Publikumsliebling geht: Robert Glatzel verlässt den HSV nach fünf Jahren

Torjäger wechselt nach Wolfsburg – Nachwuchs bekommt neue Bühne, DFB-Pokal kommt in den Volkspark

Robert Glatzel (Hamburger SV) feiert. Foto: Lobeca/Henning Rohlfs

Hamburg – Es ist einer der emotionalsten Abschiede der vergangenen Jahre beim Hamburger SV: Robert Glatzel verlässt die Rothosen nach fünf Spielzeiten und schließt sich zur neuen Saison  dem Bundesliga-Absteiger VfL Wolfsburg an. Der 32-Jährige war für viele Fans weit mehr als nur ein Torjäger – er wurde zur Identifikationsfigur und zum Publikumsliebling im Volkspark.

Der Abschied kommt nicht überraschend, dürfte viele Anhänger dennoch treffen. Nach einer Saison, in der Glatzel mit seiner Einsatzzeit nicht zufrieden gewesen sein soll, endet nun eine Ära.

HSV-Vorstand Eric Huwer sagt: „Bobby hat in seiner fünfjährigen Zeit beim HSV Großes geleistet, das über das Sportliche hinausgeht. Neben seinen zahlreichen Toren hat er aufgrund seiner Persönlichkeit auf und neben dem Platz eine wichtige Rolle eingenommen. Wir danken ihm für die gemeinsame Zeit und die erlebten Momente. Wir wünschen ihm für seine Zukunft nur das Beste und natürlich sind er und seine Familie im Volkspark jederzeit herzlich willkommen.“

Mehr als 80 Tore und ein Aufstieg

Sportlich hinterlässt Glatzel deutliche Spuren. Seit seinem Wechsel im Sommer 2021 absolvierte der Mittelstürmer 150 Pflichtspiele mit der Raute und erzielte dabei 84 Treffer. Alle 132 Minuten traf der Angreifer im Schnitt.

Allein 76 Ligatore bedeuten Platz drei in der HSV-Torschützenliste seit Einführung des Profifußballs – hinter Thomas von Heesen (99) und Vereinslegende Uwe Seeler (137). Hinzu kommen 22 Vorlagen.

Vor allem die Jahre in der 2. Bundesliga prägten Glatzel und den HSV gemeinsam. Vier Anläufe brauchte der Club für die Rückkehr ins Oberhaus mit ihm – ehe im vergangenen Sommer schließlich der Aufstieg gelang.

Sportdirektor Claus Costa sagt: „Bobby war in den vergangenen Jahren nicht nur wegen seiner vielen Tore und Vorlagen ein sehr wichtiger Bestandteil unserer Mannschaft. Insbesondere in den Zweitliga-Jahren war er ein Fixpunkt unseres Spiels – die Highlights waren sicherlich der Aufstieg und der Gewinn der Torjägerkanone 2023/24.“

Und weiter: „Dass er nach der vergangenen Saison, die für ihn in Sachen Spielzeit nicht zufriedenstellend war, eine neue Herausforderung sucht, ist nachvollziehbar. Deshalb haben wir seinem Wechselwunsch gerne entsprochen. Wir wünschen Bobby für seine neuen Aufgaben nur das Beste und heißen ihn natürlich immer willkommen.“

Auch Glatzel selbst verabschiedete sich emotional: „Ich hatte beim HSV die schönste Zeit meiner bisherigen Karriere. Ich bin dankbar für jeden Moment, den ich mit diesem besonderen Club erleben durfte. Gemeinsam haben wir Höhen und Tiefen durchgemacht. Vor allem die schönen Erinnerungen werde ich für immer in meinem Herzen tragen.“

Der Stürmer ergänzt: „Es bleibt nicht mehr viel, außer Danke zu sagen – an die vielen tollen Mannschaftskollegen, Trainer, restlichen Mitglieder im Staff, Mitarbeitenden auf der Geschäftsstelle und natürlich an die Fans, deren Unterstützung ich über all die Jahre sehr gespürt habe.“

Neue Bühne für Nachwuchsspieler

Parallel zum Umbruch im Profikader gibt es auch Neuigkeiten im Nachwuchsbereich. Der HSV wird an der neu gegründeten „Bundesliga Talent Series“ teilnehmen.

Die Deutsche Fußball-Liga (DFL) führt den zusätzlichen U21-Wettbewerb zur Saison 2026/2027 ein. Insgesamt nehmen 26 Clubs aus Bundesliga und 2. Bundesliga teil.

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Ziel ist es, Talenten zwischen U17 und U21 zusätzliche Spielpraxis auf hohem Niveau zu ermöglichen. Pro Team dürfen zudem bis zu vier ältere Spieler eingesetzt werden.

Costa erklärt: „Für die Jungs aus unserem Nachwuchs ist die Einführung dieses Wettbewerbs eine sehr gute Möglichkeit, auf höchstem Niveau noch mehr Spielpraxis zu sammeln.“

Weiter sagt der Sportdirektor: „Die Rahmenbedingungen der Talent Series schaffen hier neue Möglichkeiten. Ziel ist es zudem, durch das ergänzende Wettbewerbsformat die Durchlässigkeit nach oben weiter zu erhöhen.“

Der Wettbewerb startet im September und wird zunächst in zwei Halbserien ausgetragen.

DFB-Pokal im Volkspark

Auch im DFB-Pokal wird es im Volksparkstadion früh wieder Fußball geben – allerdings nicht mit dem HSV.

Der Hamburger Oberligist HEBC trägt sein Erstrundenspiel gegen Borussia Dortmund im Stadion des HSV aus. Der Professor-Reinmüller-Platz erfüllt die Sicherheitsauflagen des DFB nicht.

Da Borussia Dortmund am 22. August im Supercup gegen Bayern München spielt, findet die Pokalpartie nicht am üblichen Pokalwochenende statt, sondern am 1. oder 2. September. Die genaue Terminierung steht noch aus.

Ausgliederung des VfB Lübeck - der richtige Schritt?

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Bildquellen

  • Glatzel: Lobeca/Henning Rohlfs
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