Und nochmal Wumms beim VfB Lübeck: Aufsichtsrat tritt per sofort zurück!

Carsten Abbe zieht vorzeitig die Reißleine

Carsten Abbe fordert VfB-Visionen. Foto: Lobeca

Lübeck – Gute und schlechte Nachrichten wechseln sich aktuell beim VfB Lübeck fast täglich ab. Am Dienstag gab Aufsichtsratsvorsitzender Carsten Abbe seinen sofortigen Rücktritt bekannt. Ursprünglich hatte der Unternehmer seinen Abschied für Ende des Monats angekündigt. Nun reiht er sich in die Riege der „Verflossenen“ vorzeitig ein. Seine Kollegen informierte er am Nachmittag über seinen Entschluss.

Aufsichtsratschef sieht keine vertrauensvolle Zusammenarbeit und Transparenz

„Diese Entscheidung fällt mir alles andere als leicht. Der VfB Lübeck ist für mich weit mehr als eine Funktion oder ein Ehrenamt. Gerade deshalb habe ich mir diesen Entschluss über einen längeren Zeitraum hinweg sorgfältig überlegt“, schrieb er in einem Brief, der HL-SPORTS vorliegt.

Die Gründe dafür benannte Abbe wie folgt: „Die verantwortungsvolle Ausübung eines Aufsichtsratsmandates setzt neben persönlichem Einsatz und zeitlicher Verfügbarkeit vor allem eine vertrauensvolle Zusammenarbeit, Transparenz sowie eine angemessene Einbindung in wesentliche Entscheidungs- und Abstimmungsprozesse voraus. Diese Voraussetzungen sehe ich für mich persönlich inzwischen nicht mehr in dem Maße gegeben, wie es die Wahrnehmung der Aufgabe als Aufsichtsratsvorsitzender aus meiner Sicht erfordert. Ich bin daher zu der Überzeugung gelangt, dass ein sofortiger Rücktritt der konsequente und richtige Schritt ist.“

Abbe weiter: „Unabhängig davon blicke ich mit großer Dankbarkeit auf die vergangenen 18 Monate zurück. Gemeinsam haben viele engagierte Menschen den Verein durch eine äußerst schwierige Phase geführt und wichtige Grundlagen für die weitere sportliche, wirtschaftliche und strukturelle Entwicklung geschaffen.“

Abbe hofft auf Mitglieder-Zustimmung

Und zum Abschluss: „Mein Dank gilt allen Mitgliedern, Ehrenamtlichen, Mitarbeitern, Sponsoren, Partnern, Trainern, Spielern und Fans, die den VfB Lübeck mit großem Engagement unterstützen. Sie alle tragen dazu bei, dass dieser Verein etwas Besonderes ist. Dem VfB Lübeck wünsche ich für die bevorstehenden Herausforderungen und Entscheidungen den größtmöglichen Erfolg. Insbesondere die bevorstehende Ausgliederung ist alternativlos und wurde von der extra dafür eingesetzten Lenkungsgruppe um Dr. Dieter Gudel, Dennis Tensfeldt und Detlef Meyer-Stender akribisch vorbereitet. Ich hoffe deswegen auf das positive Votum der Mitgliedschaft am kommenden Montag. Ich würde mir wünschen, dass die Geschlossenheit, der gegenseitige Respekt und das Vertrauen, die unseren Verein in schwierigen Zeiten immer stark gemacht haben, auch künftig die Grundlage des gemeinsamen Handelns bleiben. Für mich endet heute ein Amt. Die Verbundenheit zu diesem Verein endet jedoch nicht.“

Er schloss seine Worte mit: „Ich werde den Weg des VfB Lübeck auch weiterhin als Mitglied, Fan und Unterstützer begleiten. Denn nicht ein Amt macht die Verbundenheit zu einem Verein aus, sondern die gemeinsame Leidenschaft für dessen Farben, Werte und Menschen. Nicht nur Lübeck ist grün-weiß – ich bin es auch.“

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VfB Lübeck

Gremium nur noch zu sechst

Das dürfte vor allem auf der bevorstehenden außerordentlichen Mitgliederversammlung für weiteren Diskussionsstoff sorgen. Abbe teilte Ende April seinen vorzeitigen Ausstieg für das Saisonende mit Ende Juni mit (HL-SPORTS berichtete), nun zog er diesen Schritt nochmal vor. Der Aufsichtsrat ist nun mit sechs Personen besetzt. Spätestens im kommenden Oktober stehen Wahlen an, auch für das Kontrollgremium.

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