt hat, wird sagen müssen: Das Konzept ist super aufgegangen, auch vom gesamten Zeitplan her. Bereits am Freitag war das Dressurstadion komplett voll. Dass wir nun an drei Tagen ein volles Haus haben, ist definitiv der richtige Weg. Und die heutige Prüfung hat gezeigt, wie besonders es ist, am Sonntag Fünf-Sterne-Paare mit solchen Leistungen hier erleben zu dürfen. Für die Zuschauer ist das ein großartiges Erlebnis.“

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Auch Martin Freiherr von Jenisch, der Herr des Derbyparks, zeigte sich beeindruckt von der Entwicklung der Veranstaltung und richtete lobende Worte an das Organisationsteam: „Ich möchte Herrn Rath herzlich gratulieren. Bereits im zweiten Jahr eine Veranstaltung in dieser Qualität auf die Beine zu stellen, ist bemerkenswert. Wenn man die Begeisterung der Zuschauer und Sportler erlebt, sieht man, wie gelungen dieses Event ist. Das Derby hat sich in den vergangenen Jahren fest etabliert und ich bin überzeugt, dass es auch künftig seinen besonderen Stellenwert behalten wird.“

Ann-Kathrin Trouillé aus der Geschäftsleitung der Almased Wellness GmbH, Tochter von Firmenchef André Trouillé, ist praktisch mit dem Turnier aufgewachsen und verbindet die ein oder andere Kindheitserinnerung mit dem Derby-Platz. Die frühere Springreiterin genoss die besondere Atmosphäre in der Anrecht-Investment-Dressurarena: „Kür ist natürlich immer besonders aufregend, weil man nie genau weiß, was einen erwartet und jeder Ritt seinen eigenen Charakter hat. Gerade hier im Dressurstadion spürt man diesen ganz besonderen Derby-Vibe. Man erlebt ein tolles Publikum, großartige Reiter und einfach eine einzigartige Atmosphäre.“

Sophie Levien gewinnt das Deutsche Pony Dressage-Derby

Mit einem souveränen Start-Ziel-Sieg sicherte sich Sophie Levien gemeinsam mit ihrem elfjährigen Wallach Carlo Carlucci v. Calido G den Gesamterfolg im Deutschen Pony Dressur-Derby. Bereits in den beiden Qualifikationen hatte die Nachwuchsreiterin ein deutliches Ausrufezeichen gesetzt und jeweils den Sieg davongetragen. Im Finale, einer nationalen Dressurprüfung mit Pferdewechsel, bewies Sophie erneut Nervenstärke und großes reiterliches Feingefühl. Mit insgesamt 212,275 Punkten entschied sie die Gesamtwertung für sich.

Für die junge Reiterin, die sich in ihrem letzten Ponyjahr befindet, war es bereits die dritte Teilnahme am Pony Derby in Hamburg. Im vergangenen Jahr hatte sie das Finale denkbar knapp verpasst – lediglich ein Prozentpunkt trennte sie damals von den besten drei. Umso größer war nun die Freude über den verdienten Triumph.

Besonders bemerkenswert: Es war Leviens erste Prüfung mit Pferdewechsel. Entsprechend gespannt blickte sie dem Finale entgegen: „Es war tatsächlich aber leichter als gedacht. Alle drei Ponys waren sehr gut und reell geritten, dadurch ließ sich alles angenehm nachreiten. Man konnte sie einfach ehrlich und so reiten, wie ich es gelernt habe – das zeigt, wie gut die Ponys gearbeitet waren.“

Die Plätze zwei und drei gingen an die Schwestern Lilli und Lisa von Helldorff vom Reitverein Zeven. Die Auszeichnung für das beste Pony erhielt der Palomino-Wallach Dreamlike von Lisa von Helldorff.

Auch für Federica Dalla Vecchia, Sales Specialist der Gruppo Selleria Equipe, war das Hamburger Derby eine besondere Erfahrung. Sie besuchte die Veranstaltung erstmals persönlich und zeigte sich begeistert: „Für mich war das alles neu, aber es hat unglaublich viel Spaß gemacht. Die Atmosphäre hier ist sehr positiv und ich hoffe sehr, auch im nächsten Jahr wieder dabei zu sein.“

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