
Lübeck – Der TSV Travemünde ging als Absteiger aus der Verbandsliga in die Kreisliga Südost. Man behielt den Kader größtenteils zusammen, verstärkte sich sogar noch einmal, sodass der Kader vielleicht noch besser aufgestellt war als eine Liga höher. Dementsprechend gehörte man durchaus zu den Favoriten auf den Aufstieg. Dieser Rolle wurde man nach den ersten Wochen auch gerecht, denn man startete gut in die neue Saison.
Kaltschnäuzigkeit als Manko
Als der TSV Travemünde am ersten Spieltag zu Gast bei der SG Reinfeld/Kronsforde war und mit 0:1 verlor, war bereits abzusehen, dass hier zwei der stärksten Mannschaften der Liga aufeinandertrafen. Dies zeigten sie auch in den Folgewochen, sodass es zwölf ungeschlagene Partien gab. Darunter holte man gegen die Spitzenteams Pansdorf II und Schlutup vier Punkte. Dennoch lief noch nicht alles perfekt bei den Monte-Kickern. Die Defensive stand zwar stabil, denn Pascal Behrens und Tobias Lüth ließen kaum einen Angreifer durch, doch vorne haderte der TSV mit der Chancenverwertung. Die Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor war das große Manko. So verpasste man mehrfach den Sieg, sodass man im Rennen an der Spitze Punkte liegen ließ.
Krise nach dem Winter
Ende September gab es für die Monte-Kicker schwere Schicksalsschläge. Pascal Schönknecht wurde gesundheitlich ausgebremst, Maximilian Tilting verletzte sich schwer und Yll Murati, der als Unterschiedsspieler galt, musste Deutschland verlassen. Innerhalb weniger Tage drei solche Ereignisse forderten das Team von Trainer Christian Jetz. Sportlich punktete man dennoch, doch in den letzten Wochen vor dem Winter fiel man in eine Ergebniskrise. Ausgerechnet im Derby gegen den TSV Kücknitz gab es die erste Heimniederlage. Zwar folgte ein Sieg gegen Lübeck 1876, doch die darauffolgenden Spiele wurden verloren. Drei Niederlagen aus vier Spielen brachten „Monte“ ins Hintertreffen.
Im Winter mussten die Lübecker mit Steven Tag und Mephew Hinze die Abschiede der beiden besten Torschützen verkraften. Es sollte spannend werden, wie man diese kompensieren würde. In den ersten Wochen, in denen man personell stark geschwächt war, gab es nur einen Sieg aus sieben Spielen. Somit rutschte man ins Mittelfeld der Tabelle ab. Mit der Rückkehr einiger Spieler fand man zurück in die Spur und legte noch einmal einen starken Endspurt hin. Platz fünf war das Endresultat für den TSV, sodass man doch noch eine gute Platzierung erreichte, auch wenn noch mehr möglich gewesen wäre. Trainer Jetz zog ein Fazit gegenüber HL-SPORTS: „Unsere Saison war sicherlich geprägt von den Schicksalsschlägen nach dem guten Start, am Ende der Hinrunde und Anfang der Rückrunde waren wir so kaum konkurrenzfähig und mussten so ganz oben abreißen lassen. Das Gesicht, das wir jedoch zu Beginn und besonders am Ende gezeigt haben, macht Mut und Lust auf mehr.“
Neues Spielsystem
Im Vergleich zu den Verbandsligajahren hat man sich spielerisch klar weiterentwickelt. Man agiert nun wesentlich mehr selbst mit dem Ball, versucht es viel mehr spielerisch. Der Coach sagt: „Wir haben ein neues Spielsystem implementiert, das für viele neu war. In den Verbandsliga-Jahren waren wir oft defensiv eingestellt, zuletzt waren wir mehr offensiv gefordert.“ Verbesserungspotenzial sieht man vor allem in Sachen Effizienz vor dem Tor. Dort möchte man sich künftig klar steigern: „Wir wollen eine bessere Offensive stellen, mehr Chancen nutzen und trotzdem alle gegen den Ball arbeiten.“
Trainer hebt Spieler hervor
Die Monte-Kicker lebten vor allem von einer starken mannschaftlichen Geschlossenheit. Es sind nicht die einzelnen Spieler, sondern das Kollektiv, das sie auszeichnet. Dennoch hob Jetz einige Spieler hervor: „Pascal Behrens hat mich zwar nicht, aber doch viele andere sehr positiv überrascht, die ihn im Vorfeld abgeschrieben haben. Die emotionale Rückkehr von Pascal Schönknecht hat der Mannschaft außerdem viel gegeben. Robin ist zu einem Klassekeeper gereift und Rocky, Louis und Alex haben am Ende ihr ganzes Potenzial gezeigt.“
Neuzugänge
Zu den personellen Veränderungen sagt der Coach: „Wir verstärken uns mit Cedric Richter (Kücknitz), Martin Langner (Bad Schwartau), Wilhelm Citea (Viktoria), Thomas Aldermann (Schönberg 95), Sören Witt (Zarpen) sowie Dymtryo Vysotsky aus der Ukraine. Ich bin mir aber fast sicher, dass das noch nicht alles ist.“











