„Ein schöneres Geschenk als einen Aufstieg zum Abschied könnte man ihm nicht machen“

Jasper Frahm bestreitet seine letzten beiden Spiele an der Seitenlinie für Eutin 08 II

Jasper Frahm wird nach den beiden Aufstiegsspielen den Gang in die Erste machen. Seine jetzige Mannschaft möchte ihm ein ganz besonderes Geschenk machen. Foto: Lobeca/Niklas Runne
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Eutin – Für die Mannschaft von Eutin 08 II sind die Aufstiegsspiele gegen den TSV Pansdorf II nicht nur eine große Chance, die Saison mit dem Gang in die Verbandsliga zu krönen, sondern auch die letzten beiden Partien unter der Leitung von Cheftrainer Jasper Frahm. Diesen zieht es zur neuen Saison in die Erste, wo er als Co-Trainer in der Landesliga mitwirken wird. Für die Zweite ist dieser Abschied nochmal eine echte Zusatzmotivation, denn man möchte dem Coach zum Abschied den großen, ersehnten Erfolg schenken.

Neuaufbau in der Zweiten

Als es Jasper Frahm vor drei Jahren ans Waldeck zog, sah es nicht gerade gut um die zweite Mannschaft von Eutin 08 aus. Nur gerade so wurde die Klasse gehalten, und es war noch nicht einmal mehr klar, ob die Reserve überhaupt noch eine Zukunft haben würde. Doch diese sollte Eutin 08 II haben. Es ging unter der Leitung Frahms sowie einem komplett neuen Team aus zahlreichen jungen Spielern, überwiegend aus der eigenen Jugend, in die richtige Richtung. Zunächst gab es einen fünften Platz im ersten Jahr, bei dem man keine Abstiegssorgen hatte und sogar an die Top Drei schnupperte. In den beiden Folgejahren wurde jeweils die Vizemeisterschaft eingefahren. Einmal Fünfter, zweimal Zweiter steht somit in der Vita von Chefcoach Frahm, doch für diesen war die Tabellenplatzierung meist zweitrangig. Viel mehr ging es um die Entwicklung der Spieler und des Teams, und die war unumstritten da. Die komplette Mannschaft hat sich in den drei Jahren sowohl individuell als auch im Kollektiv entwickelt und ist komplett gereift. So sagte Jorge Bruckmann, Flügelspieler der Eutiner, über die Entwicklung vom Team: „Ich glaube, eine unserer größten Entwicklungen ist, dass wir als Mannschaft noch reifer geworden sind, obwohl wir eine sehr junge Truppe sind. Schon zu Beginn der Saison haben wir uns im Vereinsheim zusammengesetzt und offen darüber gesprochen, welche persönlichen und mannschaftlichen Ziele wir haben. Dadurch ist eine sehr ehrliche und offene Kommunikation entstanden, weil jeder genau wusste, warum wir uns auf dem Waldeck treffen und gemeinsam trainieren. Ich finde, das hat uns als Team nochmal extrem geformt und zusammengeschweißt.“ Zu seiner eigenen Entwicklung und der Rolle seines Trainers setzte er fort: „Jasper hat auf jeden Fall eine große Rolle gespielt. Er hat mir sehr viel Vertrauen geschenkt, und ich denke, da spreche ich nicht nur für mich. Gerade dieses Vertrauen hat mir geholfen, mich weiterzuentwickeln und auf dem Platz selbstbewusster zu werden.“

Auf dem Platz Respektperson – daneben Freund

Auch Jannik Sarnow machte in seinen ersten Herrenjahren unter Frahm die nächsten Schritte. Nicht nur sportlich, sondern auch persönlich, sodass er vor der vergangenen Spielzeit das Kapitänsamt übernahm. Der Innenverteidiger gab Einblicke in die Arbeit mit seinem Coach und verriet, was ihn dabei am meisten beeindruckte: „Als Jasper vor drei Jahren nach Eutin gekommen ist, bin ich auch in den Herrenbereich gekommen. Ich habe von vornherein alles mit ihm hier mitgemacht. Ich finde, es ist mittlerweile, das kann ich für viele Spieler behaupten, kein richtiges Trainer-Spieler-Verhältnis. Ich finde, es ist krass zu sehen bei Jasper, wie man es so unterteilen kann, dass man trotzdem die Respektperson als Trainer ist, aber auch den Schalter so schnell umlegen kann und dann neben dem Platz auch Freund ist. Das fand ich immer bewundernswert bei ihm. Es waren auf jeden Fall sehr schöne drei Jahre, da blicke ich gerne auf diese Zeit zurück. Es ist sehr traurig, dass er hier jetzt aufhört.“ Dennoch blickt Sarnow positiv in die Zukunft, denn der Nachfolger mit Florian Schumacher steht bereits fest: „Ich bin aber auch sehr positiv gestimmt, was die Zukunft angeht. Wir haben einen guten Nachfolger mit Schumi gefunden.“

„So eine Figur im Fußballverein hat man nicht ganz so oft“

Für Frahm geht es ab Sommer in die erste Mannschaft der Eutiner, wo er als Co-Trainer von Ulf Schnoor eine neue Ära nach dem Abschied von Dennis Jaacks antreten soll. Dementsprechend sieht Jannik Sarnow für den Verein eine positive Zukunft mit dem Verbleib des ehemaligen Stürmers der SG Sarau/Bosau: „Was für den Verein sehr gut ist, ist, dass Jasper trotzdem dem Verein erhalten bleibt, weil er eine sehr gute Figur für Eutin 08 ist. Er hängt sich immer rein, ist immer bereit, alles zu geben, gibt einhundert Prozent für den Fußball, versucht alles nach dem Fußball zu leben, und das ist absolut nicht selbstverständlich. So eine Figur im Fußballverein hat man nicht ganz so oft, deswegen bin ich umso glücklicher, dass er Eutin erhalten bleibt.“

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Co-Trainer gibt Einblick

Zur kommenden Saison weiterhin im Trainerteam bleiben wird Lennard Jakubenko. Der Verteidiger machte unter Frahm als spielender Co-Trainer seine ersten Schritte selbst als Coach und erlebte daher die Arbeit mit dem Cheftrainer hautnah aus verschiedenen Perspektiven. Er gab einen Einblick, wie die Arbeit mit ihm im Trainerteam verlief: „Wir sind nicht nur Trainerteam, sondern ja auch familiär verwurzelt, was das Ganze natürlich einfacher, aber auch einen Tick schwerer manchmal macht, weil wir beide eine sehr starke Meinung haben. Insgesamt ist es natürlich eine supercoole Zusammenarbeit, wir sind auch oft einer Meinung, weil wir zusammen die B-Lizenz gemacht haben, viele ähnliche Ansichten haben, deswegen sind wir damals auch den Weg so zusammen gegangen. Wir haben tolle Momente zusammen erlebt, natürlich leider auch ein paar Tiefen, wie letztes Jahr gegen Ahrensbök, aber im Großen und Ganzen hat er besonders diese Mannschaft weiterentwickelt, und ich bin sehr froh, dass ich dabei helfen konnte.“

frahm u jakubenko @ „Ein schöneres Geschenk als einen Aufstieg zum Abschied könnte man ihm nicht machen“
Lennard Jakubenko (l.) agierte als Co-Trainer an der Seite von Frahm. Foto: Lobeca/Niklas Runne

Eutin ist heiß

Nun steht mit den beiden Aufstiegsspielen ein ganz besonderer Abschied an. Dort gilt es, den großen Traum zu verwirklichen und nach der verlorenen Relegation im Vorjahr nun im zweiten Anlauf die Verbandsliga zu erreichen. Der Kapitän sagte, was ihn positiv stimmt für die Aufstiegsspiele: „Ich glaube einfach, dass wir uns nochmal ein Stück weiterentwickelt und vielleicht auch nochmal ein, zwei Verstärkungen bekommen haben. Ich bin sehr positiv gestimmt dieses Jahr. Mit Pansdorf haben wir keinen leichten Gegner, aber die Rivalität zwischen Pansdorf und Eutin war schon immer da, und daher wird es auf jeden Fall ein intensives Spiel von beiden Seiten aus. Der Wille ist da, den Erzrivalen zu schlagen. Dieses Jahr habe ich ein richtig gutes Gefühl, denn wir sind gut vorbereitet, haben eine gute Saison gespielt und alle Bock, unser Ziel zu verwirklichen. Es spricht vieles dafür, aber jetzt ist es die Frage, was wir auf dem Platz zeigen. Wir haben es in der Hand, müssen Gas geben, unsere Leistung abrufen und dann hoffen wir, Pansdorf zu schlagen und den Aufstieg klarzumachen.“ Zudem setzte er fort: „Die Spieler, die letztes Jahr dabei waren, wissen, wie heiß und geil man auf diese beiden Spiele war und wie ärgerlich es am Ende war, dass man es nicht geschafft hat. Daher ist man dieses Jahr umso heißer, es diesmal zu schaffen und unser Ziel endlich zu verwirklichen, aufzusteigen. Da ist jeder Spieler geil drauf, man hat es diese Woche schon gemerkt, dass jeder Bock hat, und das wollen wir jetzt gemeinsam zusammen meistern. Auch wenn Pansdorf kein leichter Gegner wird, sind wir natürlich heiß und haben Bock, das Ding zu holen und endlich aufzusteigen.“

Aufstieg als Abschiedsgeschenk?

An der fehlenden Motivation wird es in Eutin mit Sicherheit nicht scheitern. Die Mannschaft präsentiert sich hochmotiviert und möchte ihrem Coach zudem etwas zurückgeben. Stellvertretend sagte der Kapitän Jannik Sarnow: „Ich glaube, ein schöneres Geschenk als einen Aufstieg zum Abschied könnte man ihm nicht machen, und das ist unser großes Ziel. Wir wollen ihm dies ermöglichen, um ihm dann einen schönen, würdigen Abschied zu gestalten.“ Spieler-Co-Trainer Jakubenko verriet, was ihn dabei positiv stimmt: „Erst einmal spielen wir einen super Fußball hinten raus und wir konnten unser Spiel nochmals verfeinern. Letztes Jahr war es so, dass wir eine sehr gute Rückrunde gespielt haben, aber da war noch nicht so alles gefestigt. Das ist dieses Jahr schon so, dass jeder Ablauf sitzt und jeder von dem anderen weiß, was er erwarten kann, und über dieses Jahr hat sich die Mannschaft auch so doll gefunden, dass wir jedes Mal nach dem Training nicht nur zu viert, sondern auch mal mit 15 Leuten in der Kabine sitzen, und ich glaube, das ist etwas, das eine Mannschaft gerade in der Kreisliga sehr zusammenschweißt.“

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