
Pansdorf – In nicht einmal einer Woche ist es soweit. Das Hinspiel der Aufstiegsrelegation zur Verbandsliga steht an und für den TSV Pansdorf II ist es eine große Chance. Der Blick geht auf eine beeindruckende Saison des TSV, der mit 74 Punkten der zweitbeste Vizemeister im ganzen Bundesland wurde. Dies in der wohl stärksten Kreisliga seit Jahren. HL-SPORTS sprach mit einigen Spielern der Zweitvertretung über die Spielzeit und erfuhr dabei auch von einer ganz besonderen Geschichte von vor der Saison.
Umbruch nach dem Abstieg
Es war vor der Saison nicht einfach, den TSV Pansdorf II nach dem Abstieg aus der Verbandsliga einzuordnen. Mit Steven Tion kam bereits ein neuer Cheftrainer im Laufe der Rückrunde und zur neuen Saison folgte ein mittelgroßer Umbruch in der zweiten Herren. So zog es viele Spieler in die Dritte in die Kreisklasse A, stattdessen rückten viele junge Kicker aus dieser hoch. Zudem gab es auch den ein oder anderen externen Neuen. Mit der Staffeleinteilung wurde klar, dass eine ganz harte Aufgabe bevorstehen würde, denn die diesjährige Kreisliga Südost war die womöglich stärkste seit langer Zeit. Zu den Favoriten zählten die Ostholsteiner, obwohl sie einer der vier Verbandsligaabsteiger waren, nicht. In dieser Rolle fanden sich andere Teams wie Reinfeld/Kronsforde, Schlutup oder Lübeck 1876 wieder. Intern blickte man auch nicht unbedingt nach ganz oben. Die Top-Fünf wurde zwar durchaus anvisiert, doch dass man nach 30 Spieltagen sich Vizemeister nennen darf, übertraf die eigenen Erwartungen der Mannschaft. Nur einer sollte im Kader des TSV Recht behalten.
Saisonprognose wurde belächelt
Torhüter Patrick Raube ging offensiv an die Zielsetzung und blickte noch vor dem Saisonbeginn auf die Top-Drei. Im Gespräch mit HL-SPORTS verriet Raube: „Ich muss sagen, persönlich wollte ich eigentlich nicht irgendwo im Mittelfeld rumgurken, sondern schon oben mitspielen.“ Innerhalb der Mannschaft wurde dies im ersten Moment durchaus verwundert aufgenommen: „Es wurde belächelt, aber auch ernst genommen, weil Raube auch keiner ist, der erst seit gestern Fußball spielt, sondern auch lange dabei und immer ambitioniert ist. Ich glaube, bei dem ein oder anderen hat es sich auch im Kopf nochmal gelöst, dass wir ambitioniert in die Liga gehen und angreifen wollen. Auch für die Neuzugänge war dies nochmal wichtig zu wissen, denn einige sind aus der Kreisklasse zu uns gestoßen, andere aus dem Kreisliga-Mittelfeld, so jetzt bin ich in einer Mannschaft, die hat einen Anspruch, die will wieder in die Verbandsliga und ich glaube, die Ansage von ihm vor der Saison war dann auch entscheidend für den guten Start und Verlauf“, sagte Kapitän Niklas Simon.
Schwerer Start
Dabei kam man zunächst etwas holprig in die Saison, ließ Punkte liegen. „Mit so einem großen Kader und vielen neuen Spielern sind wir zusammengekommen und das war sicherlich auch nicht einfach. Wir sind am Anfang der Spiele, denke ich, schwer reingekommen, haben dann aber eine gute Konstante bekommen, weshalb wir jetzt auch da oben stehen.“ Auch Abwehrchef Kevin Knetsch gab Einblicke, wie die Reaktion auf die Prognose seines Schlussmanns ausfiel: „Wir haben es am Anfang noch ein bisschen belächelt, aber ehrlicherweise zeigt es dann doch, dass extrem viel Qualität in dieser Truppe herrscht. Nur eine Person hat es vorher gewusst, anfangs wurde diese belächelt, doch im Endeffekt hat diese Recht behalten und durch diese wenigen Niederlagen haben wir es uns auch verdient. Mit 74 Punkten, die wir am Ende haben, kann man auf eine sehr gute Saison zurückblicken. Zweitbester Vizemeister in ganz Schleswig-Holstein, da kann man absolut stolz sein.“
Stolz, doch auch kritisch
Mit einem 2:1-Heimsieg gegen Lübeck 1876 machte der TSV Pansdorf II die Vizemeisterschaft im vorletzten Saisonspiel perfekt. Es ist ein großer Erfolg für die Tion-Elf, dennoch auch bitter, dass es nicht für die Meisterschaft gereicht hat. Nur zwei Niederlagen in der gesamten Saison, eine weniger als Meister Reinfeld/Kronsforde und 20 ungeschlagene Ligaspiele in Serie machen die Pansdorfer zum zweitbesten Vizemeister des Landes. Felix Krüger, Flügelspieler der Zweitvertretung, ist einer der Anführer und Lautsprecher im Team, zudem für seinen Ehrgeiz bekannt. Er blickte kritisch, aber dennoch zufrieden und stolz auf diese bisherige Saison zurück: „Ich glaube, dass man mit Reinfeld einfach eine Mannschaft hatte, die diesen Tick konstanter war. Klar, ich bin persönlich sehr stolz auf diese Saison, habe auch noch nie in einer Mannschaft so viele Punkte geholt, es war eine gute Saison, aber sie war für die Meisterschaft nicht gut genug und das ist eine Tatsache, die akzeptieren wir auch, weil da Reinfeld einfach besser war. Wenn man sich aber anguckt, dass wir mit Schlutup lange den Kampf hatten, sich Eichholz noch mit eingeschaltet hat, auch Kücknitz lange drin war und man sieht dann Spiele, wo Lübeck 1876 Punkte von oben abgenommen hat, also es war schon eine Liga, in der jedes Spiel wirklich aufreibend war, wo man jedes Spiel ans Limit gehen musste. Wir sind froh, dass wir Zweiter geworden sind, ich bin auch der Meinung, dass wir es uns verdient haben, denn wir haben die beste Abwehr der Liga gestellt.“
Nur zwei Niederlagen
Man verlor letztmals im Herbst gegen den Meister das direkte Duell, blieb anschließend 20 Spiele ungeschlagen. In den vergangenen Jahren hätte diese Punkteausbeute klar für den Titel und direkten Aufstieg gereicht, nur dieses Jahr gab es eben eine Mannschaft, die diese Punkteausbeute nochmals übertraf. Kapitän Simon blickte wie folgt auf die Spielzeit: „Erst einmal überwiegt Stolz auf die ganze Truppe, die Leistung über die ganze Saison, das war, finde ich, auch schon sehr besonders, wenn man auch bedenkt, wo wir herkommen als Absteiger. Wir hatten viele Abgänge, viele alte Hasen sind ausgeschieden, wir haben viele neue dazubekommen, auch viele junge Leute und da muss ich sagen, auch als Kapitän dieser Truppe, wenn man es miterlebt und auch selber viele Spiele verpassen musste, aber wie diese Truppe sich selbst getragen hat, wie jeder eingesprungen ist, ob alt, ob jung, ob neu dabei oder länger in der Mannschaft und das über die ganze Saison. Mit zwei Niederlagen in der ganzen Saison, einer sogar weniger als der Meister, dann hätte man wahrscheinlich genauso auf Eins stehen können, aber Platz Zwei ist ein super Ergebnis, das hätten wir, außer vielleicht unser Torwart, vor der Saison nicht gedacht, dass wir so weit oben landen und daher ist es einfach pure Freude und Vorfreude auf die Bonusspiele, die man bekommt.“
Teamgeist als große Stärke
Torwart Raube verriet, was die Mannschaft aus seiner Sicht so stark gemacht hat: „Ich würde schon sagen, der Teamgeist. Wir haben viele Spiele gehabt, wo es ziemlich eng war und wir konnten uns auf jeden verlassen und einfach Gas geben, um die Punkte dann doch über die Ziellinie zu bringen.“ Die defensive Stabilität war mit nur 26 Gegentoren die unumstrittene Stärke der Pansdorfer. Sie waren nur schwer zu knacken, spielten am häufigsten zu null in der Liga, sodass auch enge Ergebnisse souverän über die Ziellinie gebracht wurden. Es sind die Pansdorfer Tugenden, „Verteidigen bis der Arzt kommt“ und dies mit einer gewissen Härte. Damit sind viele Mannschaften nicht klargekommen beziehungsweise hatten echt Probleme, sich Torchancen zu erspielen. Die mannschaftliche Geschlossenheit lässt sich als entscheidender Faktor für die Kompaktheit erklären. Dies bestätigte Innenverteidiger Knetsch: „Ich glaube, man merkt einfach, dass Pansdorf als geschlossene Einheit auftritt und genau das macht uns extrem stark. Wir sind jetzt froh, dass wir die beiden Aufstiegsspiele erreicht haben und noch zwei „On-Top-Spiele“ haben, nun hoffen wir, dass wir diese Saison auch positiv beenden werden.“
Bildquellen
- Felix Krueger: Niklas Runne
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