
Lübeck – Mit dem Klassenerhalt in der Regionalliga Nord und dem Gewinn des Landespokals liegt eine erfolgreiche Saison hinter den C-Junioren des VfB Lübeck. Trainer Yannik Galda zieht entsprechend ein positives Fazit und sieht vor allem die Entwicklung seiner Mannschaft als großen Erfolg.
Bereits in der Sommervorbereitung sei nicht abzusehen gewesen, wie schnell sich das Team an das hohe Niveau anpassen würde. Nach schwierigen Testspielen und ersten Zweifeln habe die Mannschaft jedoch bemerkenswerte Fortschritte gemacht.
„Die Jungs haben sich brutal schnell entwickelt, an das Level angepasst und vor allem am Anfang riesige Schritte gemacht, sodass wir die ganze Saison über nichts mit dem Abstieg zu tun hatten“, erklärt Galda. Besonders stolz ist der Trainer darauf, dass seine Mannschaft dabei ihrer offensiven Spielidee treu geblieben ist.
Mutiger Fußball als Markenzeichen
Von Beginn an setzte Galda auf einen offensiven Ansatz. Hoher Druck, viel Ballbesitz und der Wille, Spiele aktiv zu gestalten, sollten das Gesicht seiner Mannschaft prägen. Dieser Ansatz habe sich über weite Strecken der Saison ausgezahlt.
„Ich wollte meiner Art, Fußball zu sehen, treu bleiben. Das bedeutet maximal hoch anzulaufen, möglichst viel Spielkontrolle zu haben und den Gedanken zu verfolgen: Wir schießen einfach ein Tor mehr“, sagt der U15-Coach.
Besonders beeindruckt zeigte er sich von der Mentalität seiner Spieler. Rückschläge hätten die Mannschaft kaum aus der Bahn geworfen. Als Beispiele nennt Galda das spektakuläre 4:4 beim damaligen Tabellenführer VfL Wolfsburg, nachdem sein Team bereits mit 0:2 zurückgelegen hatte. Ebenso bleibt ihm das Heimspiel gegen den Hamburger SV in Erinnerung, als der VfB nach deutlichem Rückstand noch ein Unentschieden erkämpfte und sogar Chancen auf den Sieg hatte.
Diese Mentalität sei zu einem Markenzeichen der Mannschaft geworden. „Uns hat eigentlich kein Rückschlag gestört. Wir haben immer weitergemacht und gesagt: Egal, wir schießen einfach ein Tor mehr.“
Entwicklung wichtiger als Ergebnisse
Für Galda war genau diese Einstellung einer der größten Erfolge der Saison. Im Jugendfußball gehe es nicht darum, Ergebnisse zu verwalten oder sich ausschließlich auf die Defensive zu konzentrieren.
Er wolle Spielern die Freiheit geben, mutige Entscheidungen zu treffen und Fehler machen zu dürfen. „Ich habe keine Lust, mich hinten reinzustellen und irgendetwas wegzumauern“, betont er. Stattdessen sollten die Spieler lernen, Verantwortung zu übernehmen und selbstständig Lösungen auf dem Platz zu finden.
Defensivverhalten bleibt größte Baustelle
Trotz aller Zufriedenheit sieht Galda natürlich auch Verbesserungspotenzial. Vor allem die Defensivarbeit müsse in Zukunft weiterentwickelt werden.
Der offensive Spielstil bringe zwangsläufig Risiken mit sich. Entsprechend kassierte der VfB im Saisonverlauf viele Gegentore. Mit 66 Gegentreffern gehörte die Mannschaft statistisch zu den anfälligeren Teams der Liga.
„Wir haben sehr offensiv und risikoreich gespielt. Natürlich passieren dabei Fehler“, erklärt Galda. Dennoch hätten sich Spieler und Trainer im Laufe der Saison immer wieder vorgenommen, die Balance zwischen Offensive und Defensive besser zu finden.
Dabei gehe es vor allem darum, Spielsituationen besser einzuschätzen. Die Mannschaft müsse lernen, wann Risiko angebracht sei und wann nicht. Gleichzeitig wolle er seinen Spielern weiterhin den Freiraum geben, mutige Entscheidungen zu treffen.
„Lieber verteidigen sie einmal zu oft nach vorne oder gehen einmal zu viel ins Risiko, als dass sie anfangen zu zögern.“
Erfolgreiche Entwicklung auch bei den Einzelspielern
Ein weiterer Beleg für die gute Arbeit der vergangenen Monate seien die Entwicklungsschritte vieler Spieler. Mehrere Talente wechseln im Sommer zu namhaften Nachwuchsleistungszentren.
Abgänge zum Hamburger SV, zu Hansa Rostock oder zur TSG Hoffenheim wertet Galda als Bestätigung der geleisteten Arbeit. Die Entwicklung der Spieler stehe schließlich im Mittelpunkt.
Sportlich wurden die selbst gesteckten Ziele ebenfalls erreicht. Der Klassenerhalt in der Regionalliga sowie der Gewinn des Landespokals sorgen für ein rundum positives Gesamtbild.
„Wir hatten uns vorgenommen, die Klasse zu halten und den Pokal zu gewinnen. Dass beides geklappt hat, macht die Saison natürlich umso schöner“, sagt Galda.
Am Ende überwiegt deshalb die Zufriedenheit deutlich. Die Mannschaft habe sich sportlich und mental enorm weiterentwickelt und eine Spielidee auf den Platz gebracht, die sowohl Trainer als auch Verein verkörpern wollen. Entsprechend fällt das Saisonfazit des U15-Trainers klar aus: „Alles in allem bin ich wirklich brutal zufrieden mit dem, was die Jungs in dieser Saison geleistet haben.“
Bildquellen
- VfB U15: VfB/oH
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