
Schlutup – Der TSV Schlutup war in der Vorsaison hoch ambitioniert. Der Aufstieg war das klare Ziel und dafür wurde sich dementsprechend hochkarätig verstärkt. Vor allem mit Mert Büyükdemir hat man ein Statement gesetzt, der seinen Erwartungen durchaus gerecht wurde. Damit war er allerdings einer der Einzigen, denn das Saisonziel wurde verpasst. Man war am Ende einer starken Kreisligasaison trotz guter Punktausbeute nur der weinende Dritte. Nun nimmt man einen neuen Anlauf und dies unter der Regie eines neuen Cheftrainers.
Viel Bewegung auf der Trainerbank
Auf der Trainerbank des TSV Schlutup war in der vergangenen Saison verhältnismäßig viel los. Tim Kreutzfeldt startete als Cheftrainer, wurde durch Frank Wölffel im Winter ersetzt, bevor Christian Clasen sich selbst im Endspurt auf die Bank setzte. Drei Trainer saßen in der ganzen Saison somit auf der Bank, genauso viele wie Niederlagen in 30 Ligaspielen. Es ist nahezu unglaublich, dass die Mannschaft vom Palinger Weg mit nur drei Pleiten und 67 Punkten, was mehr als zwei im Schnitt pro Spiel sind, nur Tabellendritter wurde. Die Konkurrenz war dafür einfach zu stark, ließ kaum Punkte liegen. Schlutup dagegen haderte mit sieben Unentschieden und insgesamt zu vielen Gegentoren. 48 Stück waren für die Lübecker zu viele, auch wenn die Offensive mit 107 erzielten Toren umso besser funktionierte.
Leistungsträger verlassen Schlutup
Der Blick in die vergangenen Monate wird dem TSV nun wenig bringen, denn es gab durchaus einige personelle Veränderungen. Die größte dabei sicherlich auf der Trainerbank, denn mit Robertino Borja hat man einen Coach gefunden, der in der Vergangenheit bereits höherklassig im Amt war für Teams wie Groß Grönau, Sarau/Bosau oder aber Siebenbäumen. Gleichzeitig muss dieser allerdings bei seiner neuen Aufgabe auf einige Leistungsträger der vergangenen Jahre verzichten. Vor allem Alexander Lage, der als Kapitän und Zielspieler vorne agierte, wird kaum zu ersetzen sein. Doch auch Paul Hellberg und Tim Blociszeski sowie Jan Ole Rathke haben Schlutup verlassen. Zudem sind einige erfahrene Spieler in die Altherren hochgerückt. Auf der Zugangsseite gab es zwar mit Mehmet Sütlü, Ömer Ünsal (beide Vorwerk) und Bünyamin Celik (Reinfeld/Kronsforde) Neuzugänge, doch ob diese die Abgänge gleichwertig ersetzen können, wird sich zeigen.
Vorbereitung durchwachsen
Beim TSV Schlutup könnte in diesem Jahr, wenn sich nicht noch etwas tut, ein ganz großes Problem die Saison erschweren. Der Kader ist deutlich dünner, als er ohnehin schon war, sodass dieser gerade einmal um die 20 Spieler umfasst. Dies sind nicht viele Optionen für Trainer Borja, was sich auch in dieser Sommervorbereitung bemerkbar machen sollte. Zuletzt musste man die Teilnahme beim Turnier in Pansdorf kurzfristig absagen, weil die Personaldecke zu dünn war. Es war ein früher Warnschuss, der durchaus zeigt, mit welchem Risiko man in die Saison geht. Der erste Eindruck des neuen Cheftrainers war positiv und auch mit der Vorbereitung war Borja nicht komplett unzufrieden. Dennoch lief diese nicht komplett nach Plan. Er sagt zu dieser: „Die Vorbereitung verlief bisher durchwachsen. Trotzdem ziehen bislang alle Jungs gut mit. In den ersten Wochen lag der Fokus darauf, die Mannschaft körperlich fit zu machen und die taktischen Vorgaben zu vermitteln. Die bisherigen Eindrücke sind insgesamt in Ordnung, dennoch liegt noch einiges an Arbeit vor uns.“
Defensive im Fokus
Die Liga ist qualitativ nicht unbedingt schlechter geworden, sodass erneut packende Duelle auf den TSV warten. Dort wird sich zeigen, wie Schlutup sich schlägt. Bei all den Abgängen, dem kleinen Kader und der durchwachsenen Vorbereitung darf man allerdings keineswegs vergessen, welch hohe Qualität noch immer in den Reihen des Kreisligisten steckt. Sei es ein Mert Dogan in der Abwehr, ein Gerrit Dühring auf dem defensiven Flügel, Philipp Stellmacher im Mittelfeld, Max Pfaff oder aber die beiden Stürmer Mert Büyükdemir und Lars Steinhauer. Büyükdemir wird, wenn er da ist, auch in dieser Saison wieder als Torjäger glänzen und auch Steinhauer, der in der abgelaufenen Spielzeit neunmal traf, weiß, wo das Tor steht. Die Qualität für ein ähnliches Abschneiden ist durchaus vorhanden und dennoch muss man sich an die Abgänge etwas anpassen. Lage war im Spielsystem dafür zu wichtig und einen richtigen Ersatz für ihn hat man nicht. Man hofft auf Bünyamin Celik, der zuletzt monatelang raus war und von der SG Reinfeld/Kronsforde kam, doch bereits in der Vorbereitung war zu sehen, dass dieser noch nicht bei einhundert Prozent war. Zu potenziellen Anpassungen im Spielsystem sagt der neue Cheftrainer: „Viel wird sich nicht ändern. Auch wenn wir mit Lage einen guten Stürmer verloren haben, sind wir offensiv weiterhin gut besetzt. Der Fokus liegt darauf, defensiv noch stabiler zu stehen. Das war in der vergangenen Saison nicht gut.“
Schlutup möchte erneut ins obere Drittel
Die Defensive machte in der Vorbereitung bisher allerdings noch einen sehr dürftigen Eindruck. Zwar hielt man gegen den TSV Eintracht Groß Grönau II die Null, doch gegen Ligakonkurrent Eichholzer SV II kassierte man eine 1:5-Pleite. Im dritten Test gegen den TuS Lübeck gab es ein 3:3-Remis, sodass die bisherige Bilanz der Vorbereitung ein Sieg, ein Remis, eine Niederlage sowie 10:8 Tore sind. Bis zum Pflichtspielstart sind nun noch zwei Testspiele geplant. Am Freitagabend gastiert man in Sereetz, bevor am Sonntag der VfL Vorwerk an den Palinger Weg kommt. Es sind zwei spannende Tests, bis man am 2.8. auf den SV Fortuna St. Jürgen (A) trifft. Es folgt das Heimspiel gegen Aufsteiger TSV Zarpen. Die weiteren beiden Aufsteiger Krummesse (A) und Ratzeburg II (H) folgen im Anschluss. Das Startprogramm ist also durchaus machbar. Ein guter Start wäre für Schlutup wichtig, damit man schnell in Fahrt kommt. Das Saisonziel in diesem Jahr ist etwas zurückhaltender, denn von dem Druck, aufsteigen zu müssen, befreit man sich: „Die Saison ist lang. Wichtig ist, dass die Jungs gesund bleiben und gut in die Saison starten. Unser Ziel ist es, uns in der Tabellenregion zu etablieren, in der wir bereits in der vergangenen Saison gespielt haben.“










