
Paderborn/Fürth – Wer steigt auf, wer ab – oder wer hält die jeweilige Klasse? Die Bundesliga und die 2. Bundesliga suchen rund um Pfingsten ihre Vereine zur Vervollständigung der kommenden Saison. Die Hinspiele sind bereits absolviert. Am Pfingstmontag und am Dienstag steigen jeweils um 20.30 Uhr die entscheidenden Rückspiele. Danach ist klar, wer in der kommenden Spielzeit wo spielen wird.
Bundesliga: Wolfsburg oder Paderborn?
In der Relegation zur Bundesliga standen sich bereits am vergangenen Donnerstag VfL Wolfsburg und SC Paderborn gegenüber. Am Ende trennten sich beide Teams mit einer trostlosen Nullnummer. Dabei waren die Niedersachsen zwar überlegen, ein echtes Risiko ging jedoch keiner ein. Der Zweitligist stand tief und hoffte vermutlich genau auf diese Ausgangslage, um im heimischen Stadion am Montag um 20.30 Uhr für mehr eigene Aktivität zu sorgen.
Für den VfL wäre es bei einer Niederlage der erste Abstieg überhaupt aus der Bundesliga. Die „Wölfe“ gehören seit 1997 ununterbrochen zur Beletage des deutschen Fußballs. Obwohl der Verein in den Jahren 2017 und 2018 jeweils den Umweg über die Relegation (gegen Eintracht Braunschweig und Holstein Kiel) nahm, sicherte man sich den Klassenerhalt am Ende immer. In dieser turbulenten Saison tauschte man in Wolfsburg allerdings dreimal den Trainer: Paul Simonis übernahm im vergangenen Sommer, flog im November 2025. Daniel Bauer kam darauf und ging im März dieses Jahres wieder. Seitdem ist Routinier Dieter Hecking am Werk und ergatterte noch den Relegationsplatz.
Der SCP stieg 2014 sowie 2019 in die Bundesliga auf. Nach dem ersten Mal ging es in der Folgesaison wieder abwärts – und zwar ungebremst, denn die Ostwestfalen wurden anschließend sogar sofort in die 3. Liga durchgereicht. Damals war man sportlich als Tabellenachtzehnter abgestiegen und hielt die Klasse in der darauffolgenden Drittliga-Saison nur wegen des Lizenzentzuges von 1860 München. Es folgte der Denkmalbau von Steffen Baumgart, der den Club 2018 zurück in Liga zwei beförderte und direkt danach das Durchmarsch-Wunder in die Bundesliga schaffte. Es folgte allerdings erneut der sofortige Wiederabstieg. Seitdem spielte man im Fußball-Unterhaus eine durchschnittliche Rolle. Am letzten Spieltag der gerade abgelaufenen Saison hatte man Glück, dass Hannover 96 patzte und Paderborn durch einen eigenen Sieg noch auf Rang drei landete. Trainer Ralf Kettemann will den Verein mit einem Erfolg über Wolfsburg nun zum dritten Mal zu den ganz Großen führen.
2. Bundesliga: Fürth oder Essen?
Die Geschichte der SpVgg Greuther Fürth besteht, bis auf zwei einjährige Ausnahmen in der Bundesliga (2012/2013 und 2021/2022), seit 1997 durchgehend aus dem Mitwirken in der 2. Liga. Für die Franken ist es nun die erste Abstiegsrelegation überhaupt. Dabei war es am letzten Spieltag der 2. Bundesliga an Dramatik kaum zu überbieten: Das Team von Chefcoach Heiko Vogel stand auf dem vorletzten Tabellenplatz und gewann gegen den direkten Konkurrenten Fortuna Düsseldorf mit 3:0, schickte diesen sogar in die Drittklassigkeit. Wäre es ein Tor mehr gewesen, hätte man sogar noch Eintracht Braunschweig überholt und hätte den direkten Klassenerhalt geschafft. Doch am Ende war es schon ein kleines Wunder vom Ronhof, dass die Fürther überhaupt so weit kamen. Im Hinspiel bei Rot-Weiss Essen verlor man mit 0:1. Zuhause geht es nun um alles.
Auch Rot-Weiss Essen ist durch die Mithilfe auf anderen Schauplätzen am letzten Spieltag der 3. Liga noch auf den dritten Tabellenplatz gesprungen. Selbst brauchte man einen Sieg beim SSV Ulm, zeitgleich mussten die Essener darauf hoffen, dass der MSV Duisburg gegen Viktoria Köln Punkte lässt. Sogar Rang zwei wäre drin gewesen, allerdings hätte Energie Cottbus dafür verlieren müssen. Die Brandenburger gewannen jedoch mit 1:0 – auch weil der Gegner aus Regensburg kurz vor Schluss einen Elfmeter verschoss. Da die „Zebras“ aus Duisburg parallel nicht über ein 1:1-Unentschieden hinauskamen, jubelten die Fans von der Hafenstraße an der Donau, wo man 3:2 nach Rückstand gewann. Im Relegationshinspiel besiegte der NRW-Kult-Klub die Fürther durch einen Traumtreffer von Torben Müsel in der 62. Minute per Freistoß. Trainer Uwe Koschinat weiß jedoch, dass dieses knappe Resultat nur eine Momentaufnahme ist. Für RWE wäre es nach fast 20 Jahren die emotionale Rückkehr in die 2. Bundesliga. 2005 stieg der Verein ab und wurde später nach einer Insolvenz sogar bis in die Fünftklassigkeit durchgereicht. Seit 2022 spielt man nun wieder in der 3. Liga und will diese Klasse jetzt nach oben verlassen. Das ist am Dienstag ab 20.30 Uhr der Plan im Ronhof.


