StartDie WM in LübeckGroße Enttäuschung in Boston: Deutschland scheitert an Paraguay

Große Enttäuschung in Boston: Deutschland scheitert an Paraguay

Das WM-Aus im Sechzehntelfinale

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Die Reise der deutschen Nationalmannschaft bei dieser Weltmeisterschaft ist überraschend früh beendet. Im Sechzehntelfinale unterlag das Team von Julian Nagelsmann Paraguay im Elfmeterschießen und verpasste damit den Einzug ins Achtelfinale. Christian Albrecht Barschel meldete sich nach der Partie aus Boston und fand deutliche Worte: „Ja, wir scheiden bei der Fußball-WM im Sechzehntelfinale aus. Wir verlieren im Elfmeterschießen gegen Paraguay. Die nächste große Enttäuschung bei einer Fußball-WM nach Russland und Katar.“ Besonders die Art und Weise des Ausscheidens sorgte für Frust. „Mir fällt es ein bisschen schwer, diese Niederlage und dieses Aus zu analysieren. Es darf niemals zum Elfmeterschießen kommen gegen einen Gegner, der Antifußball gespielt hat.“

„Ganz, ganz große Enttäuschung“

Auch Hauke aus Bad Oldesloe vom Fanclub Nationalmannschaft verließ das Stadion mit einer Mischung aus Fassungslosigkeit und Ernüchterung. „Ja, ganz, ganz große Enttäuschung. Das ist wirklich unfassbar, so ein Fußballspiel zu verlieren.“ Dabei zeigte er durchaus Verständnis für die Spielweise der Südamerikaner. „Der Gegner ist quasi 120 Minuten nur destruktiv aufgetreten. Hat das natürlich geschickt gemacht, gut verteidigt.“ Dennoch sei schnell erkennbar gewesen, worauf Paraguay aus war. „Man hat gemerkt, wenn man den Ball hinten mal rausgespielt hat, ist kaum aufgerückt worden. Es ist wirklich komplett auf die Defensive gesetzt worden.“

Früher Rückstand und fehlende Durchschlagskraft

Erschwert wurde die Aufgabe durch den frühen Gegentreffer. „Kommt natürlich auch nicht entgegen, früh den Gegentreffer zu kriegen, noch in der ersten Halbzeit. Dem rennt man dann ein bisschen hinterher.“ Nach dem Ausgleich keimte zwar Hoffnung auf, doch der große Befreiungsschlag blieb aus. „Zwischendurch kam mal so ein bisschen Hoffnung auf, wo man sagte, Mensch, wir erzielen den Ausgleich. Da hatten wir auch zwischendurch so ein bisschen Momentum.“ Für Diskussionen sorgte vor allem die zurückgenommene deutsche Führung. „Dann fällt natürlich das Tor zu einfach, dass dann zurückgenommen wird. Ich habe im Stadion natürlich schlecht zu sehen, ob das jetzt wirklich ein Foul von Waldemar Anton war. Das hat sich der Schiedsrichter ja sehr, sehr lange angeguckt.“ Trotz aller strittigen Szenen war für Hauke klar, dass Deutschland das Spiel bereits vorher hätte entscheiden müssen. „Nichtsdestotrotz, bei der Überlegenheit und bei den vielen Chancen, ich weiß gar nicht, wie das Eckenverhältnis war, 17 oder 18 zu 4 oder so, das spricht alles eine ganz deutliche Sprache. Kann niemals zum Elfmeterschießen kommen.“

Kritik an Taktik und einzelnen Spielern

Vor allem offensiv habe Deutschland nicht die richtigen Mittel gefunden, um die kompakte paraguayische Defensive dauerhaft zu knacken. „Also gefühlt taktisch alles falsch gemacht. Man hat nie richtig Zugriff gekriegt.“ Auch die Angriffsbemühungen über die Flügel oder durch das Zentrum hätten kaum funktioniert. „Die Außenstürmer haben hinter die Kette gekriegt, auch über die Mitte ging nichts.“ Erst nach einer Umstellung wurde das deutsche Spiel etwas gefährlicher. „Gerade ging es ein bisschen besser, als Kimmich in die Mitte gewechselt ist und Waldemar Anton die rechte Verteidigerposition übernommen hat.“ Sein Fazit blieb dennoch eindeutig: „Bei dieser Feldüberlegenheit muss man sich einfach viel mehr klarere Torchancen herausspielen.“

Verletzungspech und Ernüchterung

Auch Christian Albrecht Barschel verwies auf die personellen Probleme, die Deutschland während des Turniers begleiteten. „Natürlich haben wir ein bisschen Pech gehabt bei der WM. Nico Schlotterbeck verletzt sich im Auftaktspiel. Leonard Kahl und Serge Gnabry verletzen sich noch vor dem Turnier.“ Gleichzeitig sparte er nicht mit Kritik an einzelnen Leistungsträgern. „Für mich war Florian Wirtz eine totale Enttäuschung bei dieser WM.“ Seine Einschätzung fiel dabei unmissverständlich aus: „Ich bin ein sehr, sehr großer Wirtz-Kritiker seit einem Jahr. Und für mich kommt da einfach viel zu wenig.“

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