Enttäuschende erste Hälfte: SV Todesfelde verliert zweites Spiel der Aufstiegsrunde

Todesfelde wacht erst zur zweiten Hälfte auf

Der SV Todesfelde musste im Duell mit dem Eimmsbütteler TV eine Niederlage hinnehmen. Foto: Lobeca/Niklas Runne

Lübeck – Für den SV Todesfelde stand am Mittwochabend das zweite von drei Spielen in der Aufstiegsrunde zur Regionalliga Nord an. Es ging ins Stadion Hoheluft, wo der Eimsbütteler TV wartete. Dabei hätten beide Mannschaften an diesem Abend den Aufstieg klarmachen können, vorausgesetzt war dabei ein eigener Sieg und parallel kein Dreier des kommenden Gegners Blummenthal oder Germania Egestorf.

Überraschungen in der Startelf

Der SV Todesfelde wollte einen großen Schritt in Richtung Regionalliga machen. Mit einem Sieg beim Eimsbütteler TV würde die Tür zur Viertklassigkeit noch einmal ein weiteres großes Stück geöffnet werden, doch ein Selbstgänger sollte die Partie gegen den Vizemeister der Oberliga Hamburg keineswegs werden. Dieser startete nämlich mit einem 4:1-Sieg gegen Germania Egestorf/Langreder und stellte ebenfalls die Weichen für eine vielversprechende Ausgangslage im Rennen um den Aufstieg. Gespielt werden sollte auf dem Kunstrasen, was ein klarer Vorteil für die Hamburger sein sollte. Anders als der SVT spielen diese regelmäßig auf diesem. Dennoch blieb Todesfelde in der Oberliga ungeschlagen auf Kunstrasen, sodass man diesen im Vorfeld nicht unbedingt als einen Nachteil sah. Mit Blick auf das Personal sorgte Trainer Björn Sörensen für eine große Überraschung. Lasse Jetz rückte in die Abwehr für den zuletzt formstarken Tyler Körting. Zudem startete auch Benjamin Petrick, der in der Vergangenheit bereits in der Oberliga Hamburg für den ETSV Hamburg spielte.

Todesfelder Horrorstart

Vor einer eindrucksvollen Kulisse von 2.046 Zuschauern startete Eimsbüttel mit Spielkontrolle und dem frühen Tor. Über die rechte Seite spielten sie sich nach vorne und am Ende war es Tom Politz (3.), der den Ball im Tor unterbrachte. Die Schleswig-Holsteiner erwischten den Horrorstart und es blieb dabei, dass sie keinen Zugriff hatten. Jasper Hölscher setzte einen Schuss knapp vorbei und kurz darauf ging Mbodje im Sechzehner nach Kontakt von Christian Rave zu Boden. Eine Minute später steckten die Hausherren durch, sodass Toralf Hense (10.) erhöhte. Es war ein Start zum Vergessen für den Meister aus Schleswig-Holstein, der sich im ersten Durchgang enorm schwertat und große Probleme gegen die spielstarken Hamburger hatte. So versprangen viele Bälle und viele falsche Entscheidungen wurden getroffen. Nach vorne blieb die Sörensen-Elf im ersten Durchgang weitgehend zu harmlos, verzeichnete zwei abgeblockte Abschlüsse von Morten Liebert und Jan-Marc Schneider, doch verbuchte ansonsten in der ersten halben Stunde keine klare Torchance.

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Todesfelde bekam Morten Liebert im ersten Durchgang zu selten in Szene gesetzt. Foto: Lobeca/Andreas Knothe

Drittes Gegentor vor der Pause

Die Hamburger dagegen wurden, wenn sie ins letzte Drittel kamen, immer wieder gefährlich, sodass man sich nach Ecke per Kopf sowie durch Mbodje annäherte. Der Gästecoach war sichtbar unzufrieden mit der ersten Hälfte seiner Mannschaft, sodass er bereits frühzeitig zwei Spieler zum Aufwärmen schickte. Einer davon war Kapitän Mats Klüver, der zur Überraschung vieler zunächst nur auf der Bank Platz nahm. Neun Minuten vor der Pause kam es für die Schleswig-Holsteiner noch bitterer, denn ein einfacher Ball durch die Mitte lud Max-Adrian Mbodjie (36.) zum 3:0 ein. Es schien, als wäre dies die Vorentscheidung gewesen, auch wenn der SVT um die 30. Minute besser reinkam und nun auch längere Ballbesitzphasen hatte. Mitten in dieser Phase klingelte es allerdings zum dritten Mal, sodass die Aufgabe keineswegs einfacher werden würde.

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Enttäuschung bei Janek Sternberg. Foto: Lobeca/Roberto Seidel

Sörensen bringt Kapitän

Kurz vor der Pause reagierte Sörensen bereits und brachte Klüver für den sehr unglücklichen Lasse Jetz. Dieser machte bei allen drei Gegentoren keine gute Figur. Stattdessen kehrte nun also der Kapitän aufs Feld zurück und dies sollte sich bemerkbar machen. Es war ein anderes Gesicht, das die Todesfelder zeigten, und mit der letzten Aktion der ersten Hälfte fiel um einen Hauch das 1:3. Es wurde unübersichtlich vor dem ETV-Tor, sodass der Ball kurz vor der Linie war, doch eine Abseitsposition vereitelte diesen „kleinen“ Aufreger. So ging es mit dem 0:3 in die Halbzeit. Nach dem Seitenwechsel boten Tofe allerdings einen anderen Auftritt. Man startete druckvoll und mit mehr Kontrolle in den zweiten Durchgang. Zudem wurde es nun auch gefährlicher, zum Beispiel als Janek Sternberg im kurzen Eck an ETV-Keeper Fofana scheiterte oder aber Petrick einen Kopfball etwas zu hoch ansetzte. Die Segeberger waren deutlich besser drin und drängten auf den Treffer, doch stattdessen fiel dieser auf der anderen Seite. Von der linken Seite kam der Ball in die Mitte, wo Toralf Hense (58.) zum 4:0 einnetzte. Dies war enorm bitter für die Gastmannschaft, die am Drücker war, doch das Team von Can Schultz zeigte sich wie insgesamt an diesem Abend sehr effektiv und kaltschnäuzig.

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Hoffnung für Segeberger?

Den Zahn zogen die Eimsbütteler dem Gegner damit allerdings nicht. Man versuchte es weiter, glaubte an eine Aufholjagd und kam tatsächlich zum 1:4. Einen Fehler der ETV-Abwehr bestrafte Morten Liebert (61.) eiskalt. Nun kam doch noch mal Spannung auf, auch weil nur sieben Minuten später der Schiedsrichter auf Foulelfmeter für Todesfelde sowie Gelb-Rot für Farid Dibamba zeigte. Dieser brachte Schneider zu Fall, der zuvor bereits eine Riesenchance liegen ließ. Den fälligen Strafstoß trat erneut Liebert (68.), der verwandelte und das Spiel noch mal spannend machte. Mit dem 5:2 der Hausherren durch Jasper Hölscher (79.) sollte es dann allerdings eine kleine Vorentscheidung geben, auch wenn Jan-Marc Schneider (81.) nach starker Einzelaktion den Ball nur zwei Minuten später wuchtig ins kurze Eck beförderte. Der SVT lief in Überzahl an, versuchte es, doch die Hamburger verteidigten alles weg. Es brach die Nachspielzeit an, sodass noch mindestens sechs Minuten bleiben sollten für die Mannen aus Schleswig-Holstein. Zunächst köpfte Noah Awuku an die Latte und kurz darauf stand der Joker ein weiteres Mal im Fokus. Im Sechzehner ging er gegen Torhüter Fofana zu Boden, der Schiedsrichter entschied dabei auf Stürmerfoul. Dies war allerdings die falsche Entscheidung, denn eher war es der ETV-Keeper, der den Angreifer mit dem Knie traf, sodass man durchaus Foulelfmeter für die Gäste hätte geben können. Diesen gab es nicht und so blieb es am Ende beim 3:5 aus Sicht des Meisters der nördlichsten Oberliga Deutschlands.

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Morten Liebert ließ Todesfelde mit seinem Doppelpack wieder hoffen. Foto: Lobeca/Roberto Seidel

Kapitän findet Erklärung

Nach dem Spiel sprach HL-SPORTS mit Tofe-Kapitän Mats Klüver: „Ich glaube, wir waren in Teilen nicht wirklich wach, nicht wirklich aggressiv gegen den Ball. Mit Ball waren wir dann noch teilweise zu ungeduldig, haben den Ball nicht so laufen lassen, wie wir es sonst gemacht haben, und das hat es uns echt schwergemacht, ins Spiel zu kommen. In der zweiten Halbzeit haben wir dann ein anderes Gesicht gezeigt, trotzdem auch zwei blöde Fehler gemacht und am Ende verdient 3:5 verloren.“ Zum „Faktor Kunstrasen“ setzte der Kapitän fort: „Natürlich spielen die regelmäßiger auf Kunstrasen und wir auf Rasen, aber am Ende entscheidet das in so einem Spiel auch nicht. Das ist, glaube ich, eine zu einfache Ausrede.“

Ausgangslage bleibt gut

Der Aufstieg war an diesem Abend für keine der beiden Mannschaften perfekt. Die Eimsbütteler waren kurz davor, doch es hätte einen Punktverlust des Blummenthaler SV benötigt. Dieser gewann in doppelter Überzahl dank eines Treffers in der Nachspielzeit mit 3:2 gegen Germania Egestorf und vertagte die Aufstiegsparty der Mannen vom Lokstedter Steindamm. Todesfelde hat mit Blick auf den Sprung in die Regionalliga immer noch eine sehr gute Ausgangslage. Mit einem Sieg gegen Egestorf wäre dieser perfekt. Klüver sagte dazu: „Ich glaube, nach so einer Niederlage haben wir danach eigentlich immer wieder unser Gesicht gezeigt und daher bin ich mir auch sicher, dass wir mit vollem Elan und vollem Fokus wieder ins Spiel gehen und es diesmal für uns entscheiden.“ Das obligatorische Elfmeterschießen nach dem Abpfiff am Mittwochabend entschieden die Todesfelder mit 7:6 für sich.

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