„Ich glaube, es lohnt sich für jeden, am Freitag ans Waldeck und die Woche darauf nach Pansdorf zu kommen“

Eutin 08 II blickt auf die Aufstiegsspiele

Eutin 08 II schaut mit Vorfreude auf das Hinspiel der Aufstiegsspiele. Foto: Lobeca/Niklas Runne
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Eutin – Das erste der beiden Aufstiegsspiele zur Verbandsliga steht vor der Tür und Eutin 08 II empfängt am heimischen Waldeck den TSV Pansdorf II. Es ist Spannung garantiert, denn einen klaren Favoriten gibt es im Duell der beiden Zweitvertretungen nicht. Zwar könnte man die Pansdorfer nach einer insgesamt eindrucksvollen Saison mit nur zwei Niederlagen in der Kreisliga Südost leicht favorisieren, doch auch die U23 aus der Kreisstadt hat Argumente auf ihrer Seite. HL-SPORTS sprach im Vorfeld mit dem Trainer Jasper Frahm sowie seinem Assistenten Lennard Jakubenko über die beiden Spiele.

Vorfreude ist größer als die Angst

Wie bereits im Vorjahr wird Eutin 08 II in die Aufstiegsspiele zur Verbandsliga gehen. Mit der identischen Punktausbeute wie im Vorjahr qualifizierten sich die Mannen vom Waldeck für die beiden Bonusspiele, in denen der Sprung eine Liga höher gelingen soll. Dies gelang vor einem Jahr gegen den MTV Ahrensbök nicht, sodass ein neuer Anlauf genommen wurde. Die Enttäuschung damals war groß, denn bitterer hätte es für die 08er kaum laufen können. Lennard Jakubenko war mit dabei, sodass der spielende Co-Trainer mit seiner Erfahrung enorm wichtig ist, um diese bitteren Spiele aus den Köpfen der Mannschaft zu bekommen. Dazu sagte er: „Ich glaube, ganz raus bekommt man so etwas nie aus den Köpfen, aber man muss es so sehen, dass es eine Chance ist, es vom letzten Jahr wieder gutzumachen. Klar wollten wir als Erster hoch, das haben wir trotz einer guten Punkteausbeute am Ende nicht geschafft, weil Dobersdorf einfach eine sehr gute Saison gespielt hat, aber insgesamt haben wir jetzt auch mehrere erfahrene Spieler dabei, gerade durch die Rückkehr von Florian Schumacher. Das sind also jetzt nicht nur ein, zwei, sondern vielleicht schon drei, vier dabei, was es natürlich ein bisschen einfacher macht, diese Aufgaben zu verteilen und insgesamt haben wir viel mehr Bock darauf, als dass wir uns einen Kopf machen, dass wir es wieder vergeigen könnten, da ist die Vorfreude viel größer.“

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Lennard Jakubenko ist Co-Trainer und gleichzeitig auch Spieler der Eutiner. Foto: Lobeca/Niklas Runne

Frahm sieht Pansdorf favorisiert

Nun sind es zwei ganz andere Partien, sodass alles wieder auf Null ist. Man hat eine komplett neue Chance, sich gegen den Rivalen aus Pansdorf zu behaupten. Dabei wird ein enges Duell erwartet, in dem durchaus ordentlich zur Sache gehen wird. Trainer Jasper Frahm sagt: „Ich erwarte ein hochemotionales Fußballspiel, aber auch ein gutes, weil beide Mannschaften darauf ausgelegt sind, Fußball zu spielen, wobei ich denke, dass tendenziell von der Buchseite Pansdorf der Favorit ist und man dort auch erwartet, dass sie spielbestimmend sind. Auf der anderen Seite wollen wir uns hier zu Hause nicht verstecken und von daher wird es ein hochintensives Spiel, sodass sowohl jeder externe Zuschauer als auch die treuen Vereinszuschauer ein spannendes Spiel sehen können. Ich hoffe, dass wir vor einer schönen, großen Kulisse über 90 Minuten gehen können.“

Kleinigkeiten entscheiden

In den vergangenen Jahren waren die Duelle zwischen den Zweitplatzierten der Kreisliga Ost und Südost sehr eng, sodass erneut zu erwarten ist, dass es ein ausgeglichenes Duell wird, in dem es hochspannend wird. Worauf es ankommen könnte, verriet Frahm: „Ich glaube schon in gewisser Weise auf die Disziplin innerhalb der Truppe im Spiel gegen den Ball. Genauso aber auch der Wille und die Bereitschaft, Meter zu machen, Zweikämpfe gewinnen zu wollen und dort dem Gegner auch in den entscheidenden Momenten den Schneid abkaufen zu wollen. Ich glaube, das sind Kleinigkeiten, die so ein Spiel nachher entscheiden können und werden.“ Eutin überzeugt vor allem mit spielerischer Stärke. Die jungen Rosenstädter zeigen sich Woche für Woche spielfreudig und zielstrebig nach vorne spielend. Nun wartet allerdings ein gegen den Ball sehr unbequemer und kompakter Gegner, wo es keine leichte Aufgabe werden wird. In den vergangenen Monaten ließ Eutin in Spielen, in denen man die große Chance hatte, sich abzusetzen oder aber an der Konkurrenz vorbeizuziehen, oftmals Punkte liegen. So blieb man gegen die direkten Konkurrenten Dobersdorf, Dersau und Schönkirchen in der kompletten Saison sieglos. Dazu sagte der Coach: „Erstmal muss man unter dem Strich sagen, wir haben unser Ziel erreicht. Es war das, was wir ausgerufen haben, dass wir mindestens Zweiter werden wollen, und genau das haben wir geschafft. Ich glaube, darauf kann man extrem stolz sein. Es mit so einer jungen Truppe wieder erreicht zu haben, ist sehr besonders und dafür haben wir die gesamte Saison gearbeitet und genügend Punkte gesammelt, dass wir völlig verdient und zurecht dort stehen. Darauf achten wir und schauen jetzt nach vorne. Wir bereiten uns auf die zwei Spiele vor und das ist das, was in unseren Köpfen ist.“

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Zusammenhalt zeichnet die Mannschaft aus

Am Waldeck blickt man sehr positiv auf die beiden Spiele und insgesamt auf die Saison. Die Entwicklung über die vergangenen Monate stimmte und dies nicht nur bei den einzelnen Spielern, sondern im gesamten Team. Dies bestätigten die Spieler bereits, sodass Kapitän Jannik Sarnow von einer „geilen Einheit“ sprach. Auch der Cheftrainer verdeutlichte, wie sehr es im Team der Eutiner Zweitvertretung stimmt: „Sie haben einen extrem guten Zusammenhalt. Das ist auch eine Sache, die sich mit den Jahren entwickelt hat. Wir haben Spaß miteinander, wollen auf dem Platz Gas geben miteinander, aber genauso auch neben dem Platz haben wir ein gutes Miteinander. Wir haben viele Events, die wir zusammen veranstalten, und da ist auch jeder bereit, für den anderen zu kämpfen und auch jeder akzeptiert Entscheidungen vom Trainerteam und feuert trotzdem seine Mitspieler an und freut sich für den, wenn er spielt und ein Tor macht. Das ist eine sehr besondere Geschichte und ich glaube, das ist auch das, was diese Truppe ausmacht.“

Erneutes Torspektakel?

Nun trafen die beiden Mannschaften bereits in der Hinrunde im Rahmen des Kreispokals der unteren Mannschaften aufeinander. Es war ein Flutlichtspiel, in dem es intensiv, hitzig und sehr torreich war. Schlag auf Schlag ging es auf dem Kunstrasenplatz am Techauer Weg, auf dem am Ende acht Treffer fielen. Früh sorgte Monty Gutzeit für die Eutiner Führung, doch Tom Volkmann glich aus. Jorge Bruckmann erzielte allerdings das 2:1 für die Gäste, doch erneut hatte der TSV durch Willem Stendorf eine Antwort parat. Im zweiten Durchgang kippte die Partie etwas in Richtung der Pansdorfer. Sarnow unterlief nur kurz nach Wiederbeginn ein Eigentor, doch davon ließ sich Eutin keineswegs aus dem Konzept bringen. Gutzeit traf zum 3:3-Ausgleich, doch nur vier Minuten später ging der Gegner erneut in Führung. Somit mussten die Rosenstädter dem Rückstand in der Schlussphase hinterherlaufen. Man kam zu Chancen, doch ließ diese ungenutzt. Stattdessen gab es durch einen Konter in der Nachspielzeit den Knockout. Es war ein Spiel, das hochklassig, intensiv und für die Zuschauer extrem unterhaltsam war. Nun gibt es das Wiedersehen, doch kommt es erneut zu einem solchen Torspektakel? Oder entscheidet sogar bereits das erste Tor? Der 08-Coach sagte dazu: „Ich glaube nicht, dass das erste Tor entscheidet. Gerade weil es über 180 Minuten geht und von vornherein klar ist, dass es zwei Spiele geben wird. Ich denke schon, dass man Tore erwarten kann. Ob es jetzt am Ende genau die gleiche Anzahl sein wird wie im Pokal, wage ich zu bezweifeln. Aber ich gehe nicht davon aus, dass es in einem der beiden Spiele ein 0:0 geben wird.“

Darum ist dieses Derby auch für neutrale Zuschauer hochinteressant

Der Gegner, den Jasper Frahm tendenziell als Favoriten einordnete, kommt vor allem aus einer stabilen Defensive heraus, doch hat nach dem Winter auch bewiesen, dass er selbst fußballerisch und mit Ball eine hohe Qualität hat. Die Stärken sieht man am Waldeck daher in folgenden Bereichen: „Wir können uns allein schon die Tabelle anschauen. Sie haben eine hochdisziplinierte Mannschaft gegen den Ball, eine super Verteidigung, sodass sie grundsätzlich wenig zugelassen haben. Sie stehen nicht ohne Grund mit so einer Tordifferenz da, trotzdem sind sie nach vorne brandgefährlich und gerade von den Trainern von außen einpeitschend, wie sie geschlossen füreinander marschieren und kämpfen, das zeichnet sie genauso aus. Es ist eine Tugend über Jahre in Pansdorf.“ Die beiden Duelle versprechen also nahezu alles, was man sich für ein Fußballspiel wünscht. Dementsprechend hofft man auf eine große Kulisse zunächst am Freitag am Waldeck und anschließend in der Folgewoche in Pansdorf. Es stehen zwei besondere Freitagabende bevor, an denen es nicht nur für die Fans der Mannschaften einen Grund gibt, den Weg auf den Sportplatz auf sich zu nehmen, sondern auch neutrale Zuschauer dürfen sich freuen. Der Trainer der 08er verriet, warum auch neutrale Zuschauer sich auf dieses Derby freuen dürfen: „Es liegt alleine schon daran, dass an den Freitagabenden wenige Parallelspiele sind, man sich vor der WM nochmal ein lokales Fußballspiel angucken kann, bei zwei Mannschaften, die wirklich eine besondere Herkunft aus den Vereinen heraus haben, die sehr familiär, aber trotzdem sehr ehrgeizig agieren. Beide haben viele besondere Persönlichkeiten im Verein, junge Spieler, die sicherlich alles dafür geben werden, ein super Spiel zu liefern und aufsteigen zu können. Das werden beide Mannschaften machen und ich bin davon überzeugt, dass es für den neutralen Zuschauer ein hochspannendes, interessantes Spiel werden wird. Ich glaube, es lohnt sich für jeden, am Freitag ans Waldeck und die Woche darauf nach Pansdorf zu kommen.“

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