
Gremersdorf – Nach nur einem Jahr stieg der TSV Gremersdorf wieder in die Kreisliga ab. Das Kapitel Verbandsliga stellte sich als ein schwieriges heraus, für das die Kadertiefe insgesamt einfach nicht ausreichend war. Dies zeigte die Punktanzahl von am Ende gerade einmal elf Zählern. Zu selten war man wirklich konkurrenzfähig. Nun geht man wieder in der Kreisliga an den Start und dort möchte man wieder erfolgreichere Zeiten durchleben. Die Voraussetzungen dafür hätten allerdings durchaus besser sein können.
Zu kleiner Kader für die Verbandsliga
Nur zwei Siege aus 28 Spielen waren ungenügend für den Klassenerhalt und ein weiteres Jahr Verbandsliga. Man haderte mit Verletzungen und Ausfällen jeglicher Art, die nicht zu kompensieren waren. Es fehlte an der Kadertiefe und insgesamt auch der Qualität, sodass fehlende Stammspieler kaum gleichwertig zu ersetzen waren. Nun kehrt man in die Liga zurück, wo man sich in den vergangenen Jahren ganz besonders wohlfühlte. In den drei Jahren vor dem Aufstieg belegte man immer einen Platz unter den ersten drei. Die Mannschaft lebte dabei neben der individuellen Qualität von der Eingespieltheit des Teams. Mehr als ein Großteil des Kaders spielte jahrelang zusammen. Doch in den vergangenen eineinhalb Jahren musste man am Bankendorfer Weg Abgänge hinnehmen, wie sie es in den Jahren zuvor nur selten gab. Phil Baumgarn, der langjährige Torjäger, verließ den TSV in Richtung Inter Türkspor Kiel und es sollten weitere folgen. In diesem Jahr sind auch Artem Winter und Maurice Wagner von Bord gegangen, sodass die Offensive einen harten Aderlass hinnehmen muss.
Klein soll es richten – Wann kommt Jaekel?
Auf der Zugangsseite sieht es ziemlich kahl aus. Wie bereits in der vergangenen Saison begleitet das Problem, potenzielle Neuzugänge an Land zu ziehen, den TSV auch in diesem Jahr. Man findet keine Verstärkungen, sodass man die Lücken, die durch die Abschiede der Leistungsträger entstanden sind, nun intern füllen muss. Dies soll mit Spielern der Zweiten aus der A-Klasse erfolgen. Im Sturm soll Rene Klein der Hoffnungsträger sein. Der ehemalige Spieler des Oldenburger SV agierte in den Testspielen in vorderster Linie, doch ein echter Mittelstürmer ist Klein nicht. Eher ist es Rune Jaekel, der mit seiner Erfahrung, Abschlussstärke und körperlichen Präsenz ein echter Zielspieler in der Box ist. Seine Torausbeute in den vergangenen Spielzeiten spricht für ihn, doch klar ist auch, dass der mittlerweile 36-Jährige nicht mehr der Jüngste ist. Verletzungen plagen ihn, so auch aktuell. Der Stürmer ist derzeit ausgebremst, soll im August wieder ins Teamtraining einsteigen. Im Laufe der Hinrunde hofft man auf sein Comeback in der Kreisliga.
Im Soll
Die Vorbereitung des TSV Gremersdorf verlief positiv, doch nicht einwandfrei. Zum Start verlor man gegen den TSV Neustadt mit 2:5. Vor allem in der Defensive wurden klare Schwächen offengelegt, an denen dringend gearbeitet werden musste. Nur einen Tag später folgte der Sundcup in Großenbrode, bei dem es zwei Siege und eine Niederlage gab. Gegen den Landesligisten TuS Hartenholm sollte man richtig gefordert werden. Nach knapp einer Stunde lag der TSV mit 0:3 zurück. Auf das 1:3 folgte prompt der vierte Gegentreffer, sodass die Partie entschieden schien. Doch der Kreisligist machte das Spiel nochmal spannend und verkürzte bis auf 3:4. Dies war der Endstand, doch trotz Niederlage konnte man sehr zufrieden sein. Der Auftritt machte Mut und dort lässt sich ansetzen. Es sollte allerdings der vorerst letzte Test gewesen sein. Sowohl das Spiel gegen den SV Hansühn als auch die Teilnahme beim SG-Insel-Cup wurden kurzfristig abgesagt. Es ist das wohl größte Manko der Vorbereitung. Insgesamt zeigt sich Trainer Christian Ippig allerdings zufrieden: „Die Vorbereitung lief bisher nach Plan mit 72 % Trainingsbeteiligung. Ein Gradmesser war das Vorbereitungsspiel gegen TuS Hartenholm. Es hat uns gezeigt, dass wir im Soll sind, gerade im Hinblick auf die Ausdauer, was gerade in den ersten Wochen der Schwerpunkt war.“
Gremersdorf schielt aufs obere Drittel
Die Saison startet für den TSV mit dem Pokalspiel in der nächsten Woche gegen den A-Klassisten BCG Altenkrempe. Dies ist eine vermeintliche Pflichtaufgabe, doch unterschätzen darf man den Gegner nicht. In der Liga startet der Verbandsligaabsteiger beim SV Großenbrode (A). Es folgt der Heimspielauftakt gegen die SG Bösdorf/Malente (H). Anschließend gastiert man bei der FSG Saxonia (A), empfängt Oldenburg/Göhl (H) und reist zum SC Cismar (A). Der Start ist anspruchsvoll, doch kann auch früh zeigen, wie weit der TSV ist. Als Ziel rief man aus: „Wir wollen im oberen Drittel mitspielen.“
Defensive im Fokus
In der Kreisliga stand der TSV Gremersdorf meist für viele Tore und Offensivfußball. Nun hat man Offensivspieler verloren, sodass ein Umdenken erforderlich ist. Daher möchte man künftig den Fokus mehr auf die Arbeit gegen den Ball richten: „In erster Linie geht es darum, eine klare Struktur auf dem Platz zu haben, wobei wir klar defensiv ausgerichtet sein wollen. Gerade im Hinblick auf den doch recht kleinen Kader, der sich auf vielen Positionen noch finden muss.“ Verbessern zur vergangenen Saison möchte man: „Der Schwerpunkt liegt klar auf der Verbesserung der Defensive. Hier gilt es, wie schon erwähnt, eine klare Struktur auf dem Platz zu haben.“ Dennoch möchte man keine tiefstehende „Mauer-Mannschaft“ werden, die sich ausschließlich aufs tiefstehende Verteidigen konzentriert. Dafür hat man nicht das Spielermaterial, denn mit dem Mittelfeld aus Jonas Kock und Lennart Petersen hat man wohl mit das stärkste der Liga. Beide Spieler glänzen mit ihrer Kreativität, Übersicht und Fähigkeit mit Ball am Fuß. Zudem verriet Cheftrainer Ippig, worauf man sich beim TSV freuen darf: „Die Zuschauer dürfen sich auf eine spielfreudige Mannschaft freuen.“











