StartDie WM in LübeckZurück in Lübeck: Wer wird Weltmeister und was lief schief bei Deutschland?

Zurück in Lübeck: Wer wird Weltmeister und was lief schief bei Deutschland?

Ein letztes Fazit zum WM-Aus

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Christian Albrecht Barschel hat die deutsche Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft vor Ort begleitet. Von Texas über Toronto und New York bis nach Boston erlebte er die Spiele des DFB-Teams und die Stimmung rund um das Turnier aus nächster Nähe. Sein ursprünglicher Plan war dabei klar: Die Reise sollte möglichst bis zum ganz großen Erfolg gehen. „Genau, das war mein Plan, dass ich mit dem WM-Pokal nach Hause fliege. Ich bin einen Tag nach der Blamage in Boston sehr, sehr enttäuscht abgereist und habe jetzt ziemlich Jetlag.“ Durch das Ausscheiden gegen Paraguay verpasst Barschel nun auch ein mögliches Achtelfinale gegen Frankreich. Besonders der Austragungsort und das Datum hätten dieses Duell für ihn zu einem außergewöhnlichen Erlebnis gemacht. „Jetzt entgeht mir nun ein möglicherweise historisches Achtelfinale gegen Frankreich. Denn das Spiel hätte am 4. Juli stattgefunden, am 250. Geburtstag der USA in Philadelphia, dort, wo die Unabhängigkeitserklärung unterschrieben wurde. Schade, schade, das wäre sicherlich ein sehr, sehr irres Spiel geworden.“

Gastfreundschaft und texanische Kultur bleiben in Erinnerung

Trotz der sportlichen Enttäuschung blickt Barschel auf zahlreiche positive Erlebnisse während seiner Reise zurück. Besonders die Begegnungen mit den Menschen in den USA und Kanada hinterließen Eindruck. „Mein Highlight war die Gastfreundlichkeit und die Mentalität der Amerikaner und der Kanadier in New York, Boston und Toronto.“ Eine besondere Stellung nimmt dabei Texas ein. Dort bekam Barschel noch einmal einen anderen Eindruck von den USA und der regionalen Kultur. „Deshalb war Texas für mich dieser kleine Höhepunkt der Reise, das mal aus nächster Nähe zu erleben, diese texanische Kultur.“ Seine Erfahrungen vor Ort haben seinen Blick auf das Land geprägt. Barschel empfiehlt deshalb, sich selbst ein Bild von den USA zu machen. „Und ich empfehle jedem, mal selbst in die USA zu reisen und sich ein eigenes Bild zu machen. Denn manchmal ist es wirklich anders, als hier berichtet wird in Deutschland.“

„Diese letzte Gier fehlte“

Sportlich überwiegt allerdings weiterhin die große Enttäuschung. Für Barschel wiegt das frühe Ausscheiden sogar schwerer als bei den vergangenen Weltmeisterschaften. „Ich bin extrem enttäuscht über das Ausscheiden, noch viel mehr als bei der WM in Russland und bei der WM in Katar.“ Die ersten Anzeichen für die späteren Probleme habe es seiner Meinung nach bereits während der Gruppenphase gegeben. Vor allem beim Auftritt gegen die Elfenbeinküste fehlte ihm etwas Entscheidendes. „Ich finde, beim Spiel gegen die Elfenbeinküste konnte man schon spüren, dass so ein bisschen diese letzte Gier fehlte. Vor allem dann auch in den Spielen gegen Ecuador und dann gegen Paraguay.“ Besonders die offensive Harmlosigkeit im Sechzehntelfinale kritisiert Barschel. „Trotz des ganzen Ballbesitzfußballs haben wir es nicht geschafft, uns wirklich hochkarätige Chancen zu erspielen gegen Paraguay.“ Für ihn gibt es deshalb keine Entschuldigung für das Ausscheiden. „Und bei aller Liebe, man muss dieses Spiel nach 90 Minuten oder 120 Minuten gewinnen.“

Barschel hätte Deutschland gegen Frankreich Chancen gegeben

Nach den bisherigen Turnierleistungen wäre Frankreich in einem möglichen Achtelfinale der klare Favorit gewesen. Trotzdem hätte Barschel der deutschen Mannschaft durchaus Chancen auf das Weiterkommen eingeräumt. „Nach den bisherigen Leistungen wäre Frankreich natürlich der klare Favorit gewesen gegen uns. Aber ich wäre da sehr optimistisch gewesen, denn, jetzt kommt dieser alte Fußballspruch, es geht bei null zu null los.“ Ein Duell mit Frankreich hätte seiner Meinung nach eine völlig andere Dynamik entwickelt als die bisherigen Begegnungen. „Es wäre ein völlig anderes Spiel geworden als die Gruppenspiele und das Sechzehntelfinale.“ Vor allem bei der Einstellung der deutschen Spieler hätte Barschel einen Unterschied erwartet. „Deshalb ist es sehr, sehr schade, dass es nicht zu diesem Duell kommt, denn ich hätte mir das gerne angeschaut. Und ich glaube auch, dass die Einstellung der Spieler völlig anders gewesen wäre als gegen Paraguay.“ Doch die Realität sieht anders aus. „Aber jetzt, ja, was hilft das Reden? Das Spiel findet nicht statt.“

England wird Weltmeister

Nach dem Ausscheiden Deutschlands hat Barschel dennoch einen klaren Favoriten auf den WM-Titel. Weder Frankreich noch Argentinien sind sein Tipp. „Ich tippe weder Frankreich noch Argentinien, denen ich es überhaupt nicht gönne als Weltmeister, sondern England.“ Nach 60 Jahren ohne WM-Titel sieht er die Zeit für die „Three Lions“ gekommen. „Denn ich glaube, nach 60 Jahren ist die Leidenszeit der Engländer vorbei.“ Auch beim möglichen Endspiel legt sich Barschel fest. „Das Finale lautet Frankreich gegen England, mit England dann als Weltmeister und Thomas Tuchel als Weltmeistertrainer.“

Die WM in Lübeck bei HL-SPORTS & RADIO LÜBECK

HL-SPORTS und RADIO LÜBECK bringen die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in die Region. Was passiert in den USA, Kanada und Mexiko in der Nacht – und was bewegt die Menschen bei uns im Hansebelt? Genau das wollen die beiden regionalen Medien ihren Lesern, Usern und Hörern täglich näherbringen.  

Morning-Show: „WM-Wecker“

An den Werktagen liefern Bjarne Setje-Eilers und Tilo Deneke um kurz nach 8 Uhr kompakt die wichtigsten Ereignisse der vergangenen Nacht aus Nordamerika – verständlich, schnell und mit regionalem Blick. Zu hören bei RADIO LÜBECK, nachzulesen bei HL-SPORTS. 

„Die WM in Lübeck am Mittag“ 

Gegen 12.45 Uhr melden sich Denise Boll, Ben Sönnichsen und Timo Kempinski aus dem WM-Studio von RADIO LÜBECK in den media docks mit der Story des Tages. Im Mittelpunkt stehen regionale Themen rund um  Fußball, Weltmeisterschaft und die Menschen im Hansebelt.

Evening-Session: „WM-Countdown“

Um und bei 18.15 Uhr blicken erneut Bjarne Setje-Eilers und Tilo Deneke gemeinsam mit Stimmen aus Lübeck und der Region auf die Spiele der kommenden Nacht und die Themen des Tages. Zu hören bei RADIO LÜBECK, nachzulesen bei HL-SPORTS.

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Bildquellen

  • Christian Albrecht Barschel live: CAB/oH
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